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Reisebüro muss nicht das billigste Angebot finden

Sonnenbrille am Strand/ Ethan Robertson unsplash.com

Der Sommer rückt näher, die Inzidenzwerte sinken und der Impffortschritt nimmt stetig zu. Dazu gibt es Lockerungen für Genesene und Geimpfte. Quarantänepflichten können unter Umständen ausbleiben. Die Aussichten für einen Sommerurlaub im Ausland stehen also gut. Um an ein gutes Urlaubsangebot zu kommen, besucht man regelmäßig ein Reisebüro. Hier kennen sich die Leute aus. Bei der Auswahl der passenden Angebote nutzen sie nicht nur ihre Sach- und Fachkunde, sondern passen die Offerte auch an die individuellen Wünsche des Kunden an. Nicht selten erwarten die Kunden, dass das beste Preis-Leistungsverhältnis ausgesucht und weitergegeben wird. Das Reisebüro muss aber nicht das billigste Angebot finden, so das Amtsgericht München in einem Urteil.

Kunde muss günstigste Reiseofferte ausdrücklich verlangen

Voraussetzung sei jedoch, dass der Kunde nicht ausdrücklich danach verlangt. Im verhandelten Fall hatte eine Urlauberin eine Reise auf den Bermudas gebucht. Die Kosten hierfür beliefen sich auf rund 15 000 Euro. Nachdem die Frau ihren Urlaub beendet hatte, erfuhr sie, dass ein anderes Unternehmen diese Reise für 2 700 Euro weniger anbot. Daraufhin verlangte sie vom Reisebüro eben jene Differenz. Der Fall ging vor Gericht. Das Reisebüro habe seine Sorgfaltspflichten verletzt, argumentierte die Urlauberin. Man hätte sie auf das günstigere Angebot hinweisen müssen.

Der zuständige Richter beim Amtsgericht München, das den Fall verhandelte, wies die Klage ab (Urteil vom 7.11.07, AZ 233 C 28416/06). In der Pressemitteilung des Gerichtes heißt es zur Begründung: „Eine Pflichtverletzung seitens des Reisebüros liege nicht vor. Denn ein Reisebüro sei nicht verpflichtet, von sich aus alle erdenklichen Anstrengungen zu unternehmen, aus dem Gesamtangebot aller Reiseveranstalter das günstigste Angebot herauszufinden. Das hieße die Anforderungen an die Aufklärungspflichten eines Reisevermittlers zu überspannen. Wenn dies der Kunde wolle, müsse er dem Reisebüro ausdrücklich den Auftrag dazu erteilen. Dies sei hier aber gerade nicht der Fall gewesen.“

Sucht jemand also nach einem günstigen Urlaubsangebot, sollte dies gegenüber dem Reiseveranstalter immer konkret erwähnt werden.

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