Wie hoch ist der aktuelle Mindestlohn 2019?

Verfasst von Raphaela Nicola am 26. Juli 2019

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Gemäß Mindestlohngesetz (MiLoG) muss der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt werden. Im Juni 2018 hatte die Mindestlohn-Kommission empfohlen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten zu erhöhen. Die Bundesregierung ist diesem Vorschlag per Verordnung gefolgt.

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Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro gestiegen und wird zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro angehoben.

Ab Januar soll es für vier Millionen Beschäftigte des Niedriglohnsektors mehr Geld geben. Es wird eine Erhöhung um 34 Cent pro Stunde von der Mindestlohnkommission empfohlen.

Sind die Gewerkschaften zufrieden?

Künftig bekommen Arbeitnehmer regelmäßig einen höheren Mindestlohn. Zum 01.01.2017 steigt die Lohnuntergrenze von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro brutto pro Stunde.  Jan Zilius ist der Vorsitzende der Kommission  (war ehemaliger Arbeitsdirektor des Energiekonzerns RWE) sagt: „Die Höhe der Anpassung orientiert sich nachlaufend an der Tarifentwicklung.“ Die neue Lohnuntergrenze ist zwar noch von der geschäftlichen Zielmarke von 10 Euro entfernt. Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer, außer für Langzeitarbeitslose nach einer Arbeitsaufnahme in den ersten sechs Monaten.
Für Azubis, Menschen mit Pflichtpraktikum oder Praktikum unter drei Monaten gibt es keinen Mindestlohn. Damit will man sicher stellen, dass auch weiterhin solche Stellen angeboten werden. Denn es ist keine Frage, dass Praktikanten dem Unternehmen eher Geld kosten, als bringen.

Woran orientiert sich die Höhe des Mindestlohns?

Die Höhe des Mindestlohns wird alle zwei Jahre von der Kommission, die frei von politischer Einflussnahme entscheiden soll, neu festgelegt. Die vorangegangene Entwicklung der Tariflöhne ist dabei die Basis. Im Kern orientiert sich die Kommission an der Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns, also am Tarifindex. Es fließen rund 500 Tarifverträge in den Index, den das Statistische Bundesamt ermittelt, ein. Seit Anfang 2015 sind die Löhne und Gehälter um durchschnittlich 3,2 Prozent gestiegen. Die Kommission hat einen eigenen Entscheidungsspielraum und berücksichtigte ebenfalls den jüngsten Abschluss für den öffentlichen Dienst. Bis zuletzt war dies zwischen dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerlager umstritten. Des Weiteren sollte bei der Erhöhung, nach den Vorgaben des Gesetzgebers, berücksichtigt werden, dass die Beschäftigung nicht bedroht wird. Der Sozialverband VdK kritisierte die Erhöhung als unzureichend. VdK-Präsidentin der Deutschen Presse-Agentur, Ulrike Mascher, sagte: „Der Mindestlohn soll deutlich erhöht werden und sicherstellen, dass Beschäftigte in Vollzeit mit dem Arbeitseinkommen für ihren Lebensunterhalt sorgen können und eine angemessene Alterssicherung über dem Grundsicherungsniveau aufbauen können.“ Viele Vertreter von Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft hatten vor der Einführung des Mindestlohns vor dem Verlust vieler Arbeitsplätze gewarnt. Hierbei waren anschließend vor allem Minijobs betroffen. Zudem hatten Arbeitgeber einiger Branchen eine Unmenge an Bürokratie gefürchtet. Grund dafür war die zur Ermittlung des Mindestlohns pro Stunde genau zu dokumentierende Arbeitszeit.
Quellen:
  • Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns
  • http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article156659224/Ab-Januar-gibt-es-8-84-Euro.html
  • http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/gesetzlicher-mindestlohn-ab-2017-auf-8-84-euro-erhoeht-14313338.html
  • http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/gesetzlicher-mindestlohn-steigt-2017-auf-8-84-euro-pro-stunde

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