fbpx

Rechtsnews

Reiserücktritt durch Terrorgefahr?

Ein Großteil der arabischen Länder wurde seit dem Arabischen Frühling im Jahr 2011 immer
wieder von Unruhen erschüttert. Seitdem die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) an Macht
gewonnen hat, ist die Lage nicht unbedingt ruhiger geworden. Gerade für
Personen aus westlichen Ländern ist eine Urlaubsreise aus diesen Gründen nur
bedingt empfehlenswert. Zu diesem Entschluss kam auch ein Ehepaar aus Nürnberg und
wollte eine bereits gebuchte Reise nach Marokko stornieren.

Kostenlose Erst­einschätzung zu
Reiserücktritt durch Terrorgefahr? erhalten

Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.

Wann ist ein Reiserücktritt gerechtfertigt?

Das Ehepaar hatte die Reise, die im April 2015 stattfinden
sollte, bereits etwa ein Jahr vorher im Juni 2014 gebucht. Es handelte sich
dabei um eine Rundreise durch Marokko. Nachdem es zu einer Verschlechterung der
gesamtpolitischen Lage gekommen war, wollte das Ehepaar im November 2014 von
der Reise zurücktreten. Der Reiseveranstalter akzeptierte die Stornierung,
behielt jedoch die Anzahlung in Form von 20 Prozent des Gesamtpreises als
Stornogebühr ein. Das Ehepaar klagte daraufhin mit der Begründung, die Reise
sei durch höhere Gewalt nicht durchführbar gewesen. Zur Begründung führte es
an, dass es mehrere Terroraktionen gegeben habe und auch die Gefahr einer Ebola-Epidemie bestehe. Über diese und
weitere Risiken seien sie vom Veranstalter weder in schriftlicher noch in
mündlicher Form aufgeklärt worden.

Terrorwarnung und Ebola sind keine höhere Gewalt

Dieser hielt dagegen, dass die Gefahren bereits seit dem
Frühjahr 2011 bekannt gewesen seien. Außerdem habe im Fall der Reise keine
direkt feststellbare Gefahr bestanden. Auch die Gefahr einer Ausbreitung von
Ebola sei bereits bei der Buchung der Reise bekannt gewesen. Das Arbeitsgericht
in München gab dem Veranstalter Recht. Die Richter führten an, dass die
Gefahren seit dem Frühjahr 2014 unter anderem über die Seite des Auswärtigen
Amtes und die medialen Berichterstattungen bekannt gewesen seien. Als höhere
Gewalt könne man nur unerwartet auftretende Ereignisse wie etwa
Naturkatastrophen bezeichnen. Der Veranstalter habe seine Aufklärungspflicht nicht
verletzt, da er die Sicherheitslage nicht richtig habe einschätzen können.

Kann man eine Reise wegen einer Terrorwarnung stornieren?

Ein Reiserücktritt ohne anfallende Stornierungsgebühren ist
demnach nur möglich, wenn die Reise durch höhere Gewalt erschwert wurde. Wenn
die Gefahren jedoch bereits bei der Buchung bekannt waren, kann man nicht mit
einer gebührenfreien Stornierung rechnen. Im Fall einer Reise nach Paris hängt
es vom jeweiligen Veranstalter ab, ob eine Reise kostenfrei storniert werden
kann. Da die Ereignisse nach Ansicht einiger Experten jedoch nicht vorhersehbar
waren, haben die meisten Reisenden Anspruch darauf, den Reisepreis erstattet zu
bekommen. Hinzu kommt, dass zahlreiche Sehenswürdigkeiten geschlossen wurden
und die Reiseleistung somit in einigen Fällen nicht erbracht werden kann.

Quelle: Arbeitsgericht
München, Urteil vom 28.08.2015, Az. 231 C 9637/15

Das könnte Sie auch interessieren:

Zahlung mit Kreditkarte bei Reiserücktrittsversicherung

Reiserücktritt greift auch bei betrügerischem Verhalten des Veranstalters

Frankreich reagiert auf Terroranschläge

Belgien geht gegen Terroristen vor

Teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on linkedin
LinkedIn

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

Verwandte Beiträge

Sicher kommunizieren per Messenger für Anwälte?

Sollten Anwälte einen Messenger für die Kommunikation mit Mandanten einsetzen? Kennen auch Sie Strafrechtler, die ihren Mandanten als erstes ein simples Handy mit einer Prepaid-Simkarte in die Hand drücken? Natürlich ohne Internetverbindung. Gibt es dazu für Anwälte, die mit Ihren Mandanten sicher und verschlüsselt kommuniziere müssen, eine bequemeren Messenger? Einen, mit dem man auch Schriftliches zuverlässig Austauschen kann?  Fast alle nutzen mittlerweile sogenannte Messenger Apps auf ihren Smartphones. Allein für WhatsApp werden die Nutzerzahlen auf über 5 Milliarden Menschen genutzt.

Testsieger der Passwort Manager für Anwälte und Andere

Stand 12.02.2021 Warum braucht man einen Passwortmanager? Solange es noch noch kein hardwarebasiertes, automatisches Anmelden gibt (FIDO2), müssen wir alle noch Passwörter verwenden, um uns einzuloggen. Da wir idealerweise für jedes Login ein eigenes Passwort einsetzen sollten, ist so ein Tool sehr hilfreich, wir wir im Folgenden sehen werden. Schliesslich verwaltet es für uns sicher und bequem alle zu sichernden Informationen, ggf. nicht nur Passwörter, sondern auch Notizen und Dokumente. Sind Passwort-Manager sicher? Unsere unten gesteten ja! Weil Sie komplexe

Warum sie ihren PC hacken sollten – und ihr Netzwerk

Ich weiß, Sie haben Wichtigeres zu tun. Aber stellen sich vor, Sie haben keinen Zugriff mehr auf ihren Rechner. Was hätte dann Priorität? Damit sie erst gar nicht in diese Lage kommen sollten Sie diesen Artikel lesen und das ein oder andere umsetzen (lassen) von dem, was ich ihn hier beschreibe. Windows Konten knacken Es beginnt mit ganz einfachen Dingen wie dem Windows Passwort. Einerseits könnten Sie es einmal verlegen und anderseits könnte es sein, dass ein Mitarbeiter ihre Kanzlei

Hacker bei der Arbeit

BSI setzt Alarmstufe „Rot“ für MS-Exchange Server (2021)

Sollten Sie einen  MS-Exchange Server in Ihrer Praxis oder Kanzlei betreiben, so ist sehr wahrscheinlich auch bei Ihnen Alarmstufe „Rot“ angesagt. Bereits Anfang März 21 nutzt eine Hacker Gruppe namens Hafnium vier Sicherheitslücken in Microsoft Exchange Server und konnte damit hunderttausende Server angreifen. Daraufhin führte Microsoft einen Dienst ein der Emergency Mitigation (EM) heißt. Dieser schaltet angreifbare Funktionen ab und meidet die Folgen von etwaigen Angriffen. Der neue Dienst rollt sich automatisch auf die Server aus und wird direkt ausgeführt. Zum Beispiel blockiert

Anwälte als lohnendes Phishing Opfer, können sie es verhindern?

Lesedauer   ca.  5 min. Als Anwalt sind Sie ein potentielles, lohnenswertes und relativ leichtes Opfer für Phishing Attacken. Warum das so ist und was Sie dagegen unternehmen können, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.   Definition von Phishing Phishing ist ein Onlineangriff bei dem sich ein bösartiger Akteur als seriöses Unternehmen ausgibt, um Sie zu täuschen und sensible Daten (Kreditkartendaten, Benutzernamen, Passwörter,…) zu erlangen. Phishing umfasst auch psychologische Manipulationen und stellt damit auf Ihr menschliches Versagen ab. Man könnte es

Zu diesem Thema mit einem Anwalt sprechen


15 Minuten

29
  • 15 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
  • Antwort auf eine konkrete kurze Fragestellung zu Ihrem Thema
  • Geld-Zurück Garantie


30 Minuten 

49
  • 30 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
  • Juristische Erläuterung des Problems & konkrete Tipps
  • Geld-Zurück Garantie
Meistgekauft

Schriftliche
Rechtsberatung

99
  • Rechtsverbindliche, schrifltiche Antwort eines Rechtsanwalts
  • Direkter online Dokumentenupload
  • Eine Rückfrage inklusive

So einfach geht's:

  1. Beratungspaket auswählen & buchen
  2. Optional – Rechtsgebiet auswählen
  3. Anwalt ruft Sie innerhalb weniger Stunden an

In Kooperation mit