Frau hält ein Bild von sich mit einem Burka bekleidet vor ihr Gesicht

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In der Ganzkörperverschleierung sehen viele Befürworter einen Ausdruck tiefen Glaubens. Andere, in westlichen Ländern, halten die Vollverschleierung hingegen für eine Form der Unterdrückung von Frauen. Nun spaltet die Debatte um ein Burkaverbot die deutsche Politik.

Was versteht man unter einer Burka?

Unter einer Burka versteht man einen bodenlangen Überwurf. Dieser verhüllt den gesamten Körper. Die Frau kann nur durch einen schmalen Sehschlitz mit Stoffgitter hindurch schauen. Vor allem in Ländern wie Afghanistan und Pakistan wird die Burka getragen. In Abstufungen lassen andere Verschleierungsarten aber auch mehr von Gesicht und Körper erkennen. Von Musliminnen in Europa wird der sogenannte Hidschab, also ein einfaches Kopftuch, am häufigsten getragen. Der sogenannte Chimar und die Amira bedecken auch die Schulten bzw. den Oberkörper. Der schwarze Tschaddor bedeckt den ganzen Körper, lässt aber das Gesicht frei. Dieser stammt aus dem Iran. Der Niqab ist ein Schleier, der die Haare und das Gesicht unterhalb der Augen verdeckt. Dieser findet sich auf der arabischen Halbinsel und unter strenggläubigen Musliminnen im Westen. Mohammed soll laut einer Prophetenüberlieferung (Hadith) den Frauen aufgetragen haben, in der Öffentlichkeit nicht mehr zu zeigen als Gesicht und Hände. Somit wäre dies ein theologisches Argument gegen die Burka. Der Koran, die maßgebliche Quelle, besagt, dass Musliminnen lediglich „etwas von ihrem Gewand über sich ziehen“ (Sure 33, Vers 59) bzw. „ihren Schleier über ihre Blusen ziehen“ (24,31) sollten. Im Laufe von Jahrhunderten entwickelten sich auf dieser Grundlage die heutigen Verschleierungsformen

Was sagen die Forderer eines Burkaverbots und wie argumentieren die Gegner?

In Kürze wollen die Länderminister der Union die „Berliner Erklärung“ verabschieden. Diese fordert unter anderem ein Burkaverbot. Die Burka wird von den Verbotsbefürwortern als Zeichen für Integrationsverweigerung und als Symbol für die Unterdrückung der Frau gesehen. Die mehr oder weniger erzwungene Verschleierung ist für sie ein Rückschritt für die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Zudem könnte die Verhüllung Anschläge erleichtern. Somit spielen Sicherheitsbedenken ebenfalls eine Rolle. Einige Befürchten auch eine Gefährdung des Straßenverkehrs. Nach Auffassung innerislamischer Burka-Kritiker gebe es keine religiöse Basis für die Burka. Angesichts der wenigen Burkaträgerinnen in Deutschland sprechen Verbotsgegner von populistischer Symbolpolitik und einer Scheindebatte. Außerdem sei ein entsprechendes Gesetz verfassungswidrig. Solange Frauen die Burka freiwillig tragen, verstoße es gegen Religionsfreiheit und Gleichbehandlung. Ein Verbot helfe zudem nicht den Frauen, die dazu gezwungen würden. Diese dürften ohne Burka nicht einmal das Haus verlassen. 70 Prozent der Musliminnen in Deutschland tragen laut einer Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gar kein Kopftuch. Dabei spielt die Burka so gut wie keine Rolle. Bundesweit tragen „vielleicht 100“ Frauen das archaische Gewand, schätzt die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor.

Quelle:
http://www.focus.de/politik/deutschland/burka-verbot-alle-infos-zur-debatte-um-das-recht-auf-totale-verhuellung_id_5837552.html

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