Ein Mann befindet sich im WC und uriniert in Stehen

fotolia.com/Kzenon

Die WC-Gewohnheiten eines Mannes beschäftigten kürzlich das
Landgericht Düsseldorf. Der Mann war nämlich Mieter in einer teuren Wohnung
gewesen, in der der Boden des Badezimmers und des Gäste WCs mit Marmor
ausgelegt ist. Als der Mieter auszog, stellte der Vermieter fest, dass der
Marmorboden verschmutzt und rau war. Weil zur Behebung dieses Übels nur der
Austausch des Boden in Frage kam, verlangte der Vermieter vom früheren Mieter
hierfür schließlich fast 2.000 € Schadensersatz.

Marmorboden stumpf:
Wer kommt für den Schaden auf?

Vor Gericht war festgestellt worden, dass die nachteilige
Veränderung des Marmorbodens nur durch Urinspritzer zu erklären ist. Aggressive
Putzmittel oder andere Dinge kamen nicht in Betracht. Der betreffende Mieter hatte
offenkundig die Angewohnheit, im Stehen zu urinieren. Die Frage, die das
Gericht zu klären hatte, war, ob der Mieter dadurch, dass er im Stehen uriniert
hatte, die Wohnung eventuell nicht vertragsgemäß benutzt hat.

Ist Stehpinkeln in
der Mietwohnung erlaubt?

Das Gericht führte zunächst aus, dass es nicht klären werde,
ob das Urinieren im Stehen den Tatbestand des vertragswidrigen Gebrauchs einer
Mietsache darstellt bzw. ob es überhaupt Zeitgemäß sei. Den Ausführungen des Gerichts
zufolge ist es allgemein unbekannt, dass Urinspritzer dazu führen können, dass
ein Marmorboden stumpf wird. Es sei, so die zuständigen Richter, Sache des Vermieters
gewesen, den Mieter zu Beginn des Mietverhältnisses darüber aufzuklären, dass
der in Bad und WC verlegte Marmorboden empfindlich sei. Da diese Aufklärung
nicht stattfand, sei dem Mieter in diesem Fall auch kein Verschulden an der
Verschlechterung des Bodens vorzuwerfen. Der Mann muss dementsprechend keinen
Schadensersatz an seinen früheren Vermieter 

  • Quelle: Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 12. November 2015 – 21 S 13/15 –

Diese und weitere Artikel könnten Sie auch interessieren:

Falsche Wohnungsgröße rechtfertigt Mietminderung

Rauchen in der Mietwohnung?

Darf Vermieter Mietvertrag nach Beleidigung kündigen?


Telefonische Rechtsberatung

Telefonische Rechtsberatung

  • sofortige Rechtsauskunft
  • anwaltliche Ersteinschätzung
  • zum Festpreis ab 29€
Online Rechtsberatung

Schriftliche Rechtsberatung

  • Antwort in Ø 2 Stunden
  • Schwarz auf Weiß
  • zum Festpreis ab 99€
Anwalt vor Ort

Rechtsberatung vor Ort

  • direkte Kontaktaufnahme zum Anwalt
  • rechtlicher, persönlicher Beistand
  • ausgewählte, profilierte Rechtsanwälte