Akte mit der Beschriftung

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Deutschland ist bereits seit
vielen Jahren ein beliebtes Land für Migranten. Doch in den letzten
Monaten kommen durch die hohen Flüchtlingszahlen gerade in Bezug auf die
Verwaltungsstrukturen zahlreiche Unklarheiten auf. Gerade das komplizierte Migrationsrecht
birgt viele Schwierigkeiten, sodass Rechtsanwälte benötigt werden, die Fragen
beantworten und Hilfe leisten. Bis jetzt war das Migrationsrecht eher ein Nebenbereich,
der nun jedoch erheblich ausgeweitet werden muss, um der wachsenden Zahl der Mandanten
gerecht zu werden. Diesem Umstand hat die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) nun Folge
getragen und einen neuen Fachanwaltstitel für Migrationsrecht eingeführt.

Was ist ein Fachanwalt?

Innerhalb Deutschlands erhält
ein Rechtsanwalt einen Fachanwaltstitel, wenn er über besondere Erfahrungen und
Kenntnisse in einem bestimmten Rechtsgebiet verfügt. Nach § 43c der
Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) muss
er dafür einen Antrag bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer stellen, mehrere
Prüfungen ablegen und Nachweise über seine Qualifikationen erbringen. Außerdem
muss der Anwalt eine je nach Fachgebiet unterschiedliche Zahl von Fällen
bearbeitet haben. Um den Titel des Fachanwalts dauerhaft führen zu dürfen, sind
jährliche Fortbildungen nötig, die eine fachgerechte Beratung der Mandanten gewährleisten
sollen. Der neue Fachanwaltstitel für Migrationsrecht ist der 23. Titel, von
denen ein Rechtsanwalt bei ausreichender Qualifikation maximal drei verwenden
darf.

Fachanwalt für Migrationsrecht

Bislang gibt es für
Rechtsanwälte die Möglichkeit, sich auf den Bereich des Ausländer- und
Asylrechts zu spezialisieren. Die Zahl der Rechtsbeistände ist jedoch viel zu
gering, um den Bedarf abzudecken. Außerdem existiert in diesem Bereich kein
Fachanwaltstitel, durch den besonders qualifizierte Anwälte gekennzeichnet
werden können. Dieses Fachwissen ist jedoch dringend nötig, um sich mit den
aktuellen nationalen Bestimmungen, Migrationsregelungen und dem
Flüchtlingsschutz auszukennen. Außerdem werden Kenntnisse aus dem Bereich des
Arbeits-, Sozial- und Strafrechts benötigt. Mithilfe dieser können etwa Fragen
zu Arbeitserlaubnissen, finanzieller Unterstützung und zum Opferschutz geklärt
werden. Durch den neuen Fachanwaltstitel wird jedoch nicht nur die Beratung von
Flüchtlingen gefördert, sie spielt auch bei Fragen zur Arbeitsmigration eine
große Rolle.  

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