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Schadensersatz für Kachelmann?

Verfasst von am 26. Januar 2016 in Allgemein

Hat der Wetterfachmann Jörg Kachelmann einen Anspruch auf Schadensersatz? Auf welche rechtlichen Grundlagen kann er sich bei seiner Klage vor dem Landgericht Frankfurt stützen?

Kachelmann erhält Entschädigung wegen Persönlichkeitsverletzung

 

Jörg Kachelmann wurde vorgeworfen, seine frühere Geliebte bei einem gemeinsamen Treffen vergewaltigt zu haben. Er wurde schließlich wegen Vergewaltigung sowie schwerer Körperverletzung angeklagt. Das Blatt wendete sich, als eine Sachverständige ein psychologisches Gutachten über das angebliche Opfer erstellte und angab, dass es keinen Beweis für die Vergewaltigung gäbe und sich die Frau die Verletzungen auch selbst zugefügt haben könne. Da sich der Verlauf des Abends nicht vollständig rekonstruieren ließ und letztlich die Aussage Kachelmanns gegen die seiner Ex-Geliebten stand, die sich immer mehr in Widersprüche verstrickte, wurde der Meteorologe schließlich freigesprochen. Trotz des Freispruchs hatte jedoch Kachelmanns Ruf als Moderator gelitten, ebenso, wie ein Großteil seines Intimlebens an die Öffentlichkeit gelangt war. Aus diesem Grund klagte der Reporter gegen insgesamt 38 Fälle von Persönlichkeitsverletzung durch die Presse. Das Landgericht Köln gab Kachelmann in einigen Fällen Recht und entschied, dass der Springer-Konzern 635.000 € Entschädigung leisten muss.

Auf welche rechtliche Grundlage stützt sich Kachelmanns Schadensersatzklage?

 

Nun klagt Kachelmann auch gegen seine frühere Geliebte. Er verlangt Schadensersatz in Höhe von 13.000 € für ihre angeblich absichtlich getätigte Falschaussage. Das Geld soll ein Ausgleich für die Kosten der während des Strafprozesses benötigten Gutachten sein. Als rechtliche Grundlage dient § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), wonach ein Schaden, der entsteht, wenn das Recht eines anderen vorsätzlich oder fahrlässig verletzt wird, vom Verantwortlichen ersetzt werden muss. Der Vermögensschaden, der Kachelmann entstanden ist, müsste dementsprechend ersetzt werden, wenn die Falschaussage vorsätzlich getätigt wurde, um ihm zu schaden.

Wer trägt die Beweislast bei der Schadensersatzklage?

 

Seine Klage wird jedoch durch den im Zivilrecht geltenden Beibringungsgrundsatz erschwert. So müssen die Beweismittel jeweils vom Kläger und der Angeklagten vorgebracht werden. Möchte Kachelmann den Prozess gewinnen, muss er demnach über Beweise verfügen, die dafür sprechen, dass seine frühere Geliebte im Strafprozess die Unwahrheit gesagt hat. Die Klage wurde in einem ersten Anlauf vor dem Landgericht Frankfurt abgewiesen, Kachelmann beantragte jedoch die Berufung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Obwohl der Prozess noch läuft, deuteten die Richter bereits an, dass Kachelmanns Vorgehen berechtigt sei. Der Fokus liegt auf den Verletzungen der Ex-Geliebten, die nun von mehreren Gutachtern darauf untersucht werden sollen, ob sie von dem Meteorologen stammen oder selbstständig zugefügt wurden. Die Richter bewerten die Beweise im Anschluss daran und fällen ihr Urteil. Doch bis dahin könnte noch einige Zeit vergehen, da das Verfahren erst Anfang März fortgesetzt wird.  

Quellen:

Landgericht Mannheim, Urteil vom 31.05.2011, Az.: 5 KLs 404 Js 3608/10

Landgericht Frankfurt, Urteil vom 23.12.2013, Az.: 2-18 O 198/12

Landgericht Köln, Urteil vom 30. September 2015, Az.: 28 O 2/14

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__823.html

http://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__282.html

Ford zu Schadenersatz verurteilt


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