Rechtsanwalt Rumänien

  • Iuliu Cosuletu

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  • Theodor Ricman

  • Ioana Haţegan LL.M

Rumänien

Im Südosten Europas am Schwarzen Meer gelegen, umgeben von Bulgarien, Serbien, Ungarn, der Ukraine und Moldawien, befindet sich die Republik Rumänien. Rund 22 Millionen Menschen leben in dem Land, das seit 2007 Mitglied der Europäischen Union ist. Etwa sieben Prozent der rumänischen Bevölkerung sind Ungarn. Die Hauptstadt von Rumänien ist Bukarest. Weitere größere Städte sind Cluj-Napoca, Timisoara und Iasi.

Die Landschaft Rumäniens ist geprägt von den Gebirgszügen der Karpaten und dem Donaudelta. An der Flussmündung zum Schwarzen Meer existiert ein Wildreservat, in dem zahlreiche Vogelarten beheimatet sind.

Politik und Wirtschaft

Das rumänische Staatsoberhaupt ist der Präsident, der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt wird und einmalig wiedergewählt werden kann. Für die Gesetzgebung in Rumänien ist das Parlament zuständig, welches sich aus zwei Kammern zusammensetzt: der Abgeordnetenkammer und dem Senat.

Rumänien ist reich an Bodenschätzen wie Kohle, Eisen, Öl, Erdgas, Kupfer und Bauxit. Zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes gehören die Textilindustrie, der Maschinenbau, die Metallverarbeitung und die Petrochemie. Produkte, die in Rumänien hergestellt werden, sind vor allem Halbleiter, Baustoffe, Computer und andere Elektronikartikel, IT-Technologien, Kraftfahrzeuge und Schiffe sowie Kleidung und chemische Produkte. Zu den größten Exportgütern gehören unter anderem Leder, Holz und Düngemittel. Außerdem spielt der Landwirtschaftssektor eine wichtige wirtschaftliche Rolle in Rumänien. Im großen Stil angebaut werden beispielsweise Soja, Flachs, Obst, Wein, Weizen und Sonnenblumen. Des Weiteren gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung.

In Rumänien existieren mehrere Flughäfen, von denen zwei in der Nähe von Bukarest liegen. Für die Nutzung von Straßen und Autobahnen besteht Vignettenpflicht. Außerdem gibt es ein Eisenbahnnetz, welches von der Rumänischen Staatsbahn CFR betrieben wird.

Rumänische Kultur

Die rumänische Kultur und Architektur weist verschiedene Einflüsse auf, etwa aus Ungarn und dem Balkan aber auch aus dem antiken Rom und in neuerer Zeit dem westlichen Europa. Aber es gibt auch Einzigartigkeiten.

Eine Reihe rumänischer Kulturdenkmäler wurde in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Dazu zählen die Altstadt von Sighisoara, die Moldauklöster, die Kirchenburgen in Siebenbürgen und die Festungsanlage bei Orasties. Weltweit bekannt ist Rumänien für die Dracula-Geschichten, die auf Erzählungen aus dem 15. Jahrhundert über den Grafen Vlad Dracul basieren. Vor allem die ländliche Bevölkerung ist bemüht, rumänische Sitten und Bräuche, die mehrere Jahrhunderte alt sind, zu erhalten. Zu dieser Folklore gehören Volkslieder und Tänze, Trachten, Schnitzereien, Keramik und Webkunst.

Die rumänische Küche weist ähnliche Einflüsse auf, wie die restliche Kultur des Landes. Vor allem Zutaten aus der Türkei, Griechenland, Bulgarien und Ungarn sind erkennbar. Ein weit verbreitetes Gericht ist der Maisbrei Mamaliga. Typische, rumänische Spezialitäten sind außerdem Krapfen, Kohlrouladen, gegrillte Fleischklößchen und Schweinefleischeintopf mit Knoblauch.

Rechtsanwälte in Rumänien

Um in Rumänien einer Tätigkeit als Rechtsanwalt nachgehen zu können, ist ein Studium der Rechtswissenschaft notwendig. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde das Studiensystem in Rumänien von Diplom- auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt. Sowohl der Zugang zum vierjährigen Bachelorstudium als auch die Zulassung für den ein- bis zweijährigen Master in Rechtswissenschaft ist zulassungsbeschränkt. Um an der juristischen Fakultät einer Universität aufgenommen zu werden, zählen einerseits die Abiturnote und andererseits die sprachlichen Fähigkeiten und Wirtschaftskenntnisse, die in einer Aufnahmeprüfung getestet werden. Für einen Masterplatz sind die Leistungen aus dem Bachelorstudium von Belang. Um als Rechtsanwalt in Rumänien zu arbeiten, ist ein Bachelorabschluss jedoch ausreichend. Universitäten, an denen Jura studiert werden kann, gibt es in Iaşi, Bukarest, Sibi, Cluj-Napoca und Timisoara.

Nachdem das Studium erfolgreich abgeschlossenen wurde, können sich die Absolventen bei einer der regionalen Anwaltskammern als Rechtsanwaltsanwärter registrieren lassen und mit der berufspraktischen Ausbildung beginnen. Diese Ausbildung ist ebenfalls Voraussetzung für den Anwaltsberuf, findet in Ausbildungszentren und Kanzleien statt, dauert zwei Jahre und wird mit dem Anwaltsexamen abgeschlossen. Bevor ein Anwärter den rumänischen Anwaltstitel „Avokat“ tragen darf, muss er einen Berufseid leisten.

In Rumänien ist es möglich, sich als Rechtsanwalt zu spezialisieren. Die Weiterbildung zum Fachanwalt geschieht auf freiwilliger Basis. Obligatorisch ist hingegen die Teilnahme an Fortbildungsseminaren, denn seit dem Jahr 2009 besteht für Rechtsanwälte in Rumänien Fortbildungspflicht. Für die Organisation der Weiterbildungsmaßnahmen sind die regionalen Anwaltskammern zuständig. Die rumänischen Anwaltskammern zählen etwa 17.000 niedergelassene Anwälte. Die rumänische Anwaltsunion, UNBR abgekürzt, ist der nationale Dachverband der rumänischen Anwaltschaft. Die Organisation hat ihren Sitz in der Hauptstadt Bukarest und ist unter anderem dafür zuständig, die Interessen der Rechtsanwälte zu vertreten, die Einhaltung der Berufsregeln zu überwachen und die über 41 landesweiten Anwaltskammern zu kontrollieren.