Aufsteigende Himmelslaternen am nächtlichen Firmament

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Wenn die Hochzeit zum Albtraum wird

Verfasst von am 16. November 2015 in Allgemein

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden, doch die romantischen Himmelslaternen eröffneten stattdessen ein Feuerinferno. Die aufsteigenden Lichter am Himmel bringen dem Ehepaar Glück und Gesundheit. Dass sich die harmlosen Laternen auf diese Weise entzünden würden, damit hatte auf der Hochzeitsfeier niemand gerechnet. Doch ist es überhaupt erlaubt, die Laternen fliegen zu lassen? Und wer kann für den Brand zur Verantwortung gezogen werden?

Brand auf Hochzeit durch Himmelslaternen

Die Hochzeitsfeier eines frisch vermählten Ehepaares sollte ihren Höhepunkt mit dem Steigenlassen von vier chinesischen Himmelslaternen erreichen. Kurz nachdem diese in den Himmel aufgestiegen waren, fing jedoch die Steganlage eines Yachthafens am Rhein, der sich ungefähr 300 Meter entfernt befand, Feuer. Der Brand musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Die Brandursache kann nicht auf einen technischen Defekt zurückgeführt werden. Aufgrund der entstandenen Schäden haben die Miteigentümer des Yachthafens nun die Mutter der Braut angeklagt und fordern von ihr Schadensersatz. Die Mutter hatte die besagten Himmelslaternen gekauft.

Haben die Opfer Anspruch auf Schadensersatz?

Die Klage wurde vom Landgericht Koblenz mit der Begründung abgewiesen, dass sich zur gleichen Zeit noch andere Himmelslaternen in der Luft befanden. Diese hätten Personen, die nicht zur Hochzeitsgesellschaft zählten, von einem anderen Ort aufstiegen lassen und somit ebenfalls den Brand verursachen können. Dagegen hat der Kläger allerdings Berufung eingelegt, woraufhin das Urteil abgeändert und der Klage weitgehend stattgegeben wurde.

Verbot von Himmelslaternen in Rheinland-Pfalz

Das Oberlandesgericht Koblenz erklärte, dass die Mutter den Hochzeitsgästen keine Laternen hätte anbieten dürfen. Dies sei zwar zum damaligen Zeitpunkt in Rheinland-Pfalz gesetzlich noch nicht verboten gewesen, allerdings hätte der Beklagten das Risiko bewusst gewesen sein müssen. Die Laternen können sehr hoch aufsteigen und brennen im Schnitt zwischen fünf und zwanzig Minuten. Eine Luftbewegung kann somit ausreichen, um die Laterne in eine falsche Richtung zu lenken. Laut Zeugenaussagen war dies auch am besagten Tag der Fall, denn die Himmelslaternen sind Richtung Rhein abgedriftet. Die Beklagte hätte außerdem aufgrund der Funktionsweise sowie der Konstruktion erkennen müssen, dass die Laternen als „fliegende Brandstifter“ einzustufen sind. Damit ist sie für die geschaffene Gefahr ebenso verantwortlich wie die Gäste, welche die Laternen mit ihrer Zustimmung fliegen ließen. Für die Schäden muss sie deshalb haften. Das Oberlandesgericht Koblenz verurteilte die Mitveranstalterin der Hochzeitsfeier deshalb zu Schadensersatzzahlungen. Mittlerweile ist die Nutzung von Himmelslaternen in Rheinland-Pfalz verboten.

  • Quelle: Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Koblenz vom 4. November 2015; AZ: 6 U 923/14

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