Ist Prostitution Kunst?

Verfasst von Christian Schebitz am 16. Februar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin
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Seit dem Jahr 2010 ist es möglich, sich unter gewissen Voraussetzungen einen Künstlernamen in den Personalausweis eintragen zu lassen. Wie weit der Begriff des Künstlers in diesem Zusammenhang zu fassen ist, musste vor Kurzem das Verwaltungsgericht Berlin entscheiden: eine Prostituierte hatte verlangt, dass ihr Pseudonym als Künstlername in ihren Pass eingetragen wird.

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Für die Eintragung eines Künstlernamens in den Personalausweis  müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: der Name muss in der sogenannten Verkehrsanschauung anerkannt sein und zudem individuelle Unterscheidungskraft besitzen. Um dies zu beweisen, muss man der zuständigen Behörde entsprechende Dokumente vorlegen. Dies kann etwa der schriftliche Nachweis sein, dass man in einem Berufsverband oder bei einer Agentur unter dem Namen geführt wird. Aber auch andere Dokumente, die belegen, dass der Künstlername in der öffentlichen Wahrnehmung den bürgerlichen Namen zumindest in Teilbereichen überlagert, können zur gewünschten Eintragung des Namens in den Personalausweis führen.

Künstlername im Ausweis für Prostituierte?

Die Frage, ob nun eine Prostituierte als Künstlerin gelten kann und ob ihr dementsprechend bei weit verbreiteter Bekanntheit ihres Pseudonyms die Eintragung desselben als Künstlername in den Pass zustehe, verneinte das Verwaltungsgericht Berlin. Die für das künstlerische Schaffen nötigen Merkmale einer Tätigkeit wie etwa Intuition, Phantasie und Kunstverstand sind den Ausführungen des Gerichts zufolge bei der Prostitution nicht gegeben. Auch das von der betreffenden Dame vorgebrachte Argument, dass sie, genau wie etwa eine Tänzerin, als Kultur- und Erotikbegleiterin künstlerisch mit ihrem Körper arbeite, ließ das Gericht in diesem Zusammenhang nicht gelten.

Im vorliegenden Fall sah das Verwaltungsgericht darüber hinaus aber auch die zur Eintragung eines etwaigen Künstlernamens nötige allgemeine Bekanntheit der Dame unter ihrem Pseudonym als nicht gegeben an. 

  • Quelle: Verwaltungsgericht Berlin, Urteil vom 20.01.2015 – VG 23 K 180.14 – 

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