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Welche Bestattungsart ist in Deutschland erlaubt?

fotolia.com/Robert Hoetink

In Deutschland sterben jährlich etwa 900.000 Menschen. Diese Zahl führt vor Augen, dass es trotz der fortgeschrittenen medizinischen Versorgung und der hohen Lebenserwartung unabdingbar ist, dass sich jede Person mindestens einmal mit dem eigenen Tod oder dem Tod von Verwandten oder Freunden beschäftigen sollte. Zu dieser Beschäftigung mit dem Thema Tod gehört es auch, dass man sich ausgiebig über die Bestattungsmöglichkeiten informiert. Gerade Menschen im fortgeschrittenen Alter ist dies meist besonders wichtig. Nur durch genug Informationen ist es möglich, eine Beerdigung zu erhalten, die den eigenen Wünschen entspricht. Dabei sollte man jedoch nicht nur Regelungen und Wünsche für die Wahl des Friedhofs oder des Blumenkranzes treffen, sondern auch rechtliche Aspekte bedenken, Diese sind größtenteils in den Bestattungsgesetzen geregelt.

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Die Bestattungsgesetze in Deutschland

Die Bestattungsgesetze bilden die rechtliche Grundlage im Bereich des Bestattungswesens. Sie sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich im Hinblick auf einige Definitionen und Regelungen. Ein zentraler Aspekt ist die Bestattungspflicht, welche die nächsten Angehörigen der verstorbenen Person dazu verpflichtet, den Toten zu bestatten. Zu den Totenfürsorgeberechtigten gehören der Ehe- oder Lebenspartner, die Kinder, die Eltern, die Geschwister, die Großeltern und die Enkelkinder – in dieser Reihenfolge; Insofern sie die Volljährigkeit erreicht haben. Nach § 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) müssen der Erbe oder die Erbengemeinschaft für die Kosten der Bestattung und für die Friedhofsgebühren aufkommen. Auch wenn diese das mögliche Erbe ausschlagen, sind die Fürsorgeberechtigten zur Zahlung verpflichtet. Das ist insbesondere der Fall, wenn sie die Beerdigung in Auftrag gegeben haben, wie das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einem Urteil vom 16.10.2014 entschied (- 13 K 3019/13 -). Ist kein Verwandter oder Erbe vorhanden, richtet die jeweilige Gemeinde die Bestattung aus.

Vorgehen im Todesfall

Im Zuge der Beerdigung sollten die zuständigen Personen die jeweiligen Bestattungsfristen beachten. Ist der Todesfall eingetreten, sollten sie zunächst ein Arzt verständigen, der den Totenschein ausstellt. Im Anschluss daran muss der Tote innerhalb von 24 oder 36 Stunden in die Leichenhalle überführt werden. Die Frist unterscheidet sich je nach Bundesland. Wichtig ist dabei, dass nur ein Bestattungsunternehmen die Überführung des Leichnames durchführen darf. Aus diesem Grund sollten die Angehörigen bzw. die zuständigen Personen den Auftrag an das Bestattungsunternehmen zeitnah übermitteln. Bei Überführungen aus dem Ausland ist ein spezieller Leichenpass sowie weitere Dokumente, wie der Totenschein und eine Sterbeurkunde, vonnöten. Nach der Überführung muss der Leichnam in einer Kühlhalle aufbewahrt und vom Bestatter gewaschen und vorbereitet. Die wirkliche Beisetzung darf frühestens 48 Stunden nach dem Eintritt des Todes erfolgen, um mögliche Irrtümer, wie beispielsweise einen Scheintod, ausschließen zu können.

In vielen Fällen ist es zudem ratsam einen fachkundigen Notar oder Rechtsanwalt hinzuzuziehen, um bei allen Belangen rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Welche Formen der Bestattung sind in Deutschland erlaubt?

Innerhalb Deutschlands gibt es zwei grundlegende Bestattungsformen, aus denen sich alle anderen ableiten lassen. Bei der Erdbestattung findet der Verstorbene in einem Sarg auf einem Friedhof seine letzte Ruhe. Im Rahmen einer Feuerbestattung verbrennt der Leichnam hingegen in einem Krematorium zusammen mit seinem Sarg. Die Asche wird anschließend in einer Urne in das Grab gelegt. Etwa 45 % der Bestattungen sind Erdbestattungen, während Feuerbestattungen den größeren Anteil einnehmen. Diese Verteilung könnte der größeren Variationsmöglichkeit für Feuerbestattungen geschuldet sein, im Rahmen derer mehrere Möglichkeiten für die Bestattung der Asche vorgesehen sind.

Feuerbestattungen und ihre Möglichkeiten

Dazu gehört etwa die Seebestattung, bei der die Asche in einer wasserlöslichen Urne dem Meer, also der Nord- oder der Ostsee, übergeben wird. Diese Bestattungsform ist nicht in allen Bestattungsgesetzen enthalten, wird aber in den meisten Fällen auf Antrag bei der zuständigen Behörde genehmigt. Rund 2 % aller Bestattungen sind Seebestattungen. Neben der Seebestattung ist auch die Bestattung innerhalb der Natur möglich. Innerhalb Deutschlands ist das Verstreuen der Asche in freier Natur verboten. Dennoch gibt es die Möglichkeit, die Urne in oder unter Bäumen auf einem Friedhof oder einem sogenannten Friedwald oder Ruheforst beisetzen oder auf einer festgelegten Fläche verstreuen zu lassen.

Nicht genehmigte Bestattungsformen

Neben den in Deutschland genehmigten Bestattungsformen gibt es noch weitere Möglichkeiten, mit den sterblichen Überresten zu verfahren. Dazu gehören die Luft-, die Diamant- und die Weltraumbestattung; Ebenso wie die Mitnahme der Urne nach Hause.

Luftbestattung

Bei einer Luftbestattung wird die Asche des Verstorbenen in die Luft verstreut. Das ist im deutschen Luftraum jedoch verboten, eine Ausnahme bilden dabei lediglich einige Gebiete über der Nord- und der Ostsee.

Diamantbestattung

Im Rahmen der Diamantbestattung wird aus einem Teil der Asche in Diamant hergestellt, für die übrige Asche ist eine reguläre Bestattung nötig. Das Verfahren wird in Deutschland nicht durchgeführt. Diese Art der Bestattung ist in der Schweiz allerdings möglich. Der aus der Asche entstandene Diamant wird dann im Anschluss auf Wunsch auch nach Deutschland überführt.

Weltraumbestattung und Mitnahme der Urne nach Hause

Die Weltraumbestattung stellt eine der exzentrischsten Formen der Bestattung dar. Eine Rakete befördert bei dieser Form der Bestattung einen Teil der Asche in den Weltraum, während die Angehörigen den Rest auf herkömmliche Weise bestatten. Die Weltraumbestattung ist in Deutschland ebenfalls nicht zulässig. Ebenfalls verboten ist die in den Vereinigten Staaten verbreitete Bestattungsform in einer Urne, die Verwandte mit nach Hause nehmen. Der Grund dafür liegt in möglichen Streitigkeiten um den Toten, die den Zugang aller Verwandten zur Urne verhindern könnten.

Was muss man bei einer Bestattungsvorsorge beachten?

Ab einem gewissen Alter sollte sich jeder Gedanken über seine eigene Bestattung machen. Nachdem man sich für eine Form entschieden hat, sollten die zuständigen Verwandten informiert oder der Wunsch in einem Testament festgehalten werden. Es ist auch möglich, einen Bestattungsvorvertrag mit einem Bestattungsunternehmen abzuschließen und die Kosten schon im Voraus zu begleichen, um die Erben vor zu hohen Ausgaben zu schützen. Bei speziellen Bestattungsformen wie einer Seebestattung ist in manchen Bundesländern eine gesonderte Verfügung nötig. Ist die gewünschte Bestattungsform in Deutschland nicht erlaubt, sollten die zuständigen Personen überprüfen, inwieweit eine Überführung ins Ausland möglich ist. Für die genaueren Regelungen ist es empfehlenswert, die fachliche Meinung eines Notars oder Rechtsanwalts einzuholen.

Alles in allem gilt es bei einer Bestattung in Deutschland zahlreiche rechtliche Vorschriften zu beachten. Da sich diese je nach Bundesland unterscheiden, ist es unumgänglich, sich bereits im Voraus über die jeweiligen Regelungen zu informieren, damit der Ort der letzten Ruhe den eigenen Vorstellungen entspricht.

 

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