Mineralöl in Kinderschokolade: “Kinder-Riegel” fallen bei Foodwatch-Test durch

Verfasst von Raphaela Nicola am 21. Juli 2016

Angebissener Schokoriegel auf weißem Hintergrund
fotlia.com/nothingbutpixel
In Süßigkeiten verschiedener Hersteller wurden von der Verbraucherorganisation Foodwatch Rückstände von Mineralöl gefunden. Am schlechtesten schnitt dabei nach Angaben der Verbraucherschützer der „Kinder-Riegel“ ab. Die nachgewiesenen Stoffe sollen sowohl krebserregend als auch erbgutschädigend sein. 

Muss der „Kinder-Riegel“ aus dem Verkauf genommen werden?

Insgesamt 20 Schokoladen-Produkte und Chips hatte Foodwatch auf schädliche Mineralöle getestet. Sehr hohe Werte fanden sich dabei laut Foodwatch im beliebten „Kinder-Riegel“. Hier wurden sowohl gesättigte Mineralöle (MOSH) als auch aromatische Mineralöle (MOAH) nachgewiesen. MOSH  können sich im menschlichen Körper dauerhaft anreichern. Außerdem können sie langfristig die Organe schädigen. Nach Ansicht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schaden diese Stoffe insbesondere Kindern. Sie sollen krebserregend und erbgutschädigend sein. Laut EFSA spielt die Verzehrmenge dabei keine Rolle. Matthias Wolfschmidt, der stellvertretende Geschäftsführer von Foodwatch, sagte gegenüber t-online: „Wir haben Ferrero aufgefordert, den „Kinder-Riegel“ vom Markt zu nehmen.“ Nach Angaben von Foodwatch hat sich der Hersteller allerdings bisher zu den Vorwürfen nicht geäußert. Die Organisation fordert eine gesetzliche Obergrenze für MOAH in Höhe der Nachweisgrenze. Demnach müssten Produkte, in denen Rückstände von MOAH gefunden werden, aus dem Verkauf genommen werden.

Mineralölrückstände in Kosmetika und Lebensmitteln

Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Mineralölrückstände in Kosmetika und Lebensmitteln gefunden. Die Substanzen stammen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aus wiederverwerteten Kartons. Diese werden aus bedrucktem Altpapier hergestellt. Neben mineralölhaltigen Druckfarben enthält Altpapier bis zu 250 weitere Chemikalien, die auf die Lebensmittel übergehen können, falls Recycling-Kartons als Lebensmittel-Verpackung beim Transport oder bei der Lagerung der Rohwaren zum Einsatz kommen. Außerdem könnten die Mineralölrückstände auch über beim Transport verwendete Jutesäcke, über Maschinenöle aus der Produktion oder durch Abgase aus Industrie und Verkehr an das Produkt gelangen. 
Quellen:
http://www.t-online.de/lifestyle/besser-leben/id_78302648/mineraloel-in-ferrero-kinder-riegel-foodwatch-fordert-verkaufsstopp.html
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.oelige-suessigkeiten-mineraloel-in-kinder-schokolade.f1fdb7b7-52cd-4cda-bd83-c2a03f9a0938.html

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