Rechtsanwalt Venezuela

Rechtsanwälte in Venezuela

Venezuela liegt in Südamerika und grenzt an Kolumbien, Brasilien sowie Guyana. Der Staat hat rund 30,4 Millionen Einwohner und ist somit das sechstgrößte Land in Südamerika. Den Großteil der Bevölkerung machen Mestizen aus, gefolgt von Venezolanern europäischer, afrikanischer sowie indianischer Herkunft. 96 % der Einwohner gehören der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft an, den Rest bilden einige Protestanten sowie die Zeugen Jehovas.   Insgesamt lässt sich Venezuela in vier unterschiedliche Regionen untergliedern, in die Anden, die Maracaibo-Tiefländer, die Orinoco-Ebenen sowie das Hochland von Guayana. Amtssprache Venezuelas ist Kastilisch.

Das politische Venezuela

Venezuelas Regierung ist durch einen Präsidialdemokratie gekennzeichnet. Typisch für diese Art der Demokratie ist die Gewaltenteilung zwischen der Exekutiven, der Judikativen, der Legislativen, der Bürgergewalt sowie der Wahlgewalt. Durch eine neue Verfassung wurde die Privatisierung der Erdölindustrie sowie der sozialen Sicherungssysteme verboten. Eine kostenlose Bildung der Bevölkerung wurde durch die Verfassung zudem durchgesetzt. Das Staatsoberhaupt Venezuelas bildet der Präsident. Der südamerikanische Staat ist insgesamt in 23 Bundessaaten aufgegliedert und ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, dem Lateinamerikanischen Wirtschaftssystem und der Organisation Amerikanischer Staaten.

Venezuelas Wirtschaft 

Besonders zu China und zum Iran unterhält Venezuela tiefe politische und wirtschaftliche Beziehungen. Zwischen Venezuela und den USA bestehen wirtschaftliche Abhängigkeiten. So benötigt Venezuela den amerikanischen Markt und die USA braucht das venezolanische Öl. Venezuela gehört zu den größten Erdöllieferanten in ganz Nordamerika. Die gesamte Wirtschaft des Landes ist demnach abhängig vom Hauptrohstoff Erdöl, wodurch die Hälfte der Staatseinnahmen generiert wird. Die wichtigsten Importe Venezuelas stellen Maschinen, elektrische Geräte, landwirtschaftliche sowie chemische Erzeugnisse dar. Neben den USA und China sind Mexiko, Kolumbien und Brasilien wichtige Handelspartner.

Kulturelle und bildungspolitische Besonderheiten Venezuelas

Venezuelas Bildungssystem ist durch ein staatliches und ein privates Schul- sowie Hochschulsystem gekennzeichnet. Im Jahr 2003 wurde die Universidad Bolivariana de Venezuela gegründet. Hier werden unter anderem entwicklungstechnische Studiengänge angeboten, wie beispielsweise Jura, Pädagogik, Gemeinmedizin oder Sozialarbeit. In den Armenvierteln Venezuelas wurden bolivianische Grundschulen, Vorschulen sowie Sekundarschulen gegründet, die als Ganztagsschulen ausgelegt sind. Eine Besonderheit dieser Schulen ist die Erweiterung der Lerninhalte durch die Vermittlung von Verhaltensweisen zur Bewältigung des Alltags.  

Kulturelle Sehenswürdigkeiten gibt es vor allem in der Hauptstadt Caracas. Zu den berühmtesten Bauwerken des Landes zählen die Kathedrale von Coro, die Kathedrale von Caracas, die Kathedrale von Ciudad Bolívar sowie die Chiesa de San Clemente. Auch bekannte Museen hat das Land zu bieten, unter anderem die Colección Fundación Polar, die Colección Cisneros, das Museo Alejandro Otero sowie Museo de Arte Colonial Quinta de Anauco. Ein besonderer Feiertag Venezuelas ist der 5. Juli, an dem jedes Jahr an die Unabhängigkeitserklärung, die 1811 verfasst wurde, erinnert wird. In sportlicher Hinsicht spielt Baseball eine wichtige Rolle in Venezuela, dicht gefolgt von Fußball und Basketball.

Rechtsanwälte in Venezuela

Rechtsanwälte, die in Venezuela zugelassen sind, können generell vor jedem Gericht im Land auftreten. Vor dem „Tribunal Supremo“, dem höchsten Gericht, dürfen allerdings lediglich dort zugelassene Rechtsanwälte Verhandlungen führen. Als Voraussetzung hierfür müssen sie eine fünfjährige Berufspraxis oder eine Promotion vorweisen. In allen Verfahren bis zur Urteilsverkündung besteht in Venezuela Anwaltszwang. Dies beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Vertretung direkt vor Gericht, sondern auch auf alle förmlichen Verfahren, wie beispielsweise Fälle im Bereich Steuerrecht oder Verwaltungsrecht. Eine Ausnahme stellt das Arbeitsrecht dar. Im Gegensatz zu Deutschland existiert in Venezuela keine einheitliche Gebührenregelung. Gemäß der dortigen Zivilprozessordnung darf ein Anwalt höchstens 30 % des Streitwertes als Gebühr fordern. Meist verlangt der Anwalt einen Stundenlohn. Einige venezolanische Teilgebiete besitzen festgelegte Gebührenkataloge, die von den örtlichen Rechtsanwaltskammern vorgelegt werden. Bei Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien besteht allerdings die Möglichkeit, gegen die Gebührenvereinbarung Revision einzulegen. Das Schiedsgericht entscheidet dann über die Höhe der Anwaltsentlohnung im Hinblick auf den Arbeitsaufwand oder die Komplexität des Falls.