Anwalt vor Ort finden

Rechtsanwälte in Ihrer Nähe

Anwalt finden

Mit einem Anwalt sprechen

Schnell am Telefon Hilfe erhalten

Anwalt anrufen

Schriftliche Frage stellen

Rechtsanwalt antwortet schriftlich

Jetzt buchen

Kündigung wegen HIV

©fotolia/designer491

Das Thema HIV sorgt auch im Jahr 2020 noch immer wieder für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Trotz moderner Aufklärungsmethoden und offenen Umgangs mit dem Thema bleibt die Zahl der Neuinfektionen seit Jahren auf einem hohen Level. Vielleicht sind es die guten Therapiemöglichkeiten, welche die Menschen zur Sorglosigkeit verleiten. Die konstant hohe Zahl an Neuinfektionen gibt jedenfalls Anlass zur Beunruhigung, denn die Krankheit endet tödlich.

Kostenlose Erstberatung beantragen

Ihre Daten werden, streng vertraulich, nur an einen einzigen Rechtsanwalt übermittelt.

image

Für viele Betroffene kommt die Diagnose überraschend und es tauchen plötzlich die unterschiedlichsten Fragen auf: Muss ich meinen Arbeitgeber über die Krankheit unterrichten? Verliere ich deshalb vielleicht meinen Job? Wie sieht es mit meinen ehemaligen und künftigen Sexualpartnern aus? Bin ich dazu verpflichtet, sie zu kontaktieren und ihnen klar zu machen, dass auch sie sich angesteckt haben können?

Was ist HIV?

HIV ist die Abkürzung für „Humanes Immundefizienz-Virus„. Dieses Virus schädigt das menschliche Immunsystem. Ohne Therapie oder Behandlung, kann der Körper durch die Schwächung der Abwehrkräfte durch HIV eindringende Krankheitserreger nicht mehr bekämpfen. In den schlimmsten Fällen treten dadurch lebensbedrohliche Krankheiten auf. Wenn das eintritt, spricht man von Aids.

Ist HIV heilbar?

Trotz effektiver Medikamente, die den Ausbruch der Krankheit verhindern bzw. hinauszögern, kann die Krankheit nicht geheilt werden. Viele halten sie dennoch für eine chronische Krankheit wie jede andere auch. Haben sie sich mit dem Virus infiziert, schämen sich die meisten und wollen die Erkrankung so lange wie möglich geheim halten. Sie haben Angst vor negativen Konsequenzen sowohl in ihrem sozialen Umfeld als auch im Berufsalltag.

Was tun bei HIV im Job?

Viele sind der Meinung, dass HI-Infizierte und Aidskranke ihren Arbeitgeber unverzüglich über ihre Erkrankung in Kenntnis setzen müssen. Das ist jedoch ein Mythos. Wer sich mit dem HI-Virus ansteckt, kann generell seine Arbeit weiterhin ausüben, denn es besteht im Betriebsalltag kein Infektionsrisiko für die Kunden oder Kollegen. Der Arbeitgeber hat also kein Recht darauf, von der Infektion zu erfahren. Wird der infizierte Arbeitnehmer gefragt, ob er HIV-positiv ist, muss er nicht die Wahrheit sagen.

Anders ist dies allerdings, wenn HIV zu schlimmeren Erkrankungen führt, durch welche die Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum eingeschränkt wird. Darüber hinaus gibt es Ausnahmen: Piloten müssen beispielsweise in der Regel mit offenen Karten spielen, denn in manche Länder dürfen Infizierte nicht einreisen. Anders als oftmals vermutet wird ist die Arbeit als Arzt oder Krankenpfleger problemlos möglich. Ausnahmen gelten bei bestimmten chirurgischen Eingriffen, sobald die Viruslast des HIV-positiven Arbeitnehmers nicht mehr unter der Nachweisgrenze liegt. Auch bei einer Gefährdung anderer Menschen können Ausnahmeregelungen gelten.

Erfährt der Chef dennoch von der Erkrankung und kündigt dem Arbeitnehmer allein aus diesem Grund, sollte dagegen Widerspruch eingelegt werden. Spricht der Arbeitgeber jedoch eine „krankheitsbedingte Kündigung“ aus, weil der Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum hinweg aufgrund der HIV-Infektion nicht arbeitsfähig ist, kann diese Beendigung des Arbeitsverhältnisses durchaus rechtmäßig sein.

Ist ungeschützter Sex trotz HIV strafbar?

Infiziert eine HIV-positive Person eine andere fahrlässig oder absichtlich mit HIV, macht diese sich strafbar. Die Bestrafung hängt allerdings davon ab, ob der Sexualpartner vor dem Geschlechtsverkehr von der Infektion wusste und in den ungeschützten Sex eingewilligt hat. Einigen sich beide trotz Infektion auf Sex ohne Kondom, macht sich der Infizierte also nicht strafbar. Im Streitfall muss diese Einigung allerdings bewiesen werden, was sich in der Praxis als relativ schwierig erweist. Schützt der Infizierte sein Gegenüber, indem er ein Kondom verwendet, ist er auf der sicheren Seite. Es gibt in Deutschland allerdings keine gesetzliche Pflicht, seinen Partner vor dem Sex über seine Infektion aufzuklären.

Jeder sechste weiß sogar nichts von seiner HIV-Infektion und gibt das Virus unbewusst und damit unter Umständen sehr schnell weiter. Insgesamt sind HIV-Infizierte dreifach so stark gefährdet, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrifft, wie gesunde Menschen. Sie haben darüber hinaus ein doppelt so hohes Risiko, an Krebs zu erkranken. Experten empfehlen deshalb, HIV-Tests in regelmäßigen Abständen durchzuführen.

Sie benötigen rechtlichen Beistand oder möchten sich unverbindlich über Ihre Rechte und Ansprüche informieren? Auf rechtsanwalt.com finden Sie kompetente Anwälte in Ihrer Nähe. Bei der Deutschen Rechtsanwaltshotline können Sie außerdem auch eine Telefonberatung erhalten.

Folgende Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Arbeitszeugnis – wichtige Rechtsgrundlagen
Kündigung am Arbeitsplatz
Die Kündigungsschutzklage

 

Beitrags-Navigation


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .


Zu diesem Thema mit einem Anwalt sprechen!

29*

15 Minuten

    • 15 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Antwort auf eine konkrete kurze Fragestellung

Jetzt buchen

49*

30 Minuten

meistgekauft

    • 30 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Juristische Erläuterung des Problems & Handlungsempfehlung

Jetzt buchen

69*

45 Minuten

    • 45 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Diskussion eines komplexeren Problems und konkrete Tipps

Jetzt buchen

Haben Sie eine Frage zu diesem Thema und suchen die passende Rechtsberatung?

Anwalt anrufen