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Das Thema „vegane Ernährung“ wird gerade in der heutigen Zeit für viele immer wichtiger. Immer mehr junge Menschen achten darauf, sich bewusst gesund zu ernähren. Jetzt stellte sich jedoch die Frage, ob eine vegane Ernährung auch für Kinder im Kindesalter gesund ist.

Gibt es vegane Gerichte in schulischen Einrichtungen?

Das Essenangebot vieler schulischer Einrichtungen wurde im Laufe der Zeit an die veränderten Erfordernisse der Schüler angepasst. Hierfür ist das Amt für Bildung und Schulen der jeweiligen Stadtgemeinde zuständig. In Merans schulischen Einrichtungen, wie Kinderkrippen, Kindergärten, Grundschulen sowie Mittel- oder Oberschulen, werden jährlich rund 350.000 Mahlzeiten ausgegeben. Es stehen verschiedene Gerichte zur Auswahl. Dabei kann zwischen Gerichten ohne Fleisch, ohne Fisch und ohne Fleisch oder Gerichten ohne Schweine- oder Kalbfleisch gewählt werden. Außerdem werden aufgrund der gesundheitlichen Erfordernisse der Kleinkinder bzw. Schüler viele Mahlzeiten zusätzlich getrennt zubereitet. Vegane Gerichte stehen allerdings nicht auf dem Speiseplan der Einrichtungen. Die Amtsdirektorin des Amts für Bildung und Schulen Alice Bertoli begründete dies folgendermaßen: „Wir waren nach Ansprache mit Ernährungsexperten der Ansicht, dass eine rein vegane Ernährung für heranwachsende Kinder nicht ausreicht“.

Mutter will vegane Ernährung erwirken

Diese Auffassung teilt jedoch nicht jeder. Eine Meraner Mutter möchte am 8. November vor dem Verwaltungsgericht das Recht auf vegane Ernährung für ihr Kind im Kindergartenalter gerichtlich erstreiten. Die Richter haben sich bereits vor zwei Jahren mit dem Fall auseinandergesetzt. Das Kind besuchte damals eine Meraner Kinderkrippe. Schon zu diesem Zeitpunkt forderte die Mutter eine vegane Ernährung für das Kleinkind. Zunächst reagierte das Amt für Bildung und Schulen auf die Forderung der Mutter überrascht. Dies sei nach Ansicht der Direktorin Alice Bertoli die erste Forderung nach veganer Ernährung gewesen. Dabei soll es bis heute auch geblieben sein. Zunächst war man bereit dem Wunsch der Mutter gegen Vorlage eines pädiatrischen Attests nachzukommen. Das kinderärztliche Gutachten lag drei Monate später allerdings immer noch nicht vor. Daraufhin sollte das Kind der Kinderkrippe verwiesen werden. Die damalige Entscheidung rechtfertigte Bertoli wie folgt: „Wir sind für die Gesundheit der Kinder verantwortlich, solange sie in unserer Obhut sind, wir hatten ernsthafte Zweifel an der veganen Ernährung für ein so kleines Kind und wollten auch nicht die Verantwortung dafür übernehmen.“

Wie endete der Fall vor Gericht?

Vor Gericht bekam die Mutter aufgrund eines Formfehlers Recht. Das Kind wurde daraufhin in der Krippe vegan ernährt. Hierfür beauftragte die Mutter einen Diätologen, welcher einen speziellen Speiseplan erstellte. Dieser wurde privat von ihr bezahlt. Nach nur zwei Jahren ging der Ernährungsstreit allerdings weiter. Mittlerweile besucht das Kind den Kindergarten. Hier ist jedoch ebenfalls keine vegane Ernährung im Speiseplan vorgesehen. Dies wurde der Mutter bereits im Sommer mitgeteilt. Diese Mitteilung hat sie nun angefochten. Auf das Urteil des am 8. November vor dem Verwaltungsgericht stattfindenden Fall wird landesweit mit Interesse gewartet.
Quelle:
http://www.tageszeitung.it/2016/10/26/recht-auf-vegan/

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