Rechtsanwalt Estland

Rechtsanwälte in Estland

Estland liegt in Nordeuropa und bildet den nördlichsten Staat im Baltikum. Das Land grenzt an Russland, Lettland sowie westlich und nördlich an die Ostsee. Estland ist seit 1991 ein unabhängiger Staat und zudem Mitglied der Vereinten Nationen. Seit 2004 ist Estland  Mitglied der EU und außerdem der NATO, des Europarates sowie der OSZE. Einwohner zählt Estland rund 1,3 Millionen, von denen die Mehrheit estnisch ist. Mit rund 25 Prozent bilden die Russen in Estland eine starke Minderheit. Außerdem leben Ukrainer, Weißrussen sowie Finnen in diesem nordeuropäischen Land. Die meisten Esten gehören keiner Konfession an, nur einige Wenige folgen dem christlichen Glauben, vorwiegend dem evangelischen und dem orthodoxen.

Politische und Wirtschaftliche Fakten Estlands

Estland stellt eine parlamentarische Republik dar, bei der die gesetzgebende Gewalt von der Staatsversammlung ausgeht. Das Staatsoberhaupt der Republik bildet der Präsident, der estländischer Staatsbürger sein und das 40. Lebensjahr vollendet haben muss. Eine Besonderheit bei den Amtswahlen in Estland ist die Möglichkeit der Wahlbeteiligung per SMS oder Internet.

Das wirtschaftliche Treiben des Landes findet vorwiegend im Großraum rund um Tallinn statt. Hier erwirtschaftet das Land rund 70 % des Bruttoinlandsproduktes im Bereich Handel. Das Zentrum der landwirtschaftlichen Aktivitäten befindet sich in Zentral- und Südostestland. Im Industriesektor sind insbesondere die Papier-, die Holz-, die Möbel- sowie die Nahrungsmittelindustrie bedeutsam. Auch die Maschinen-, Elektro- und Fahrzeugteilebauindustrie verzeichnet starken Zuwachs. Zu den wichtigsten ausländischen Investoren zählen unter anderem die Swedbank, die Tolaram und die HK Ruokatalo. Schweden, Finnland, Litauen sowie Lettland stellen wichtige Handelspartner Estlands dar. Deutschland bildet zudem einen wichtigen Handelspartner, denn 8 % der Exporte Estlands landen hier und 13 % der Importe Estlands stammen aus Deutschland. Estland exportiert hauptsächlich Maschinen, Holz, Textilien, Metalle sowie Nahrungsmittel.

Das Bildungswesen und die kulturellen Besonderheiten Estlands

In Estland befinden sich insgesamt zwölf anerkannte Universitäten, von denen fünf privat und sieben staatlich sind. Außerdem gibt es noch 26 weitere Hochschulen, an denen studiert werden kann. Die einzige Volluniversität und gleichzeitig älteste in Estland ist die Universität Tartu. Nachdem die Unabhängigkeit erlangt wurde, ersetzte man Russisch als erste Fremdsprache durch das Englische. Der Englischunterricht findet in vielen Städten Estlands bereits im Kindergarten statt.

Die Kultur Estlands orientiert sich stark an ihrem Nachbarn Finnland und ist vorwiegend westlich ausgerichtet. Es bestehen vielfältige Kooperationen mit deutschen Universitäten und evangelischen Kirchen. Diese Kooperationen beeinflussten unter anderem auch die Literatur des Landes, denn es wurde nicht nur in Estnisch, Lettisch oder Finnisch geschrieben, sondern auch in Russisch, Griechisch, Latein oder Französisch.

Rechtsanwälte in Estland

Auch Estlands Bildungspolitik wurde vom Bolognaprozess beeinflusst. Nach drei Jahren Studienzeit erreichen die Jura-Studenten somit ihren Bachelor, nach zwei weiteren Jahren haben sie ihr Masterstudium absolviert. Als Rechtsanwalt werden die Absolventen nach dem Master-Abschluss tätig. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen haben, bewerben sich die Anwälte bei der Anwaltskammer. Hier müssen sie eine Aufnahmeprüfung bestehen, die sowohl schriftlich als auch mündlich stattfindet. Daran schließt sich eine mindestens zweijährige Assistenzanwaltschaft in einer Kanzlei an, in welcher sie von einem erfahrenen Anwalt ausgebildet werden. Sobald sie diese praktische Zeit hinter sich haben, erfolgt eine weitere Prüfung ebenfalls vor der Anwaltskammer. Wenn die Juristen auch diese bestanden haben, dürfen sie sich Senior-Assistenzanwalt nennen. Hierdurch wird ihnen das Stimmrecht innerhalb der anwaltlichen Generalversammlung erteilt. Nach nochmals zwei weiteren Jahren dürfen sie dann als selbständiger Anwalt tätig sein.