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Urlaub in Zeiten von Corona

©iStock/damircudic

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr waren Reisen aller Art kaum möglich bis undenkbar. Seit dieser Woche sind Urlaube und Dienstreisen innerhalb der Bundesrepublik und in bestimmte EU-Staaten allerdings wieder möglich. Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Länder ihre Tore bereits für Touristen geöffnet haben, was erlaubt ist und was Sie bei Reisen ins Ausland beachten müssen.

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In welche Länder Reisen wieder möglich sind

Die Bundesregierung hat diese Woche, in Absprache mit weiteren EU-Ländern, die bisher geltende weltweite Reisewarnung teilweise aufgehoben. Damit sind Urlaubs- und Dienstreisen in 27 Länder der EU wieder möglich. Auch Nicht-EU-Staaten, die Mitglied im Schengenraum sind, können wieder bereist werden. Diese sind: Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Auch die Grenzkontrollen werden heruntergefahren.

Die Reisewarnungen für Spanien und Schweden bleiben noch bis zum 21. Juni bestehen. Im Rahmen eines Pilotprojektes durften deutsche Touristen diese Woche allerdings bereits auf Mallorca einreisen.

Für weitere 160 Länder außerhalb von Europa wurden die Reisewarnungen kürzlich bis zum 31. August 2020 verlängert. Darunter auch beliebte Reiseziele wie die Türkei, Ägypten oder Thailand. Eine Reisewarnung stellt allerdings kein Reise-Verbot dar. Sobald die Fluggesellschaften ihren Betrieb nach und nach wieder hochfahren, sind in absehbarer Zeit Urlaube in allen erreichbaren Ländern grundsätzlich möglich.

Worauf Sie bei Auslandsreisen jetzt achten sollten

Wer sich in einem vom Robert-Koch-Institut eingestuften Risikogebiet aufhielt, kann mit einer 14-tägigen Quarantäne, bzw. „Verpflichtung zur Selbstisolation“ belegt werden. Auch hat die Bundesregierung eine weitere Rückholaktion gestrandeter Touristen bei einer zweiten Infektionswelle ausgeschlossen. Urlauber, die trotz Reisewarnung in eines der Länder fliegen, müssen sich bei einem erneuten Ausbruch also eigenständig um eine mögliche Rückreise nach Deutschland kümmern. Viele Reiseveranstalter bieten darüber hinaus keine Pauschalreisen in Länder mit bestehender Reisewarnung an.

Beschränkungen in den Urlaubsländern

Spanien

In einigen Ländern der EU müssen Touristen ebenfalls noch mit corona-bedingten Einschränkungen rechnen. In Spanien beispielsweise gilt, mit Ausnahme der Balearen, noch ein Einreiseverbot bis zum 21. Juni. Das Pilotprojekt auf Formentera, Ibiza, Mallorca und Menorca soll dazu dienen, den erwarteten Touristenansturm zu proben. Im Rahmen dessen dürfen bereits jetzt über 10.000 Urlauber aus Deutschland einreisen.

Italien

Das Land, das in Europa am stärksten von der Corona-Krise betroffen war, fährt die Tourismusbranche ebenfalls langsam aber sicher wieder hoch. Auch Kinos und Theater dürfen nun wieder öffnen und Vorstellungen anbieten. An vielen öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen, Museen oder an den Flughäfen müssen Urlauber allerdings mit Fieber-Scannern rechnen. Genau wie in Deutschland gilt auch in Italien ein einzuhaltender Mindestabstand von 1,5m gegenüber anderen Personen. Diese Abstandsbestimmung muss auch in Restaurants und am Strand umgesetzt werden. Zudem sollte man möglichst jederzeit eine Atemschutzmaske bei sich tragen.

Österreich

Im deutschen Nachbarstaat wurden die Grenzen zum 15. Juni gleichermaßen geöffnet; Es kann allerdings zu stichprobenartig Kontrollen in der Nähe der Grenzen kommen. Die Einschränkungen im öffentlichen Leben sind gering, das Tragen einer Bedeckung für Mund und Nase ist nur im öffentlichen Nahverkehr und in Klinken, sowie in Apotheken Pflicht. Für gemeinschaftliche Besuchergruppen gelten keine geforderten Abstandsregelungen und auch hoteleigene Wellnessbereiche sollen wieder für Besucher offen zugänglich sein. Kulturveranstaltungen und Freizeiteinrichtungen dürfen ebenfalls wieder besucht werden.

Frankreich

In Frankreich können Freizeitangebote ebenfalls wieder wahrgenommen werden. Der weltberühmte Eiffelturm kann ab dem 25. Juni zumindest teilweise wieder besucht werden und auch das Schloss Versailles ist bereits seit dieser Woche wieder offen. Der Louvre in Paris öffnet seine Tore für Besucher allerdings erst am 6. Juli. Einige Kulturorte haben in Frankreich zudem ein Reservierungssystem eingeführt, um vorab einen zu großen Besucherandrang zu verhindern.

Dänemark

Dänemark hat seine Grenzen seit dem 15. Juni für deutsche, norwegische und isländische Staatsbürger geöffnet. Personen mit Wohnsitz in Deutschland dürfen damit auch für Urlaubsaufenthalte wieder einreisen. Die Öffnung für Touristen aus weiteren Staaten soll Ende Juni folgen. Eine Maskenpflicht wie in Deutschland gibt es nicht. Voraussetzung für einen Urlaub in Dänemark ist allerdings eine nachweisbare Buchung von mindestens sechs aufeinanderfolgende Übernachtungen im Land, welche bei der Einreise vorgelegt werden muss. Jeder Einreisefall wird von Grenzbeamten geprüft, wobei Personen mit Krankheits-Symptomen die Einreise verwehrt ist. Für weitere Informationen rund um den Aufenthalt in Dänemark, hat die dänische Polizei außerdem eine eigene Hotline eingerichtet, die unter der +45 7020 6044 (Mo-Fr 8-16 Uhr, Sa, So 9-14 Uhr) erreichbar ist.

Kroatien

Kroatien ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. Das Land an der Adria fährt den ausgesetzten Tourismusbetrieb infolge der Corona-Pandemie erst langsam wieder hoch. Bei der touristischen Infrastruktur muss daher noch mit einzelnen Einschränkungen gerechnet werden. Für Deutsche und Bürger aus weiteren europäischen Ländern sind die Grenzen allerdings bereits wieder geöffnet. Außerhalb der Unterkünfte sollten Reisende stets einen Mund-Nasen-Schutz tragen und, wie in Deutschland, 1,5m  Mindestabstand zu anderen Personen einhalten. Darüber hinaus werden die Daten der eingereisten Personen an der Grenze registriert, um diese bei einem erneuten Ausbruch der Corona-Pandemie kontaktieren zu können. Um lange Wartezeiten an den Grenzübergängen zu vermeiden, empfiehlt die kroatische Innenministerium, die Daten bereits vorab online zu hinterlegen.

In einigen Regionen in Kroatien ist verstärkt mit bestehenden Einschränkungen zu rechnen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass die Fährverbindungen auf kroatische Inseln eingestellt werden, wenn die Infektionszahlen ansteigen. Reisende können die betroffenen Regionen in diesem Fall nicht mehr betreten oder verlassen.

Griechenland

Seit dem 1. Juli sind in Griechenland alle internationalen Flughäfen geöffnet und können aus Deutschland angeflogen werden. Zuvor waren lediglich Flüge nach Athen und Thessaloniki möglich. An den Stränden und Hotels gelten ähnliche Hygienemaßnahmen wie in Deutschland. Es ist demnach geplant Strandliegen und Sonnenschirme in Abständen von 3 Metern aufzustellen, um die Einhaltung der Abstandsregelungen zu gewährleisten. Die Einreise über den Landweg aus Bulgarien kommend ist uneingeschränkt möglich und auch der Personenverkehr über den Seeweg aus Italien kommend wird wieder hochgefahren. Die Grenzen zur Türkei, zu Nordmazedonien und zu Albanien sind aktuell weiterhin geschlossen. Es ist auch kein Personen-Fährverkehr zwischen der Türkei und Griechenland möglich.

Darüber hinaus ist seit dem 1. Juli eine Online-Anmeldung für Einreisende aus allen Ländern Pflicht. Urlauber müssen sich spätestens 48 Stunden vor der Einreise in Griechenland registrieren und bekommen im Anschluss einen QR-Code, der bei der Ankunft in Griechenland vorgewiesen werden muss. Einzelne Reisende werden nach dem Vorzeigen des QR-Codes nach der Einreise aufgefordert einen Covid-19-Test zu machen. Dieser ist kostenlos. Bis das Testergebnis vorliegt, müssen sich die betroffenen Personen allerdings an ihrem Ziel-Aufenthaltsort in Selbstisolation begeben (circa 24 Stunden). Kann der geforderte QR-Code bei der Einreise nicht vorgelegt werden, droht ein Bußgeld von bis zu 500€.

Großbritannien

Auch für Großbritannien als Nicht-EU-Mitglied wurde die Reisewarnung von der Bundesregierung aufgehoben. Einreisende müssen bei ihrer Ankunft in Großbritannien allerdings in eine zweiwöchige Quarantäne und ihre Kontaktdaten und Adresse an der Grenze hinterlassen. Verstöße gegen die Quarantänebestimmungen werden mit einem hohen Bußgeld belegt. Aus diesem Grund wird aktuell noch von Reisen auf die Insel abgeraten.

Kreuzfahrten

Das Auswärtige Amt rät Urlaubern dringend von Kreuzfahrten außerhalb der EU ab. Außerdem müssen umfassende Hygienekonzepte umgesetzt werden, um eine (erneute) Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Viele Reedereien und Veranstalter bieten aus diesem Grund kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen an.

Urlaub innerhalb Deutschlands

Viele Deutsche entscheiden sich in diesem Jahr aufgrund der unsicheren Planungssituation für einen Urlaub innerhalb der Bundesrepublik. Am 6. Mai wurde die schrittweise Öffnung der Gastronomie und des Beherbergungsgewerbes beschlossen. Auch Restaurants, Cafés und Freizeiteinrichtungen wie Zoos und Freibäder sind nun in großen Teilen wieder für Touristen geöffnet. Doch auch hier gelten unterschiedliche Bestimmungen, je nach Bundesland. Bundesweit sind Hygiene- und Abstandsregelungen sowie die geltenden Kontaktbeschränkungen zu beachten. Nähere Informationen zu den jeweiligen Corona-Regelungen in den Bundesländern sind auf der Webseite der Bundesregierung und auf der Seite des jeweiligen Landes abrufbar.

Was ist ein Risikogebiet innerhalb Deutschlands?

Ein Ort, in dem es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gibt, gilt als Risikogebiet innerhalb Deutschlands. Aktuell (Stand 06. Juli) trifft das nur auf den Kreis Gütersloh zu. Einwohner des betroffenen Gebietes dürfen deshalb momentan nur mit einem negativen Corona-Test in andere Bundesländer einreisen.

 

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