Fußballfan wegen Beleidigung von Polizisten mit „A.C.A.B“-Banner verurteilt

Verfasst von Christian Schebitz am 16. Dezember 2014

Fußballfans im Stadion
istock.com/Laszlo Szirtesi

Immer wieder waren in den letzten Jahren Krawalle und Ausschreitungen in Fußballstadien ein vieldiskutiertes Thema in der Öffentlichkeit. Eine besondere Rolle spielt in der Debatte dabei stets die Polizei, die sich zum Teil heftigen Angriffen aus Fangruppierungen ausgesetzt sieht. Das OLG Karlsruhe bestätigte nun die Verurteilung eines Fußballfans wegen Beleidigung der Polizei.

Transparent mit „A.C.A.B.“-Aufschrift ist strafbar

Bei einer Fußballpartie in der zweiten Bundesliga zwischen dem Karlsruher SC und dem VfL Bochum hatte ein Anhänger des Karlsruher SC gemeinsam mit einigen Helfern ein großes, im gesamten Stadioninnenraum zu sehendes Banner aufgehängt, das den Schriftzug „A.C.A.B.“ trug. „A.C.A.B.“ steht für „all cops are bastards“, deutsch in etwa: „Alle Bullen (Polizisten) sind Bastarde“. Nachdem es in einem ersten Verfahren zunächst einen Freispruch für den Fußballfan gegeben hatte, legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein und der Fan wurde in der nächsten Instanz schuldig gesprochen und verurteilt. Die Revision des Fans gegen das Urteil wurde schließlich durch den 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe verworfen, die Verurteilung des Fußballfans ist somit rechtskräftig.

„A.C.A.B.“ stellt Beleidigung nach § 185 StGB dar

Die in den verschiedenen Instanzen zu klärende Frage war, ob und wieweit die Aussage „all cops are bastards“ eine Beleidigung im Sinne des § 185 Strafgesetzbuch darstellt. (§ 185 StGB Beleidigung – Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.)

Das Landgericht Karlsruhe hatte den Fußballfan noch freigesprochen und argumentiert, dass sich der Spruch auf alle Polizeibeamten dieser Welt („all cops“) bezogen hätte und dass somit eine Abgrenzbarkeit und Überschaubarkeit des bezeichneten Personenkreises gefehlt habe. Dieser Einschätzung folgte das Oberlandesgericht Karlsruhe nicht.       

  •   Quelle: Oberlandesgericht Karlsruhe, Beschluss vom 20.05.2014 – 1 (8) Ss 678/13- AK 15/14 –

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