Rechtsanwalt Baurecht und Architektenrecht in Italien

Rechtsanwalt zum Baurecht und Architektenrecht in Italien

Das private Baurecht regelt – im Gegensatz zum öffentlichen Baurecht, welches die Ordnung und Förderung der baulichen Nutzung regelt – die vertraglichen und rechtlichen Beziehungen zwischen den privaten Baubeteiligten.

Baurecht

Das private Baurecht regelt die Rechtsbeziehungen der an der Planung und Durchführung eines Bauvorhabens Beteiligten, also insbesondere des Bauherrn zum Bauunternehmer, aber auch die Rechtsbeziehungen der am Bau Beteiligten zu Dritten (zum Beispiel Handwerker). Die wichtigsten Rechtsgrundlagen des privaten Baurechts finden sich insbesondere in den §§ 631 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) sowie in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB). Streitigkeiten aus dem Bereich privates Baurecht, also vor allem aus den Vertragsbeziehungen mehrerer Baubeteiligter werden regelmäßig vor den ordentlichen Gerichten (Landgericht, Oberlandesgericht, Bundesgerichtshof) ausgetragen, auch aber vor vereinbarten privaten Schiedsgerichten.

Ein Rechtsanwalt für Baurecht und Architektenrecht übernimmt für Sie beispielsweise Konzeption, Prüfung und Vertragsmanagement bei Bauwerkverträgen nach BGB und VOB/B, Architektenvertrag und Ingenieurvertrag, Generalunternehmervertrag et cetera. Darüber hinaus ist er Ihr Ansprechpartner für die außergerichtliche und gerichtliche Vertretung von Baubeteiligten im Zusammenhang mit der Sicherung bauvertraglicher Ansprüche (etwa im Rahmen eines selbständigen Beweisverfahrens), der Erstellung eines Privatgutachtens, in gerichtlichen Verfahren bei Gewährleistungsprozess und Nacherfüllungsprozess, Verfahren (Klage und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung) zur Erwirkung und Eintragung einer Bauhandwerkersicherungshypothek, des Erlasses einer einstweiligen Verfügung in Bausachen, der Stellung einer Schutzschrift, im Rahmen eines Schiedsverfahrens in Bausachen und jeglichen anderen gerichtlichen Verfahren in Bausachen, wie Werklohnklagen.

Außerdem beantwortet ein Rechtsanwalt für Baurecht und Architektenrecht Fragen zu Haftung bei Baumangel, Bauverzögerung, Gewährleistung, Vertragsstrafe, Schadenersatz et cetera und bei der Nachtragsprüfung und der Nachtragsabwicklung.

Architektenrecht

Das Architektenrecht ist das Berufsrecht der Architekten und Ingenieure. Als Teil des Baurechts gibt das Architektenrecht die Rechte und Pflichten der Architekten gegenüber dem Auftraggeber vor. Schwerpunkt von Rechtstreitigkeiten im Architektenrecht sind Honorarforderungen des Architekten sowie Haftungsfragen wegen Planungsfehler und/oder Bauüberwachungsfehler des Architekten.

Am bekanntesten ist die HOAI, die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, die allerdings – wie der Name sagt – nur das Honorar regelt, und zwar, was oft nicht bekannt ist oder missachtet wird, als bindende Vorschrift. Die eigentliche Berufstätigkeit der Architekten richtet sich meist nach dem Werkvertragsrecht des BGB bzw. dem individuellen Architektenvertrag zwischen dem Architekt und dem Bauherrn.

Ein Rechtsanwalt für Baurecht und Architektenrecht vertritt sowohl Architekten wie auch Bauherrn in allen Fragen des Architektenrechts, also von der Vertragsgestaltung über Honorarfragen bis zu Haftungsfragen (Baumängel, Bausummenüberschreitung, Bauzeitüberschreitung), die auf Seiten des Architekten in der Regel mit dessen Versicherung abgestimmt werden.

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Rechtsanwälte in Italien

Nach Angaben der Consiglio Nazionale Forense, der italienischen Rechtsanwaltskammer, sind in Italien rund 200.000 Rechtsanwälte tätig. Diese sind in der Regel Freiberufler und befugt, Ihre Mandanten in rechtlichen Belangen sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich zu vertreten.

Um in Italien Rechtsanwalt zu werden, ist ein fünfjähriges Studium der Rechtswissenschaften vonnöten. Dieses gliedert sich auf in ein dreijähriges Grundstudium und eine zweijährige Spezialisierungsphase, in welcher der Student entscheiden kann, ob er nach Abschluss seines Studiums als Rechtsanwalt, Notar oder Richter tätig werden will. Den Weg zum Rechtsanwalt können Italiener nach Erlangen des allgemeinen Abiturs bzw. eines Fachabiturs beispielsweise an den Universitäten von Rom, Neapel, Turin, Florenz, Bologna etc. beschreiten.

Nach vollendetem Jurastudium verlangt die Consiglio Nazionale Forense ein zweijähriges Praktikum bei einem Anwalt, bevor sie die Zulassung als Rechtsanwalt erteilt. Verkürzt werden kann dieses Praktikum durch den parallelen Besuch einer Anwaltsschule. Nach dieser Phase muss sich der Anwaltsanwärter noch einer schriftlichen und mündlichen Prüfung unterziehen, bevor er in die Anwaltschaft aufgenommen wird und sich als Rechtsanwalt in Italien niederlassen darf.

Wer an den höchsten Gerichten in Italien antreten möchte, muss zusätzlich noch mindestens 12 Jahre Berufserfahrung vorweisen können oder eine gesonderte Prüfung absolvieren.