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Mediation: Reden statt klagen

Konflikte müssen in der heutigen modernen Zivilgesellschaft nicht immer gleich vor dem Richter enden. Mit Hilfe des Medaitions-Verfahrens beispielsweise können streitende Parteien den Konflikt selbst aufgreifen. Ein am Verfahren beteiligter Mediator dient darüber hinaus als autonomer Vermittler. Im Gegensatz zu einem Gerichtsverfahren können ökonomische und persönliche Gesichtspunkte der Streitenden aufgegriffen werden.

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Was versteht man unter Mediation?

Unter einer Mediation versteht man dem Mediationsgesetz folgend ein „vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Partien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konfliktes anstreben“.

Dieses Verfahren ist eine gute Möglichkeit, wenn bei beiden Streitparteien eine grundsätzliche Kompromissbereitschaft besteht. Denn die Gesprächsbereitschaft der Streitenden ist Grundvoraussetzung dafür, dass eine Mediation überhaupt Erfolg haben kann. Den Entschluss dazu treffen also beide Seiten selbstverantwortlich.

Als Mediator oder Vermittler kommt dabei in der Regel ein Anwalt zum Einsatz. Vorteil von einem Anwalt als Mediator ist, dass dieser auch Informationen zur jeweiligen Rechtslage und zur Rechtmäßigkeit der gefundenen Lösung beitragen kann. Auf unserer Seite finden Sie unkompliziert und schnell Rechtsanwälte für Ihr Anliegen. Die entsprechenden Fachkräfte haben hierzu meist eine zusätzliche Qualifikation erworben. Seit einiger Zeit übernehmen verschiedene Rechtsschutzversicherungen auch die Kosten hierfür. Sie sollten sich allerdings vorab bei Ihrer Rechtsschutzversicherung informieren, welche Kosten diese übernimmt, da häufig nur eine bestimmte Anzahl an Mediationsterminen gedeckt ist.

Eigenschaften des Verfahrens

Unter der Anleitung und Vermittlung des Mediators entwickeln die beiden Konfliktparteien bei der Mediation selbst eine Lösung. In der Regel werden dabei vom Vermittler auch keine eigenen Vorschläge unterbreitet. Er lenkt den Ablauf lediglich, etwa durch gezielte Fragen oder auch durch psychologische Methoden zur Konfliktbewältigung. Darüber hinaus kann er zur Deeskalation beitragen.

Drei Punkte sind charakteristisch für diese Art der außergerichtlichen Einigung: Freiwilligkeit, Allparteilichkeit und Vertraulichkeit. Die Teilnahme an dem Verfahren ist freiwillig. Der Mediator wirkt dabei als neutraler Vermittler und berücksichtigt die Interessen der beiden Seiten zu gleichen Teilen. Die Inhalte des Verfahrens bleiben vertraulich: Sowohl der Mediator als auch die an der Mediation beteiligten Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Am Ende der Mediation muss allerdings nicht zwangsläufig ein (für beide Parteien akzeptables) Ergebnis stehen. Sowohl die Streitenden als auch der Mediator können das Gespräch jederzeit abbrechen und die Mediation beenden.

Der Mediator

Der Begriff Mediation bedeutet Vermittlung und der Mediator ist der zuständige Vermittler. Er ist eine unabhängige und neutrale Person und hat keine Entscheidungsbefugnis. Der Mediator führt die beiden streitenden Parteien lediglich durch den Vermittlungsprozess –  Er ist verantwortlich für den Gesprächsverlauf aber nicht für den Gesprächsinhalt. Der Mediator hat allerdings darauf zu achten, dass die Parteien keine unrealistischen oder nicht umsetzbare Vereinbarungen treffen. Er sollte darüber hinaus keinerlei eigenes Interesse an dem Konflikt haben. Eine Liste an kompetenten und freundlichen Mediatoren in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Wie läuft eine Mediation ab?

Klassischerweise durchläuft eine Mediation fünf aufeinander aufbauende Phasen. In der Einführungsphase zu Beginn der Mediation bekommen beide Parteien den Ablauf erläutert. Sie dient außerdem dazu, Vereinbarungen zu treffen, die die Kommunikation zwischen den Parteien regeln. In Phase 2, der Konfliktschilderung, erhalten alle Beteiligten die Gelegenheit den Konflikt aus ihrer Perspektive zu schildern. Daraus folgt in der dritten Phase im besten Fall die Konflikterhellung: Dabei werden die Interessen, Sichtweisen und Bedürfnisse aller Beteiligten verdeutlicht. Gelingt dies, kommt es in Phase 4 zur gemeinsamen Erarbeitung von möglichen Lösungen durch die Parteien. Die fünfte Phase bildet den Abschluss und sieht eine einvernehmliche Lösung des Konfliktes vor.

Ziel des Verfahrens

Das grundsätzliche Ziel des Verfahrens ist es, die Kommunikation zwischen den streitenden Parteien wiederherzustellen. Es soll eine selbstbestimmte Win-Win-Lösung gefunden werden, die den Interessen beider Parteien entgegenkommt.

Anwendungsmöglichkeiten

Die Mediation ist vor allem geeignet bei allen Konfliktsituationen, die im zwischenmenschlichen Bereich entstanden sind. Folgende Beispiele können dabei als Anhaltspunkte dienen:

  • Streitigkeiten bei der Trennung oder Scheidung
  • Konflikte unter Nachbarn
  • Auseinandersetzungen im betrieblichen Umfeld

Vorteile des Verfahrens

Im Gegensatz zu einem Verfahren vor Gericht ist bei einer Mediation mit geringeren Kosten zu rechnen. Ein schneller Erfolg ist einerseits von der Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien abhängig, andererseits spielt auch der passende und gut qualifizierte Mediator eine wichtige Rolle. Die „Erfolgsrate“ spiegelt die Vorteile der Mediation wider: Rund 80 Prozent der Teilnehmer einer Mediation finden während des Verfahrens eine Lösung des Konfliktes.

Zudem ist die psychologische Wirkung des Ergebnisses nicht zu unterschätzen. Da die Lösung von den beiden Beteiligten unter Anleitung des Mediators selbst erarbeitet wird und kein Dritter die Entscheidung für die Streitenden entscheidet, ist die Akzeptanz des Resultats meist höher.

Sie benötigen rechtlichen Beistand oder möchten sich von einem Rechtsanwalt zu Ihrem Anliegen beraten lassen? Finden Sie kompetente Anwälte auf rechtsanwalt.com.

Neben der Mediation gibt es weitere Alternativen zur Gerichtsverhandlung. Erfahren Sie in unserer News mehr zu diesem Thema.

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