SERBIEN: Wesentliche Gesetzesänderungen im Liegenschaftskataster – Neue Eintragungs- und Registrierungsverfahren
Reform des Eintragungsverfahrens in das Liegenschaftskataster
Im serbischen Immobilienrecht sind jüngst bedeutende Novellierungen der maßgeblichen Gesetzgebung in Kraft getreten, namentlich des Gesetzes über die staatliche Vermessung und das Liegenschaftskataster sowie des Gesetzes über das Verfahren zur Eintragung in das Liegenschafts- und Infrastrukturkataster. Diese Änderungen führen maßgebliche Reformen im Ablauf der Eintragung von Grundstücken und Immobilien im Liegenschaftskataster ein und verfolgen insbesondere das Ziel einer digitalisierten und transparenten Verfahrensführung.
- Elektronischer Eintragungsantrag (E-Schalter)
- Seit Inkrafttreten der Novelle ist der Antrag auf Eintragung in das Liegenschaftskataster zwingend in elektronischer Form über den sogenannten E-Schalter zu stellen.
- Antragsberechtigt sind ausschließlich professionelle Nutzer, insbesondere Rechtsanwälte, die in einer entsprechenden Liste geführt werden.
- Die Einreichung des Antrags erfolgt über ein elektronisches Formular; eine persönliche Antragstellung bei der Katasterbehörde ist nicht mehr vorgesehen. Somit wird das Verfahren standardisiert, vereinfacht und die physische Anwesenheit vor den Katasterämtern obsolet.
- Einheitliche Registrierungsnummer für Immobilien (JMBN)
- Die Einführung einer einheitlichen Registrierungsnummer für Immobilien („JMBN“) stellt eine zentrale Neuerung dar.
- Die JMBN wird individuell und automatisch durch das geodätische Katasterinformationssystem vergeben und begleitet das Objekt über dessen gesamten Lebenszyklus.
- Damit trägt die Novellierung wesentlich zur Rechtssicherheit sowie zur Zuverlässigkeit der Katasterdaten bei und schafft Transparenz für potenzielle Erwerber von Immobilien.
III. Prioritätsabweichung bei Enteignungsverfahren
- Ergänzend sieht das neue Recht Abweichungen bei der Prioritätsreihenfolge zur Entscheidung über Eintragungsvorgänge im Falle von Enteignungen oder Verfahren zu Enteignungszwecken (wie Teilung oder Flurbereinigung) vor.
Effizienzsteigerung und Erweiterung des Infrastrukturkatasters
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- Beschleunigte Eintragung und Bündelung von Immobiliendaten
- Die Änderungen des Gesetzes über die staatliche Vermessung und das Liegenschaftskataster dienen gezielt der Verfahrensbeschleunigung und Präzisierung der bestehenden Normen.
- Das Gesetz erlaubt eine zentrale Erfassung sämtlicher Infrastruktureinrichtungen sowie unterirdischer Anlagen in einem einheitlichen Infrastrukturkataster.
- Informationen zu sämtlichen Objekten – einschließlich unterirdischer Immobilien – können so an zentraler Stelle gebündelt und grafisch dargestellt werden, was insbesondere für Raumplanung und Informationsbeschaffung einen wesentlichen Fortschritt bedeutet.
- Klarstellung des Infrastrukturbegriffs
- Das Gesetz definiert den Begriff der Infrastruktureinrichtungen und differenziert zwischen unterirdischer und oberirdischer Infrastruktur der Bereiche Verkehr (Straße, Wasser, Luft), Anlagen, elektronische Kommunikationsnetze sowie dazugehörige Ausstattungen.
- Unter einer unterirdischen Anlage versteht man eine vollständig unterirdisch errichtete oder teilweise überirdisch angelegte Einrichtung, sofern deren Hauptfunktion unter der Erdoberfläche verwirklicht wird.
Sanktionsmechanismus und Qualitätssicherung im Katasterwesen
- Meldepflichten für geodätische Organisationen
- Geodätische Organisationen mit entsprechender Arbeitslizenz sind verpflichtet, jede Änderung – insbesondere hinsichtlich Firmenname, Rechtsform, Sitz, Betriebsadresse, Mitarbeiterzahl, technischer Ausstattung und weiterer relevanter Aspekte – innerhalb von 15 Tagen dem Amt für Geodäsie der Republik Serbien zu melden.
- Bei Unterlassung oder unwahren Angaben droht der Organisation der dauerhafte Entzug der Arbeitslizenz.
- Ziel der Gesetzesnovelle
- Die Gesetzesänderungen dienen explizit der Erhöhung der Datenqualität, Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Immobiliendaten.
- Darüber hinaus sollen Missbrauch sowie Unregelmäßigkeiten durch geodätische Organisationen effektiv verhindert werden.
Mit der Einführung digitalisierter Eintragungsverfahren, einer einheitlichen Objektkennzeichnung und erweiterten Meldepflichten für geodätische Organisationen setzt Serbien neue Maßstäbe im Immobilien- und Katasterrecht. Die Neuregelungen stärken nicht nur die Rechtssicherheit und Effizienz, sondern bilden auch eine solide Grundlage für eine moderne, transparente Immobilienverwaltung.