Verkleidete Menschen sind gut gelaunt

fotolia/Christian Schwier

Rechtliches zu Fasching und Karneval

Verfasst von am 6. Februar 2016 in Allgemein

Während der Karnevalszeit herrscht vielerorts der Ausnahmezustand. Kuscheltiere
fliegen durch die Luft, Bützchen werden an fremde Menschen verteilt und von
morgens bis abends feiern Narren ausgelassen auf den Straßen. Doch was ist dabei
erlaubt und was nicht? Wir haben Ihnen einen närrischen Überblick
zusammengestellt.

Fasching
am Arbeitsplatz

Auch wenn viele Menschen an Fasching gerne in Verkleidung zur Arbeit kommen, hat ein Arbeitnehmer
keinen rechtlichen Anspruch darauf. Prinzipiell dürfen Arbeitgeber ihren
Angestellten eine Dienstkleidung oder zumindest einen bestimmten Kleidungsstil
vorgeben, dies gilt vor allem in medizinischen oder handwerklichen Berufen. Allerdings
gibt es viele Vorgesetzte, die die Kleidervorschriften
während der Faschingszeit nicht so streng nehmen. Um sicher zu gehen, sollte
sich ein Arbeitnehmer diesbezüglich aber auf jeden Fall im Voraus informieren.

Übrigens sind weder Weiberfastnacht
noch Rosenmontag oder Faschingsdienstag
feste Feiertage. Wer an diesen Tagen frei haben und ordentlich feiern möchte,
sollte frühzeitig Urlaub beantragen.

Öffentliches
Liebesspiel und Sexuelle Belästigung in der Karnevalszeit

An Fasching gehören eine Umarmung oder ein Bützchen, also ein Küsschen,
traditionsgemäß dazu. Vor allem in Verbindung mit einem erhöhten Alkoholkonsum werden
viele Narren auch gerne mal übermütig. Dabei muss allerdings das Recht auf sexuelle
Selbstbestimmung eines Menschen stets gewahrt werden. Sobald der Gegenüber
nämlich nicht einverstanden ist, kann eine noch so harmlos gemeinte Berührung
schon als sexuelle Belästigung aufgefasst
werden. Das traditionelle Küsschen auf die Wange ist im Karneval allerdings als
fester Brauch etabliert und zählt – solange er in einem angemessenen Rahmen
bleibt – nicht als sexuelle Belästigung.

In der Faschingszeit gelten für den öffentlichen Geschlechtsverkehr die gleichen
Vorschriften wie sonst auch. Sex im Auto, in der freien Natur oder an anderen
öffentlichen Plätzen ist prinzipiell erlaubt. Das Liebesspiel ist in der
Öffentlichkeit nur dann verboten, wenn andere Menschen sich davon gestört
fühlen könnten.

Sonstiges
zum Thema Fasching und Karneval

Das Urinieren
in der Öffentlichkeit gilt als Ordnungswidrigkeit
und ist in jedem Fall verboten. Die Höhe der Bußgelder kann zwischen den unterschiedlichen Kommunen stark
variieren. Aufgrund der zunehmenden Vorfälle sind einige Städte inzwischen dazu
übergegangen, die Beträge innerhalb der Karnevalszeit zu erhöhen.

Während der Faschingsumzüge
werfen die Narren traditionell kleine Geschenke in die Menge. Passanten, die von
den fliegenden Süßigkeiten, Kuscheltieren oder ähnlichem getroffen werden, haben
bei leichten Verletzungen in der Regel keinen Anspruch auf Schadensersatz. Wer an einem Umzug in der Karnevalszeit teilnimmt,
muss nun mal damit rechnen, mit kleinen Geschenken beworfen zu werden.

Während der wilden Tage gelten für Gastwirte und
Privatpersonen die gleichen Ruhezeiten
wie sonst auch immer. Zwar gehen viele Nachbarn in der Karnevalszeit deutlich
toleranter mit Lärmbelästigungen um,
allerdings kann man sich nicht einfach pauschal darauf verlassen. Allgemein
sollte jeder natürlich Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen.

Quelle: https://anwaltauskunft.de/magazin/leben/freizeit-alltag/902/ueberblick-rechtsthemen-zu-fasching-und-karneval/


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