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Ausgerechnet im hippen Berlin ist Stillen in der Öffentlichkeit
nicht erwünscht. Diese Erfahrung musste jetzt eine junge Mutter in einem Café machen.
Die Mitarbeiter baten die Frau, das Lokal zum Stillen zu verlassen. Die
Betroffene rief daraufhin eine Online-Petition
ins Leben, in der sie ein Gesetz zum Schutz
stillender Mütter in der Öffentlichkeit
fordert.

Der Vorfall, der den Streit um das Stillen von Babys in der
Öffentlichkeit erneut ins Rollen brachte, ereignete sich in einem Café im Berliner
Szene-Viertel Prenzlauer Berg. Johanna Spanke kehrte dort mit ihrem kleinen
Sohn ein und wurde an der Bar direkt darauf hingewiesen, dass das Stillen hier untersagt
sei. Der Inhaber des Cafés bestätigte der Mutter diese Regelung. Im hinteren
Teil des Cafés hätte er nichts dagegen, aber eine Zurschaustellung am Fenster sei
mit dem gehobenen Ambiente nicht vereinbar.

Gesetzesgrundlage fehlt

In ihrer Petition, die sie an die Familienministerin Manuela
Schwesig richtet, weist die stillende Mutter darauf hin, dass es in
Deutschland, anders als in anderen Ländern wie etwa Großbritannien, keine
Gesetzesgrundlage zum Stillen in der Öffentlichkeit gibt. Grundsätzlich sei es
erlaubt, Restaurantbesitzer könnten aber jederzeit von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und das
Stillen verbieten. Johanna Spanke möchte mit ihrer Petition erreichen, dass Stillen kein Tabu-Thema mehr ist und stillende
Mütter durch ein entsprechendes Gesetz nicht mehr diskriminiert werden können.

Seit dem Start vor einer Woche haben bereits über 17.000 Befürworter
die Petition unterschrieben.

Was spricht gegen das
Stillen in der Öffentlichkeit?

Die Gegner des Stillen in der Öffentlichkeit sehen das Freilegen
der Brust als eine Art Erregung
öffentlichen Ärgernisses
an. Rein rechtlich betrachtet liegen sie damit
jedoch falsch, da das Stillen keine sexuelle Handlung darstellt und es auch
nicht die Absicht der Mütter ist, mit ihrem Verhalten Aufsehen zu erregen.

Ob es in naher Zukunft ein Gesetz geben wird, dass die
Rechte stillende Mütter stärkt, steht aktuell noch nicht fest. In jedem Fall hat die Petition jedoch erreicht, dass auf gesellschaftlicher und politischer Ebene
wieder kontrovers über dieses Thema diskutiert wird.


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