Rechtsanwalt Myanmar

Rechtsanwälte in den Myanmar

Myanmar (amtlich: Republik der Union Myanmar) ist ein Staat in Südostasien. Das Land wird häufig auch als Birma oder Burma bezeichnet, seine Hauptstadt ist Naypyidaw. Es hat rund 51,4 Millionen Einwohner und eine Fläche von 676.578 km². Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf beträgt etwa 900 USD pro Kopf, wodurch Myanmar zu den schwächeren Wirtschaften gehört. Im Land gibt es etwa 135 unterschiedliche Ethnien, mit 70% stellen die Birmanen die größte Bevölkerungsgruppe. Amtssprachen sind Englisch und Birmanisch, die verbreitetste Religion ist mit 87% der Buddhismus. Das Land ist in sieben States und sieben Divisions aufgeteilt. Dabei werden die Divisions größtenteils von der Bevölkerungsgruppe der Birmanen besiedelt, die States von Minderheiten.

Auf dem heutigen Staatsgebiet lassen sich menschliche Siedlungen bis ungefähr 3000 v.Chr. nachweisen. Um das 11. Jahrhundert herum wurde das erste birmanische Königreich gegründet, was aufgrund von Streitigkeiten mit den Mongolen zerstört wurde. An dessen Stelle traten Mitte des 14. Jahrhunderts zwei Reiche, die später wieder vereint werden konnten. Es kam zum Konflikt mit den Briten und nach zwei schweren Kriegen geriet das Land 1885 schließlich unter europäische Kontrolle. Aufgrund des Widerstandes innerhalb der Bevölkerung sahen sich die Briten gezwungen, zahlreiche Truppen zu mobilisieren, um ihre Herrschaft aufrecht zu erhalten. 1937 erhielt Myanmar schließlich eine eigene Kolonialverwaltung. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Land von Japan besetzt und die Regierung übernommen. Erst die Widerstandsbewegung Anti-Fascist People’s Freedom League beendete die Besatzung und Japan den Krieg erklären. Nach einer kurzen Zeit unter britischer Herrschaft konnte Myanmar am 4. Januar 1948 in die Unabhängigkeit mit einer demokratischen Regierung entlassen werden. Im Jahr 1962 erfolgte die Machtübernahme durch den General Ne Win, der einen Staat nach sozialistischem Vorbild erschaffen wollte. 1974 wurde schließlich die Sozialistische Föderative Republik Birma ausgerufen, im Jahr 1988 entstand eine Militärdiktatur. Erst im Jahr 2011 kam es zu demokratischen Reformationsbemühungen, es fanden die ersten Wahlen seit 1988 statt und Myanmar erhielt seinen ersten Präsidenten.

Wirtschaftlich gesehen gehört Myanmar zu den ärmeren Ländern, rund 70% der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft, die Industrie befindet sich durch die Isolierung des Landes im Zuge des Militärregimes noch in der Entwicklung. Eine weitere Einnahmequelle sind die im Land vorhandenen Bodenschätze in Form von Edelsteinen, Erdöl und Erdgas. Auch der Tourismus spielt nach der Demokratisierung von Myanmar eine immer wichtigere Rolle. Beliebte Sehenswürdigkeiten sind die goldene Stupa in Rangun, die zahlreichen Sakralbauten in Bagan sowie der Goldene Fels bei Kyaikto. Auch die zahlreichen Feste ziehen viele Besucher an. Die Infrastruktur des Landes ist gut ausgebaut, es gibt 18 Flughäfen, von denen zwei internationale Flüge anbieten. Zusätzlich verfügt Myanmar über ein Eisenbahn- und Straßennetz, das Reisen innerhalb des Landes ermöglicht.

Rechtsanwälte in Myanmar

Nach den Reformen in der Landesverfassung wurde 2010 auch das neue Gerichtswesensgesetz erlassen, womit eine allgemeine Reform und Neugründung von Gerichten einherging. In Myanmar wird zwischen Richtern, Justizbeamten und Anwälten unterschieden. Bei den Anwälten gibt es höherrangige Verteidiger und Advokaten. Erstere sind lizenzierte Anwälte, die bei Verhandlungen vor Oberlandesgerichten auftreten dürfen. Die höchsten lizenzierten Anwälte sind die Advokaten, die vor dem Obersten Unionsgerichtshof auftreten dürfen. In Myanmar herrscht Anwaltszwang sobald es zu einem Gerichtsverfahren kommt, ein Mediationsverfahren kann zuvor jedoch ohne die Einschaltung eines Anwalts zur Klärung beitragen. Ein Pflichtverteidiger wird in Strafverfahren gestellt.

Um als Rechtsanwalt in Myanmar tätig werden zu können, ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Rechtswissenschaften nötig. Aufgrund des Militärregimes und der fehlenden Wirtschaft stehen bei der modernen  Ausbildung besonders die zuvor vernachlässigten wirtschaftsrechtlichen Aspekte im Mittelpunkt. In Myanmar sind rund 50.000 Rechtsanwälte tätig.