fbpx

Rechtsnews

Schadensersatz für Diebstahl im Urlaub?

Ist der Reiseveranstalter dafür verantwortlich, wenn ein Diebstahl aus dem Hotelsafe seinen Kunden den Urlaub verdirbt? Mit dieser Frage hat sich das Amtsgericht München beschäftigt.

Was tun bei Diebstahl im Urlaub?

Ein deutsches Ehepaar hatte bei einem Reiseveranstalter eine Pauschalreise in die Dominikanische Republik gebucht. Während des Urlaubs wurden nach deren Angaben mehrere hundert Euro und US-Dollar aus dem Safe des bewohnten Hotelzimmers gestohlen. Dieser Umstand und die Tatsache, dass das Paar mehrere Stunden bei der Polizei verbracht hätte, hätten den Genuss des Urlaubs stark eingeschränkt. Auch habe es bereits vor dem Einbruch Kratzspuren an der Tür gegeben, sodass eine erneute Straftat nicht hätte ausgeschlossen werden können. Aus diesem Grund empfand das Ehepaar die Reise als mangelhaft und verlangte Schadensersatz in Höhe von 756,98 € sowie 20 Prozent des Reisetagespreises im Umfang von 167€. Dabei verwies das Paar auf die Pflicht des Veranstalters, die nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Kostenlose Erst­beratung zu
Schadensersatz für Diebstahl im Urlaub? erhalten

Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.

Einbruch ist allgemeines Lebensrisiko

Der Reiseveranstalter wies die Forderung zurück, sodass das Ehepaar mit einer Klage reagierte. Das Amtsgericht München entschied jedoch zugunsten des Veranstalters. Das Urteil wurde damit begründet, dass ein Einbruch oder Diebstahl während des Urlaubs kein Reisemangel, sondern ein allgemeines Lebensrisiko sei. In einem solchen Fall könne der Veranstalter also nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Nur, wenn das Hotel tatsächlich sicherheitsgefährdet sei und der Reisende dies nachweisen könne, hätte der Veranstalter höhere Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen. Die Angaben des Ehepaares in Hinblick auf die verkratzte Zimmertür würden in dieser Hinsicht jedoch nicht ausreichen. Aus diesem Grund sei der Veranstalter nicht verpflichtet, Schadensersatz zu leisten.

Amtsgericht München, Urteil vom 06.08.2015, Az.: 275 C 11538/15

Dies könnte Sie auch interessieren:

Reiserücktritt durch Terrorgefahr?

Urlaubsanspruch nach dem Tod

Das Wichtigste zum Urlaubsanspruch im Überblick

Teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on linkedin
LinkedIn

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

Verwandte Beiträge

Verschlüsselte Emailkommunikation mit Mandanten

Wie man die wichtigsten Sicherungen zur Email-Verschlüsselung nachrüsten kann. Wie Email grundsätzlich funktioniert Natürlich wissen Sie, dass Emails grundsätzlich unverschlüsselt und nicht authentifiziert versendet werden.

CLM-Software zur Vertragserstellung für RAe

Vertragserstellung und -Verwaltung mit CLM-Software Stand:20.04.2021 (CLM=Contract-Lifecycle Management) Die Vertragserstellung und das Pflegen von Verträgen ist die Basis für die erfolgreiche Entwicklung von Kanzleien/Anwälten und wird

Zu diesem Thema mit einem Anwalt sprechen


15 Minuten

29
  • 15 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
  • Antwort auf eine konkrete kurze Fragestellung zu Ihrem Thema
  • Geld-Zurück Garantie


30 Minuten 

49
  • 30 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
  • Juristische Erläuterung des Problems & konkrete Tipps
  • Geld-Zurück Garantie
Meistgekauft

Schriftliche
Rechtsberatung

99
  • Rechtsverbindliche, schrifltiche Antwort eines Rechtsanwalts
  • Direkter online Dokumentenupload
  • Eine Rückfrage inklusive

So einfach geht's:

  1. Beratungspaket auswählen & buchen
  2. Optional – Rechtsgebiet auswählen
  3. Anwalt ruft Sie innerhalb weniger Stunden an

In Kooperation mit