Studium für Flüchtlinge

Verfasst von Manuela Frank am 13. Oktober 2015

Flüchtlingen soll ein barrierefreies Studium ermöglicht werden
Ⓒfotolia/elnariz

Mit der Zulassung zum Studium geht für
viele Abiturienten ein großer Traum in Erfüllung. Doch nicht nur deutsche
Schüler hegen den Wunsch, später einmal studieren zu können. Insbesondere junge
Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland einreisen, träumen davon, ein Studium
in der neuen Heimat aufzunehmen. Doch in der Praxis stellt dieser Wunsch eine große
Herausforderung dar.

Fehlende Papiere

In vielen Fällen scheitert die Bewerbung
bereits an den fehlenden Dokumenten. Die Flüchtlinge müssen neben ihrer
Identität auch ihren erlangten Schulabschluss sowie ausreichende
Deutschkenntnisse vorweisen. Dabei gilt zu beachten, dass der Reifegrad nicht
immer mit dem deutschen Abitur gleichgestellt werden kann. Generell ist es
Asylbewerbern gestattet, zu studieren, allerdings überprüfen die Behörden jedes
Mal den einzelnen Fall.   

Online-Universität durch Crowdfunding

Um den Flüchtlingen das mitunter jahrelange
Warten auf eine Zulassung für das Studium zu ersparen, kam der Berliner Student
Markus Kreßler nun auf eine innovative Idee. Er hat ein Crowdfunding-Projekt
gestartet, das Flüchtlingen den barrierefreien und schnellen Start ins Studentenleben
ermöglichen soll. So können Flüchtlinge online an der Kiron University
studieren, selbst wenn ihnen notwendige Dokumente oder die Aufenthaltserlaubnis
fehlen. 50 Ehrenamtliche haben dabei geholfen, die erste Online-Universität
speziell für Flüchtlinge zu gründen. Diese können sich kostenlos einschreiben
und benötigen keinerlei Unterlagen.  Durch
Crowdfounding sollen insgesamt 1,2 Millionen Euro eingenommen werden, um
mindestens eintausend Flüchtlingen den Bildungsweg zu ebnen.

Bildung als wichtiger Integrationsschritt

Begonnen hat das erste Semester bereits am
1. Oktober in den Fachrichtungen Ingenieurwissenschaften, BWL, Informatik,
Kulturwissenschaften sowie Architektur, die auf Englisch unterrichtet werden. Zunächst
müssen die Flüchtlinge zwei Jahre ihr Online-Studium erfolgreich absolvieren,
bevor sie im letzten Jahr an einer der 15 staatlich anerkannten
Partneruniversitäten entweder in Deutschland oder aber im Ausland
weiterstudieren. Bevor dieses Praxisjahr angetreten werden kann, müssen jedoch
die fehlenden Papiere eingereicht werden, damit die Flüchtlinge
vorschriftsmäßig immatrikuliert werden können. So haben die Asylbewerber also
genügend Zeit, um die Dokumente zu beschaffen und trotzdem mit dem Studium
beginnen zu können. Nach bestandener Abschlussprüfung erwerben die Flüchtlinge
einen allgemein anerkannten Studienabschluss. Diese Chance auf Weiterbildung
ohne Umwege ist für die Flüchtlinge von großer Bedeutung, da diese ein
wichtiger Schritt in Richtung Integration darstellt.  




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