Anwalt vor Ort finden

Rechtsanwälte in Ihrer Nähe

Anwalt finden

Mit einem Anwalt sprechen

Schnell am Telefon Hilfe erhalten

Anwalt anrufen

Schriftliche Frage stellen

Rechtsanwalt antwortet schriftlich

Jetzt buchen

Was versteht man unter Schlichtung als außergerichtliche Streitbeilegung?

Soziale Medien
fotolia.com/Rido

Konflikte müssen in der heutigen modernen Zivilgesellschaft nicht immer gleich vor dem Richter enden. Mit Hilfe einer Schlichtung beispielsweise können streitende Parteien den Konflikt selbst aufgreifen und lösen. Ein am Verfahren beteiligter autonomer Vermittler soll zudem den Gesprächsablauf leiten und damit zu einer gütlichen Vereinbarung zwischen den Parteien beitragen. Im Gegensatz zu einem Gerichtsverfahren können ökonomische und persönliche Gesichtspunkte der Streitenden aufgegriffen werden.

Kostenlose Erstberatung beantragen

Ihre Daten werden, streng vertraulich, nur an einen einzigen Rechtsanwalt übermittelt.

image

Was versteht man unter einer Schlichtung?

Als Schlichtung bezeichnet man die außergerichtliche Beilegung eines Rechtsstreites. Ähnlich wie die Mediation ist auch die Schlichtung damit ein Verfahren der alternativen Streitbeilegung. Das Schlichtungsverfahren wird außerhalb des Gerichtes ausgetragen und verspricht einen schnelleren Abschluss als bei Gerichtsverhandlungen üblich. Statt dem zuständigen Gericht wird jeweils eine Schlichtungsstelle mit dem der Konfliktbeilegung beauftragt, was zur Entlastung der Gerichte vor allem bei Bagatellsachverhalten beitragen soll.

Eigenschaften des Verfahrens

Unter der Anleitung und mit Hilfe eines Vermittlers entwickeln die beiden Konfliktparteien bei der Schlichtung selbst eine einvernehmliche Lösung. In der Regel werden dabei vom Vermittler auch keine eigenen Vorschläge unterbreitet. Der Vermittler lenkt den Ablauf, etwa durch gezielte Fragen oder auch durch psychologische Methoden zur Konfliktbewältigung. Darüber hinaus kann er zur Deeskalation in besonders angespannten Konfliktsituationen beitragen und selbst Lösungsvorschläge unterbreiten. Ähnlich wie bei der Mediation wird auch dieses Verfahren beschleunigt, wenn sich beide Parteien kompromiss- und gesprächsbereit zeigen. Ein schneller Erfolg ist einerseits von der Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien abhängig, andererseits spielt auch der passende und gut qualifizierte Vermittler eine wichtige Rolle.

Seit einiger Zeit übernehmen verschiedene Rechtsschutzversicherungen auch die Kosten für eine außergerichtliche Schlichtung. Sie sollten sich allerdings vorab bei Ihrer Rechtsschutzversicherung informieren, welche Kosten diese übernimmt, da häufig nur eine bestimmte Anzahl an Schlichtungsterminen gedeckt ist.

Der Vermittler

Der eingesetzte Vermittler ist eine unabhängige und neutrale Person und hat keine Entscheidungsbefugnis. Er führt die beiden streitenden Parteien lediglich durch den Vermittlungsprozess – Er ist damit verantwortlich für den Gesprächsverlauf, kann im Gegensatz zu einem Mediator allerdings auch selbst Vorschläge zur Konfliktlösung einbringen. Der Vermittler hat allerdings darauf zu achten, dass die Parteien keine unrealistischen oder nicht umsetzbare Vereinbarungen treffen. Er sollte darüber hinaus keinerlei eigenes Interesse an dem Konflikt haben. Wird als Vermittler bei der Schlichtung ein Anwalt gewählt, hat dies zudem den Vorteil, dass er auch Informationen zur jeweiligen Rechtslage beitragen kann. Eine Liste an kompetenten und freundlichen Anwälten in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Wie läuft eine Schlichtung ab?

Statt dem Gericht ist die jeweilige Schlichtungsstelle – je nach Themengebiet – für den Ablauf zuständig. Welche einzelnen Schritte bei der Schlichtung durchlaufen werden und was Sie sonst beachten sollten, erfahren Sie hier.

Unterschiede zur Mediation

Die Mediation gilt allgemein als Sonderform der Schlichtung. Beide Verfahren zielen auf die Findung einer selbstbestimmten Win-Win-Lösung ab. Anders als bei der Mediation ist der Vermittler nicht nur für die Leitung des Gesprächsverlaufes zuständig, sondern kann auch aktiv selbst mit Schlichtungsvorschlägen zu einer Einigung beitragen.

Ziel des Verfahrens

Wie bei der Mediation ist es das grundsätzliche Ziel des Schlichtungsverfahrens die Kommunikation zwischen den streitenden Parteien wiederherzustellen. Bei der Streitbeilegung mit Hilfe der Schlichtung werden die Interessen aller beteiligten Parteien berücksichtigt. Als Ergebnis der Schlichtung sind außerdem zwei verschiedene Szenarien möglich: Zum einen können die Parteien die erarbeitete Einigung als unverbindlichen Vorschlag akzeptieren. Darüber hinaus kann jedoch auch ein sogenannter Schlichtungsvertrag aufgesetzt werden. Dieser wird von der vermittelnden Person auf Grundlage des Einigungsvorschlages niedergeschrieben und gilt bei der Billigung durch beide Konfliktparteien als bindende vertragliche Vereinbarung.

Anwendungsmöglichkeiten

Ein Schlichtungsverfahren ist in vielen unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens möglich. Je nach Aufgabengebiet und Problemstellung sind für die Schlichtung verschiedene Stellen zuständig:

  • Ärztliche Schlichtungsstelle
  • Schlichtungsstelle nach dem Behindertengleichstellungsgesetz
  • Schlichtungsstelle Energie
  • Schlichtungsstelle für Kreditinstitute
  • Schlichtungsstelle für das Kraftfahrzeuggewerbe
  • Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr
  • Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft
  • Schlichtungsstelle für Reisen
  • Schlichtungsstelle für Telefondienste
  • Schlichtungsstelle des Vereins sicherer und seriöser Internetshopbetreiber
  • Schlichtungsstelle für das Versicherungswesen
  • Clearingstelle für das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Die verschiedenen Schlichtungsstellen bzw. Institutionen spiegeln wider, in welchen Bereichen der Gesellschaft häufig Probleme auftauchen, die jedoch oftmals keiner gerichtlichen Regelung bedürfen.

Vorteile

Da die Schlichtung ein außergerichtliches Verfahren ist, kommen deutlich niedrigere Kosten auf die streitenden Parteien zu als bei einer Gerichtsverhandlung. Die „Erfolgsrate“ spiegelt die Vorteile der Schlichtung wider: Rund 80 Prozent der Teilnehmer finden während der Schlichtung eine Lösung des Konfliktes. Zudem ist die psychologische Wirkung des Ergebnisses nicht zu unterschätzen. Da die Lösung von den beiden Beteiligten (mit Hilfe des Vermittlers) selbst erarbeitet wird und kein Dritter die Entscheidung für die Streitenden entscheidet, ist die Akzeptanz des Resultats meist höher. Als Vorteil gegenüber der Mediation kann sich in manchen Fällen die Tatsache erweisen, dass als Ergebnis eine vollstreckbare Vereinbarung steht. Sind die beiden Parteien zu eingefahren, können die Vorschläge des Vermittlers das Verfahren beschleunigen.

Beitrags-Navigation


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .


Kompetente Rechtsberatung zu diesem Thema bieten diese ausgewählten Anwälte:

Zu diesem Thema mit einem Anwalt sprechen!

29*

15 Minuten

    • 15 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Antwort auf eine konkrete kurze Fragestellung

Jetzt buchen

49*

30 Minuten

meistgekauft

    • 30 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Juristische Erläuterung des Problems & Handlungsempfehlung

Jetzt buchen

69*

45 Minuten

    • 45 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Diskussion eines komplexeren Problems und konkrete Tipps

Jetzt buchen

Haben Sie eine Frage zu diesem Thema und suchen die passende Rechtsberatung?

Anwalt anrufen