Hundebiss – was nun?

Verfasst von Christian Schebitz am 24. Juli 2015

Aggressiver Hund
fotolia.com/dreidos

In Deutschland gehören Hunde zu den beliebtesten Haustieren, etwa 10 Millionen Deutsche leben zusammen mit einem oder mehreren Hunde in ihrem Haushalt. Aufgrund dessen kommt es im Alltag immer wieder zu zahlreichen Begegnungen. Dass diese nicht immer positiv ablaufen, kann zahlreiche Gründe wie eine falsche Erziehung, die Aggressivität des Hundes oder auch falsches Verhalten der beteiligten Personen haben. Im schlimmsten Fall kann es dabei zu einer Verletzung durch Hundebisse kommen. Doch wie soll man sich in einem solchen Fall verhalten, wer übernimmt die Kosten für die Behandlung und wie sehen die Rechtsfolgen aus?

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Verhalten im Ernstfall

Zunächst sollte man sich nach einem Hundebiss sofort in Sicherheit bringen und die Polizei einschalten, um das Geschehene dokumentieren zu lassen und den Hundehalter zu ermitteln. Je nach Schwere der Verletzung sollte außerdem entweder der Notarzt verständigt oder ein Arzt aufgesucht werden, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten und mögliche Infektionen zu verhindern. Zusätzlich sollte der Hundebiss bei dem zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden, um den Hundehalter überprüfen zu lassen und Wiederholungen zu vermeiden. Im nächsten Schritt müssen die eigenen Schadensersatzforderungen bei dem Hundehalter verdeutlicht werden. Verfügt der Hundehalter über eine Haftpflichtversicherung, kann der Fall meist außergerichtlich geklärt werden. Bei besonders schwere Verletzungen sollte dennoch in jedem Fall ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden, der die eigenen Ansprüche vertritt. Verweigert der Hundehalter die Zahlung der geforderten Beträge, bietet eine Klage vor Gericht den letzten Ausweg, um das Geld zu erhalten.

Höhe des Schmerzensgeldes und des Schadensersatzes

Bei einem Hundebiss ist in den meisten Fällen der Hundehalter verantwortlich. Dabei ist es unerheblich, ob das Opfer den Biss durch falsches Verhalten provoziert hat. Erstattet der Verletzte Anzeige, wird ein Schmerzensgeld fällig, das sich je nach Art und Schwere der Verletzung unterscheidet. Für einen harmlosen Hundebiss ohne gesundheitliche Folgen werden dabei meist nur wenige hundert Euro fällig, während bei schwere Bissen mit bleibenden Schäden über 10.000 Euro Schmerzensgeld anfallen können. Es kommt jedoch auch immer wieder vor, dass das Opfer aktiv in einen Kampf zwischen Hunden eingegriffen hat, meist, um einen eigenen Hund zu schützen, oder sich auf andere Weise grob fahrlässig in eine selbstverschuldete Gefahr gebracht hat. Dazu gehört das Streicheln eines fremden Hundes ebenso wie das Betreten eines fremden Grundstücks trotz der Warnung vor einem bissigen Hund. In einem solchen Fall liegt ein Mitverschulden vor, sodass kein oder nur ein geringerer Schadensersatz fällig wird.

Auch Sachschäden können ein Teil der Schadensersatzforderungen sein. Dazu gehören Schäden an der Kleidung, die Kosten für Arznei- und Hilfsmittel sowie sämtliche anfallende Fahrtkosten. Ebenso werden die Rechtsverfolgungskosten erstattet, sodass keine Kosten für einen Rechtsanwalt anfallen. Wenn die Folgen der Verletzung über einen längeren Zeitraum andauern, muss der Hundehalter außerdem den entstandenen Entgeltschaden ersetzen. Dadurch wird auf eine eventuelle Arbeitsunfähigkeit Bezug genommen. Zur Ermittlung des Betrages wird die Differenz des von der Krankenkasse gezahlten Krankengeldes und des tatsächlichen Gehalts berechnet. Zusätzlich kann sich der Geschädigte auf den Haushaltsführungsschaden berufen und diesen einfordern, wenn er nicht mehr in der Lage ist, seinen häuslichen Pflichten nachzukommen. Der Schaden setzt sich aus den Kosten zusammen, die für eine Haushaltshilfe entstanden wären. Das gilt auch, wenn die anfallenden Arbeiten durch ein Familienmitglied oder einen Nachbarn erledigt werden. Im schlimmsten Fall ist das Opfer durch seine Verletzungen so eingeschränkt, dass eine Pflegesituation entsteht und der Hundehalter für die  Pflegekosten aufkommen muss.

Strafrechtliche Folgen

An sich ist ein Hundebiss keine Straftat, dennoch kann es bedingt durch die Meldepflicht des behandelnden Arztes zu einer Strafanzeige kommen. Das ist etwa der Fall, wenn ein Verdacht auf Tollwut besteht. Auch im Fall einer fahrlässigen oder gefährlichen Körperverletzung kann der Hundehalter belangt werden. Eine fahrlässige Körperverletzung liegt vor, wenn der Halter seine Aufsichtspflicht über den Hund verletzt hat, während bei einer gefährlichen Körperverletzung ein gezielter Angriff befohlen wurde. Je nach Schwere des Falls ist eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe fällig.

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