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Oft machen Stalker ihren Opfern das Leben zur Hölle. Es werden jedoch nur die wenigstens Täter verurteilt, weil eine schwerwiegende Beeinträchtigung vorliegen muss. Das Bundeskabinett hat sich auf eine Gesetzesänderung verständigt, welche die Bestrafung der Täter erleichtern soll.  

Wer macht sich künftig strafbar?

Stalking-Opfer sollen in Zukunft durch die Bundesregierung besser geschützt und eine Verurteilung der Täter soll erleichtert werden. Hierzu brachte das Bundeskabinett vergangene Woche eine Gesetzesänderung auf den Weg. Jedes Jahr gibt es Tausende Tatverdächtige in Stalking-Fällen. Dennoch werden nur einige Hundert verurteilt. Wer einem Menschen nachstellt, in einer Weise, die sein Leben schwerwiegend beeinträchtigt, macht sich künftig strafbar. Stalker werden bislang erst dann verurteilt, wenn ihre Nachstellungen dazu geführt haben, dass das Opfer seine Lebensführung ändert. Hierzu zählen beispielsweise, dass die betroffene Person deswegen umgezogen ist oder den Job gewechselt hat. Künftig sollen des Weiteren auch Verstöße gegen außergerichtliche Vereinbarungen zum Gewaltschutz strafbar sein. Bislang gilt dies nur für gerichtliche Entscheidungen. Hierunter versteht man zum Beispiel, dass sich ein gewalttätiger Mann der Wohnung seiner ehemaligen Frau nicht mehr nähern darf. 

Was ist Stalking und wie viele Menschen sind davon betroffen?

Seit 2007 ist Stalking bereits strafbar. An dem Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe soll sich nichts ändern. Von der Polizei heißt es unter Berufung auf eine Studie des Mannheimer Zentralinstituts für seelische Gesundheit, dass in Deutschland etwa zwölf Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben gestalkt werden. 80 Prozent der Betroffenen sind dem Weissen Ring zufolge Frauen. Etwa 80 Prozent der Täter sind Männer. Opfer und Stalker hätten in rund der Hälfte aller Fälle vorher eine Beziehung gehabt. In der polizeilichen Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr 19.704 Fälle verzeichnet. Nach Überzeugung von Verbänden und Beratungsstellen liegt die Dunkelziffer aber weit höher. Wenn jemand zum Beispiel einen Ex-Partner verfolgt oder ihn immer wieder mit Telefonanrufen terrorisiert oder ihm auflauert, wird dies als Stalking bezeichnet. „Stalking kann Leben zerstören“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Die Opfer müssten ihr Leben nicht ändern, sondern die Täter. 
 
Quellen:
http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/stalking-neues-gesetz-bundesregierung-heiko-maas/
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/bundesregierung-will-schutz-vor-stalking-erhoehen-14338565.html

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