Rechtsanwalt Bosnien-Herzegowina

Rechtsanwalt in Bosnien-Herzegowina

Bosnien und Herzegowina (häufig auch Bosnien-Herzegowina) ist ein südosteuropäischer Bundesstaat. Seine Hauptstadt ist Sarajevo, die zugleich ein wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Zentrum bildet. Das Land hat etwa 3,79 Millionen Einwohner und eine Größe von 51.197 km². Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf beträgt ungefähr 4.655 USD und liegt damit unter dem seiner Nachbarländer Serbien, Montenegro und Kroatien. Der Staat ist Mitglied der Vereinten Nationen, des Europarates und des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens. Ein Beitritt zur Europäischen Union wird noch verhandelt, seit 2010 ist das Land von der Visumspflicht befreit.

Eine Besiedelung des Staatsgebietes lässt sich bis in die Bronzezeit nachweisen, im Mittelalter bildeten sich einzelne Fürstentümer, die schließlich im 15. Jahrhundert unter osmanische Herrschaft gerieten. 1878 wurden die osmanischen Provinzen schließlich Österreich-Ungarn zugewiesen. Unabhängigkeitsbemühungen von Bosnien und Herzegowina gipfelten schließlich im Attentat auf den österreich-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand im Jahr 1914. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Provinzen in den Vielvölkerstaat Jugoslawien aufgenommen. Erst am 02. März 1992 erklärte Bosnien-Herzegowina seinen Austritt und seine Souveränität. Im Anschluss daran tobte der Bosnienkrieg zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Landes. Erst im Jahr 1995 konnte eine föderale Einigung mithilfe des Dayton-Vertrages ausgehandelt werden.

Bosnien und Herzegowina besteht aus zwei Teilstaaten, der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republik Srpska, die jeweils über eine eigenständige Exekutive und Legislative verfügen. Erstere besteht aus zehn Kantonen mit eigenen Hauptstädten. Das Land ist als parlamentarische Demokratie mit einem Mehrparteiensystem organisiert, es gibt ein zusätzliches gemeinsames Parlament für die beiden Teilstaaten. Die Abgeordneten werden alle vier Jahr gewählt. Amtssprachen sind Bosnisch, Serbisch und Kroatisch, ihre Sprecher bilden auch die drei größten Bevölkerungsgruppen. Auffällig ist das friedliche Nebeneinander von islamischer, christlicher und orthodoxer Religion. Jeweils ein Vertreter der drei Bevölkerungsgruppen sitzt im Staatspräsidium, diese wechseln sich mit dem Vorsitz alle acht Monate ab.

Das Land verfügt über ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz, dass die Städte des Landes in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung verbindet. Es gibt vier internationale Flughäfen, die Flüge in die umliegenden Staaten anbieten, ein breites Autobahnnetz ist in Planung und soll weitere Anbindungen ermöglichen. Wirtschaftlich gesehen ist Bosnien-Herzegowina größtenteils vom Exporthandel abhängig. 50 % der Handelsprodukte sind Mineralien und Holz, der Hauptempfänger die Europäische Union. Zusätzlich gibt es große Unternehmen im Energie-, Automobil-, Metall- und Telekommunikationssektor. Die Landeswährung ist die Konvertible Mark, die in einem festen Verhältnis von etwa 2:1 zum Euro steht. Der Tourismus entwickelt sich immer stärker. Beliebte Reiseziele sind die Brücken von Mostar und Višegrad, die beide auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen, die Festungsanlage von Počitelj und das Amphitheater in Banja Luca. Des Weiteren verfügt das Land über beeindruckende Naturlandschaften und eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Diese kann man in den Nationalparks Sutjeska und Kozara, an der Buna-Quelle, den Kravica-Wasserfällen und im größten Naturreservat für Sumpfvögel in Europa bestaunen. 

Rechtsanwälte in Bosnien-Herzegowina

In Bosnien und Herzegowina muss man als Rechtsanwalt (Attorney) Mitglied der Anwaltskammer sein. Es gibt die föderale Anwaltskammer und fünf regionale Unterkammern in Bihac, Mostar, Sarajevo, Tuzla und Zenica. Es herrscht nur bei Strafverfahren mit Haftstrafen über 5 Jahren sowie einem hohen Streitwert Anwaltszwang. In Bosnien und Herzegowina sind rund 800 Rechtsanwälte tätig.

Um in Bosnien und Herzegowina als Rechtsanwalt tätig werden zu dürfen ist ein Jurastudium an einer Landesuniversität nötig. Dabei gibt es auffällige Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Universitäten, einen guten Ruf hat etwas die Universität Sarajevo. Der angestrebte Abschluss ist das Staatsexamen an das ein Referendariat anschließt. Danach kann eine Mitgliedschaft als sogenannter „law trainee“ in einer der regionalen Anwaltskammern beantragt werden.