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Unter der Scheidung eines Ehepaars leiden häufig die gemeinsamen Kinder. Dass nicht nur die gemeinsamen Kinder, sondern auch die gemeinsamen Hunde leiden können, zeigte sich kürzlich in einem Verfahren, das vor dem Oberlandesgericht Nürnberg verhandelt wurde. Zentrale Frage des Verfahrens war, ob man zuvor gemeinsam gehaltene Hunde trennen darf.

Ehe geschieden – was soll mit den Hunden geschehen?

Die mittlerweile getrennten Eheleute hielten in ihrem Haushalt zuletzt sechs Hunde gemeinsam. Die Ehefrau holte die Hunde nach ihrem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung zu sich. Zwei der Hunde starben kurze Zeit später an  Altersschwäche, so dass noch vier Hunde übrig blieben. Im Rahmen des Gerichtsverfahrens zur Auseinandersetzung des Hausrates der getrennt lebenden Eheleute verlangte der Mann, dass die Frau ihm zwei der verbliebenen vier Hunde überlassen solle. Das Amtsgericht entschied jedoch, dass die Hunde bei der Frau verbleiben sollen. Hiergegen legte der Mann Rechtsmittel ein, so dass der Fall schließlich vor dem Oberlandesgericht landete.

Wer bekommt nach der Ehe die Hunde?

Das Gericht stellte zunächst klar, dass es sich bei den Hunden zwar um Lebewesen handelt, dass sie rechtlich aber dennoch wie Haushaltsgegenstände im Sinne des § 1361a BGB behandelt werden müssen. § 1361 a Abs. 2 BGB verlangt, dass „Haushaltsgegenstände, die den Ehegatten gemeinsam gehören“, „nach den Grundsätzen der Billigkeit“ zwischen den Geschiedenen aufgeteilt werden sollen. Vor dem Hintergrund dieser gesetzlichen Forderung versuchte das Gericht zunächst herauszufinden, welcher der beiden Ehepartner das größere Interesse an den Hunden gehabt habe. Hier konnte jedoch nicht festgestellt werden, ob einer der beiden tatsächlich ein größeres Interesse hatte. Letztlich wogen für das Gericht tierschutzrechtliche Überlegungen am schwersten. Für die Hunde selbst sei eine Aufteilung auf die Ehepartner nicht zumutbar, da dies nach dem Wegfall des Ehemanns aus ihrem „Rudel“ und danach dem Tod der zwei anderen Hunde ein erneutes Zerreißen ihrer Gruppe bedeutet hätte. Die Beschwerde des Mannes gegen die erstinstanzliche Entscheidung wurde daher abgewiesen – die Hunde werden in Zukunft alle vier bei der Frau bleiben können.
Quellen:


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