Krankmeldung: Fristen einhalten!

Verfasst von Christian Schebitz am 19. Juli 2015

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
fotolia.com/Alexander Raths

Eine Erkrankung kann lästig und ärgerlich sein, besonders wenn sie dazu führt, dass man seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Zwar ist in Deutschland die Fortzahlung des Arbeitsentgeltes im Krankheitsfall durch das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) gesichert – allerdings sind mit der Fortzahlung auch bestimmte Bedingungen (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) verbunden, die immer wieder für rechtliche Streitigkeiten sorgen.

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Krank: Arbeitgeber informieren

Vielen Arbeitnehmern ist nicht klar, welche Fristen sie im Zusammenhang mit einer Krankmeldung zu beachten haben. So ist es einem jeden erkrankten Arbeitnehmer anzuraten, den Arbeitgeber unverzüglich telefonisch darüber in Kenntnis zu setzen, dass eine Erkrankung aufgetreten ist. Dies ergibt sich aus § 5 Abs. 1 EFZG, wo die Pflicht zur unverzüglichen Information des Arbeitgebers gesetzlich verankert ist. Ist ein Arbeitnehmer aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage, seinen Arbeitgeber über die Erkrankung in Kenntnis zu setzen, sollte dies durch einen Verwandten, Bekannten oder eine sonstige Person vorgenommen werden.

Der Arbeitgeber ist im Übrigen nicht zu informieren, dass eine Erkrankung vorliegt, sondern auch, wie lange die Erkrankung voraussichtlich andauern wird. Das Entgeltfortzahlungsgesetz schreibt vor, dass der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit, eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, vorzulegen hat, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auch als gelber Schein, Krankmeldung oder Krankschreibung bezeichnet, muss dem Arbeitgeber spätestens an dem Tag vorgelegt werden, der auf den dritten Tag der Erkrankung folgt.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Fristen einhalten

Die Frist zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann jedoch im Arbeitsvertrag auch anderslautend geregelt sein. § 5 EFZG gibt Arbeitgebern das Recht, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen. Wer sich über entsprechende Klauseln im Arbeitsvertrag im Unklaren ist, riskiert also den Verlust von Entgeltfortzahlungen. Urteile, die in diesem Zusammenhang bundesweit für Aufsehen sorgten, fällte beispielsweise das Landesarbeitsgericht Köln (3 Sa 597/11) und das Bundesarbeitsgericht (5 AZR 886/11).

Quellen: 

  • Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 14.09.2011 – 3 Sa 597/11 –
  • Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.11.2012 – 5 AZR 886/11 – 

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