11.10.2024

Lärmschutzrecht in Sachsen-Anhalt

  • Ersteller
    Diskussion
  • #397787 Antworten

    Anonym
    Gast

    Sehr geehrte/r Anwalts,

    ich wohne in Burgkemnitz, Sachsen-Anhalt, und habe ein Problem mit übermäßigem Hundegebell in meiner Nachbarschaft. Obwohl das Bellen der einzelnen Hunde rechtlich zulässig ist, ist das kollektive Bellen insgesamt unerträglich. Versuche, das Problem direkt mit den Hundebesitzern zu klären, haben nur zu Konflikten geführt.

    Laut § 84 Abs. 1 und § 89 Abs. 2 SOG LSA sind die Gemeinden für die Gefahrenabwehr zuständig. In den §§ 5 und 10 Nr. 15 der Gefahrenverordnung der Gemeinde Muldestausee sowie in § 117 OWiG ist geregelt, dass unzulässiger Lärm eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Ein Lärmprotokoll wäre wichtig für eine Anzeige wegen Ruhestörung.

    Zusätzlich kann ich zivilrechtlich gegen die Hundebesitzer vorgehen, da Hundegebell unter § 906 BGB fällt. Ich bitte um Ihre Unterstützung, um rechtliche Schritte gegen die Gemeinde und die betroffenen Hundebesitzer einzuleiten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Dustin Eirdosh

  • Autor
    Antworten
  • #425799 Antworten

    Christian R.
    Moderator

    Sehr geehrter Herr Eirdosh,

    zunächst einmal tut es mir leid zu hören, dass Sie mit übermäßigem Hundegebell zu kämpfen haben. Es scheint, dass Sie bereits einige rechtliche Grundlagen und Gesetze in Ihrer Recherche berücksichtigt haben. Ich gebe Ihnen nun Schritt für Schritt Hilfestellung, um Ihnen klarzumachen, wie Sie weiter verfahren können.

    1. **Lärmprotokoll führen**: Beginnen Sie damit, ein detailliertes Protokoll über die Lärmbelästigung zu führen. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Dauer und Intensität des Bellens. Dies kann später als Beweismittel dienen.

    2. **Gespräch mit der Gemeinde**: Da die Gemeinde für die Gefahrenabwehr zuständig ist, sollten Sie das Protokoll und Ihre Beschwerde bei der zuständigen Gemeindebehörde vorlegen. Fragen Sie gezielt nach den bestehenden Regelungen zu Hundegebell und informieren Sie sie über die Störung.

    3. **Rechtslage prüfen**: Überprüfen Sie die Gefahrenverordnung Ihrer Gemeinde Muldestausee sowie die entsprechenden Paragraphen des Ordnungswidrigkeitengesetzes (OWiG). Dies wird Ihnen helfen, fundiert auf Ihr Problem hinzuweisen.

    4. **Zivilrechtliche Schritte**: Wenn die Schritte über die Gemeinde nicht fruchten, können Sie gemäß § 906 BGB gegen die Hundebesitzer vorgehen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie eine Unterlassungsklage in Betracht ziehen. Konsultieren Sie einen Anwalt, um die besten Vorgehensweisen und Erfolgsaussichten zu erörtern.

    5. **Anwaltliche Unterstützung suchen**: Da rechtliche Auseinandersetzungen schnell komplex werden können, empfehle ich dringend, sich an einen Fachanwalt für Mietrecht oder Nachbarrecht zu wenden. Eine persönliche rechtliche Beratung kann Ihnen helfen, die besten Schritte einzuleiten.

    Hier finden Sie einen Link zur Anwaltssuche, wo Sie einen passenden Anwalt in Ihrer Nähe finden können: https://www.rechtsanwalt.com/anwaltssuche/?rechtsgebiete=Nachbarrecht

    Bitte beachten Sie, dass diese Informationen keine Rechtsberatung durch einen Anwalt ersetzen können. Eine individuelle Beratung ist unverzichtbar.

    Mit freundlichen Grüßen und viel Erfolg bei Ihrem Anliegen,

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