Rechtsanwalt Kosovo

Kosovo

Die Republik Kosovo liegt zentral auf der Balkanhalbinsel und grenzt an Albanien, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Bei einer Volkszählung im Jahr 2011 wurden circa 1,75 Millionen Einwohner gezählt, von denen rund 200.000 in der Hauptstadt Pristina leben. Die Bevölkerung im Kosovo setzt sich zu 90 Prozent aus Albanern, vier Prozent Serben sowie anderen Minderheiten zusammen. Albanisch und Serbisch sind die amtlichen Landessprachen des Kosovo. Auf kommunaler Ebene finden auch weitere Sprachen wie Türkisch und Bosnisch Anwendung. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört der islamischen Gemeinschaft an. Weitere vertretene Religionen sind die Serbisch-Orthodoxe Kirche und die Katholische Kirche.

Die kosovarische Verfassung
Der 17. Februar ist Nationalfeiertag im Kosovo. An diesem Tag wird die Unabhängigkeitserklärung der Republik Kosovo zelebriert, die 2008 ausgerufen wurde. In der kosovarischen Verfassung ist als Regierungsform die Parlamentarische Demokratie mit Einkammerparlament festgehalten. Das Parlament besteht aus 120 sitzen, von denen mindestens 20 an Vertreter von Minderheiten vergeben werden müssen. Staatsoberhaupt ist der jeweils amtierende Staatspräsident, Regierungschef ist der Premierminister. Der Kosovo besteht aus 37 Gemeinden, die zentral verwaltet werden.

Das Klima im Kosovo ist gemäßigt kontinental und unterliegt Temperaturschwankungen von 40° im Sommer und -20° Celsius im Winter. Die Geographie des Kosovo ist von Gebirgen mit über 2.000 Meter hohen Erhebungen geprägt. Der höchste Berg mit 2.650 Metern ist der Deravica. Der längste Fluss im Kosovo ist die Weiße Drin. Darüber hinaus gibt es mehrere Wasserfälle und Quellen.

Wirtschaftsstruktur im Kosovo
Landwirtschaft und Rohstoffe sind wichtige Wirtschaftszweige des Kosovo. Im Land vorkommende Rohstoffe sind unter anderem Braunkohle, Blei, Zink und Nickel. Charakteristisch für den Landwirtschaftssektor sind familiäre Kleinstbetriebe. Besonders für den Anbau von Wein, Obst und  Gemüse gibt es im Kosovo gute Voraussetzungen. Industrie ist im Kosovo nur schwach ausgeprägt. Zwei Drittel des Bruttoinlandprodukts werden über den Dienstleitungsbereich erwirtschaftet. Von Bedeutung sind dabei vor allem Tourismus und IT.

Seit Ende des Kosovo-Kriegs im Jahr 1999 wurde die sozialistisch geprägte kosovarische Wirtschaft schrittweise in eine offene Marktwirtschaft transformiert. Ausländische Hauptinvestoren sind Deutschland, Slowenien und die Türkei. Importiert werden hauptsächlich Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge, mineralische Brennstoffe und chemische Erzeugnisse. Die wichtigsten Exportprodukte sind landwirtschaftliche Erzeugnisse, Grundmetalle, Rohstoffe und elektrische Geräte.

Bildung und Kultur
Typisch für die Alltagskultur im Kosovo sind Einflüsse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die sich auch in der albanischen Sprache wiederfinden. Es existieren zahlreiche Kulturgüter, die eine weit zurückreichende Geschichte belegen. Dazu gehören Funde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie römische und frühchristliche Denkmäler. In Novo Brdo befindet sich eine mittelalterliche Festung, die darauf schließen lässt, dass an dieser Stelle einst ein bedeutender Handelsweg entlang führte. Auch einige Bauten aus osmanischer Zeit sind noch gut erhalten. Das kulturelle Zentrum des Landes ist die Hauptstadt Pristina mit dem Nationalballett, der Nationalbibliothek und einem Symphonie-Orchester. Bedeutende, kulturelle Veranstaltungen sind das internationale Jazz-Festival, das Chopin-Festival und die internationalen Filmfestspiele sowie das DokuFest, ein Dokumentar- und Kurzfilmfestival, welches auch international bekannt ist.

Im kosovarischen Bildungssystem ist eine neunjährige Schulpflicht vorgesehen, welcher sich der Besuch einer Berufsschule oder eines  Gymnasiums anschließt. Der Kosovo verfügt über drei staatliche Hochschulen: die Universität Pristina, die Universität Prizren und die Universität Peja. Außerdem gibt es eine Reihe privater Bildungseinrichtungen.

Rechtsanwalt im Kosovo

Generell besteht im Kosovo kein Anwaltszwang, außer bei strafrechtlichen Angelegenheiten. Rechtsanwälte im Kosovo können an einer der staatlichen Universitäten ein Jurastudium aufnehmen, nachdem sie die gymnasiale Oberstufe absolviert haben, deren Besuch freiwillig ist. Um als Rechtsanwalt im Kosovo arbeiten zu können, muss eine Prüfung vor einer Instanz des Justizministeriums abgelegt werden. Außerdem ist es für angehende Rechtsanwälte notwendig, dass sie sich bei der Anwaltskammer registrieren, um eine Berechtigung zu erhalten, Mandanten vor Gericht vertreten zu dürfen. Grundsätzlich sind Anwälte im Kosovo für alle Gerichte zugelassen. Die Gebühren für einen Anwalt werden von der Anwaltskammer festgelegt.

Die Gerichtsbarkeit im Kosovo besteht aus drei Instanzen: den Grundgerichten, die sich in erster Instanz mit Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen, dem Berufungsgericht, welches für Verfahren zuständig ist, die sich gegen Entscheidungen der Grundgerichte richten, und dem Obersten Gerichtshof, der letzten Rechtmittelinstanz, die auch über grundsätzliche Rechtsfragen entscheidet. Insgesamt gibt es sieben Grundgerichte mit jeweils örtlichen Zuständigkeiten. Das Berufungsgericht und der Oberste Gerichtshof haben ihren Sitz jeweils in Pristina. Die Zuständigkeit der Gerichte ist in dem „Gesetz über die ordentlichen Gerichte“ geregelt.