fbpx

Rechtsnews

So will die Bundesregierung Stalking-Opfer besser schützen

Stalker machen ihren Opfern das Leben zur Hölle. Es werden jedoch nur die wenigstens Täter verurteilt. Das liegt vor allem daran, dass eine schwerwiegende Beeinträchtigung vorliegen muss. Das Bundeskabinett hat sich deshalb auf eine Gesetzesänderung verständigt, welche die Bestrafung der Täter erleichtern soll.

Was ist Stalking und wie viele Menschen sind davon betroffen?

Stalking beschreibt das wiederholte Verfolgen und Belästigen einer Person. Dazu zählt alles von der Bombardierung des Opfers mit Anrufen bis hin zur physischen Verfolgung.
Stalking entwickelt sich in vielen Fällen sogar hin zu körperlicher Gewalt. Die Opfer leiden infolge des Stalking oftmals unter schwerwiegenden psychischen Folgen.
Unter Berufung auf eine Studie des Mannheimer Zentralinstituts für seelische Gesundheit, gab die Polizei auf Nachfrage an, dass in Deutschland etwa zwölf Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben gestalkt werden. Im Jahr 2019 wurden in der polizeilichen Kriminalstatistik mehr als 18.900 Fälle erfasst. Nach Überzeugung von Verbänden und Beratungsstellen liegt die Dunkelziffer aber noch weit höher. Denn viele Opfer bringen strafbares Verhalten aufgrund von persönlichen Beziehungen zum Täter nicht zur Anzeige. 80 Prozent der Betroffenen sind dem gemeinnützigen Verein Weisser Ring zufolge Frauen. Etwa 80 Prozent der Täter sind Männer. Dennoch sind auch Männer vor Stalking nicht gefeit und sind ebenfalls dazu aufgerufen sich im Falle von Stalking professionelle Unterstützung zu holen.
Opfer und Stalker hätten laut der Polizeistatistik in rund der Hälfte aller Fälle vorher eine intime Beziehung gehabt. Wenn jemand zum Beispiel einen Ex-Partner verfolgt oder ihn immer wieder mit Telefonanrufen terrorisiert oder ihm auflauert, zählt dies ebenso als Stalking wie Terror durch einen Fremden.

Wer macht sich künftig strafbar?

Seit 2007 ist Stalking bereits strafbar. An dem Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe soll sich auch durch die Neuerung nichts ändern. Stalking-Opfer sollen in Zukunft jedoch besser geschützt und eine Verurteilung der Täter soll erleichtert werden. Hierzu brachte das Bundeskabinett eine Gesetzesänderung auf den Weg.
Jedes Jahr gibt es Tausende Tatverdächtige in Stalking-Fällen. Wer einem Menschen nachstellt, in einer Weise, die sein Leben schwerwiegend beeinträchtigt, macht sich strafbar. Eine Verurteilung der Täter fand bislang allerdings erst dann statt, wenn ihre Nachstellungen dazu geführt haben, dass das Opfer seine Lebensführung ändert, bzw. ändern muss. Hierzu zählt beispielsweise, dass die betroffene Person wegen des Stalkings umgezogen ist. Auch ein stalkingbedingter Jobwechsel fällt darunter. Künftig sollen des Weiteren auch Verstöße gegen außergerichtliche Vereinbarungen zum Gewaltschutz strafbar sein. Bislang gilt dies nur für gerichtliche Entscheidungen. Hierunter versteht man zum Beispiel, dass sich ein gewalttätiger Mann der Wohnung seiner ehemaligen Frau nicht mehr nähern darf.
„Stalking kann Leben zerstören“, sagte Ex-Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Nicht die Opfer müssten deshalb ihr Leben ändern, sondern die Täter.
Sie benötigen rechtlichen Beistand oder möchten sich über Ihre Rechte beraten lassen? Auf rechtsanwalt.com finden Sie kompetente Anwälte in Ihrer Nähe!
Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person durch Stalking bedroht wird, können Sie sich darüber hinaus auch bei der Beratungsstelle polizeiliche und psychologische Hilfe einholen.

Dieser Artikel könnte Sie ebenfalls interessieren:

„Stalking“: Kündigung wegen Belästigung von Arbeitskollegin

Lohnfortzahlung während Quarantäne?

Kostenlose Erst­einschätzung zu
So will die Bundesregierung Stalking-Opfer besser schützen erhalten

Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.

Bewährungsstrafe für Lehrerin

Teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on linkedin
LinkedIn

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

Verwandte Beiträge

Warum sie ihren PC hacken sollten – und ihr Netzwerk

Ich weiß, Sie haben Wichtigeres zu tun. Aber stellen sich vor, Sie haben keinen Zugriff mehr auf ihren Rechner. Was hätte dann Priorität? Damit sie erst gar nicht in diese Lage kommen sollten Sie diesen Artikel lesen und das ein oder andere umsetzen (lassen) von dem, was ich ihn hier beschreibe. Windows Konten knacken Es beginnt mit ganz einfachen Dingen wie dem Windows Passwort. Einerseits könnten Sie es einmal verlegen und anderseits könnte es sein, dass ein Mitarbeiter ihre Kanzlei

Anwälte als lohnendes Phishing Opfer, können sie es verhindern?

Lesedauer   ca.  5 min. Als Anwalt sind Sie ein potentielles, lohnenswertes und relativ leichtes Opfer für Phishing Attacken. Warum das so ist und was Sie dagegen unternehmen können, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.   Definition von Phishing Phishing ist ein Onlineangriff bei dem sich ein bösartiger Akteur als seriöses Unternehmen ausgibt, um Sie zu täuschen und sensible Daten (Kreditkartendaten, Benutzernamen, Passwörter,…) zu erlangen. Phishing umfasst auch psychologische Manipulationen und stellt damit auf Ihr menschliches Versagen ab. Man könnte es

Verschlüsselte Emailkommunikation mit Mandanten

Wie man die wichtigsten Sicherungen zur Email-Verschlüsselung nachrüsten kann. Wie Email grundsätzlich funktioniert Natürlich wissen Sie, dass Emails grundsätzlich unverschlüsselt und nicht authentifiziert versendet werden. Eine große Gefahr dabei sind die Einbindung von Malware und Industrie-Spionage (von der so mancher RA betroffen sein dürfte). Immerhin werden E-Mails mittlerweile zumindest transportverschlüsselt, egal ob man per IMAP oder POP3 verschickt (das sind die Internetprotokolle für das Versenden von Emails). Dafür baut der E-Mail Client eine verschlüsselte Verbindung auf (TLS). Manchmal wird auch

Sicher kommunizieren per Messenger für Anwälte?

Sollten Anwälte einen Messenger für die Kommunikation mit Mandanten einsetzen? Kennen auch Sie Strafrechtler, die ihren Mandanten als erstes ein simples Handy mit einer Prepaid-Simkarte in die Hand drücken? Natürlich ohne Internetverbindung. Gibt es dazu für Anwälte, die mit Ihren Mandanten sicher und verschlüsselt kommuniziere müssen, eine bequemeren Messenger? Einen, mit dem man auch Schriftliches zuverlässig Austauschen kann?  Fast alle nutzen mittlerweile sogenannte Messenger Apps auf ihren Smartphones. Allein für WhatsApp werden die Nutzerzahlen auf über 5 Milliarden Menschen genutzt.

Rezension »Legal Tech Strategien für Rechtsanwälte« von Dr. Frank Remmertz

Die Autoren Co-Autoren sind Astrid Auer-Reinsdorff, Kai Greve, Antje Jungk, Stephan Kopp, Tanja Nitschke, Susanne Offermann-Burckart, Susanne Reinemann, Alexander Siegmund und Tilman Winkler Einleitung Druckfrisch erhielt ich bereits im Dezember das Praxishandbuch für Rechtsanwälte rund um Legal Tech in die Hände. Es ist in acht Kapitel unterteilt und hat über 300 Seiten.  Eines vorab: Ich kann jedem Anwalt ans Herz legen das Buch zu lesen. Zumindest wenn er in einer Kanzlei arbeitet und/oder mit Mandanten zu tun hat. Das „Die

Zu diesem Thema mit einem Anwalt sprechen


15 Minuten

29
  • 15 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
  • Antwort auf eine konkrete kurze Fragestellung zu Ihrem Thema
  • Geld-Zurück Garantie


30 Minuten 

49
  • 30 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
  • Juristische Erläuterung des Problems & konkrete Tipps
  • Geld-Zurück Garantie
Meistgekauft

Schriftliche
Rechtsberatung

99
  • Rechtsverbindliche, schrifltiche Antwort eines Rechtsanwalts
  • Direkter online Dokumentenupload
  • Eine Rückfrage inklusive

So einfach geht's:

  1. Beratungspaket auswählen & buchen
  2. Optional – Rechtsgebiet auswählen
  3. Anwalt ruft Sie innerhalb weniger Stunden an

In Kooperation mit