Verzweifelter Mann sitzt mit seinem Koffer am Flughafen

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Aufgrund von massiven Krankmeldungen der Kabinencrews stellt die Fluglinie TUIfly heute den Betrieb beinahe komplett ein. Das Unternehmen teilte gestern Abend mit, dass fast alle 108 Verbindungen ausfallen würden. Hiervon sind nach Angaben einer Sprecherin etwa 9.700 Passagiere betroffen.

Flugzeuge anderer Airlines gechartet

Bei den Ausfällen gehe es um 54 Flüge von Deutschland und 54 Rückflüge aus den Urlaubszielen. Um Urlauber aus den Feriengebieten nach Hause zu bringen, sollen Flugzeuge anderer Airlines gechartet werden. „Wir arbeiten weiter an Alternativlösungen, um die Gäste vor Ort aus dem Zielgebiet zurück nach Hause zu fliegen“, so das Unternehmen. „Auch in den kommenden Tagen kann es zu weiteren Flugstreichungen kommen. Die extrem kurzfristigen Krankmeldungen machen es TUI unmöglich, frühzeitiger zu informieren“, hieß es weiter.

Am Donnerstag 47 Flugausfälle

Kurzfristige Krankmeldungen des Personals hatten bereits am Donnerstag die Flugpläne auf den Kopf gestellt. Das Unternehmen musste von insgesamt 110 Flügen 47 ersatzlos streichen. Es ist unklar, ob der geplante Umbau der hochverschuldeten Air Berlin und die damit einhergehenden Veränderungen bei TUIfly ein Grund für die gehäuften Krankmeldungen sein könnten. TUIfly soll gemeinsam mit Air-Berlin-Teilen in eine neue Dachholding für Ferienflieger integriert werden. Arbeitnehmervertreter befürchten dadurch Job-Verluste und schlechte Tarifbedingungen. Air Berlin musste in den Vortagen ebenfalls Flüge streichen. Der Grund dafür war, dass ein Drittel der TUI-Flotte für Air Berlin fliegt.

Werden betroffene Passagiere entschädigt?

Der TUI-Konzern beruft sich auf höhere Gewalt. TUI Deutschland in Hannover teilte mit: „Entschädigungs- beziehungsweise Schadensersatzansprüche der Kunden entstehen dabei nicht.“ Ein Experte für Fluggastrecht widerspricht dem allerdings. Philipp Kadelbach, Mitgründer und Geschäftsführer des Flugportals Flightright sagte: „Wenn die Airlines sich bei krankheitsbedingten Personalausfällen auf höhere Gewalt berufen, ist das aus rechtlicher Perspektive schlichtweg falsch und ein Versuch, Entschädigungszahlungen nicht leisten zu müssen“.
Quellen:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Fast-alle-TUIfly-Fluege-fuer-heute-gestrichen,tuifly124.html
http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/108-fluege-gestrichen-tuifly-stellt-flugbetrieb-am-freitag-komplett-ein_id_6038302.html

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