Fersensporn als Berufskrankheit?

Verfasst von Christian Schebitz am 23. Juni 2015

Fersensporn
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Ein Fersensporn ist ein knöcherner Stachel, der sich bei vielen Menschen ab einem Alter von mehr als vierzig Jahren am Fersenknochen bildet. Fersensporne entstehen in der Regel durch andauernde Fehl- oder Überlastung des Fußes sowie bei bestimmten Fehlstellungen und verursachen einen stechenden oder brennenden Schmerz. Ob ein Fersensporn als Berufserkrankung einzustufen ist, musste vor kurzem das Sozialgericht Karlsruhe entscheiden.

In dem vorliegenden Fall stellte ein 1954 geborener Mann im Jahr 2012 bei seiner Berufsgenossenschaft einen Antrag auf Anerkennung seines beidseitigen Fersensporns als Berufskrankheit und auf Entschädigung aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Er begründete seinen Antrag damit, dass der bei ihm vorliegende Fersensporn auf seine seit dem Jahr 1970 ausgeübte berufliche Tätigkeit zurückzuführen sei, bei der er über wiegend auf „harten Industriefußböden“ zu stehen habe. Er verwies außerdem auf die Broschüre “Bewegungsergonomische Gestaltung von andauernder Steharbeit”, die 2009 vom Länderausschuss für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheitstechnik veröffentlicht wurde. Die Berufsgenossenschaft entsprach seinem Antrag jedoch nicht – es kam zum Gerichtsverfahren.

Ist ein Fersensporn eine Berufskrankheit?

Das mit dem Fall betraute Sozialgericht Karlsruhe holte zur Beurteilung des Sachverhaltes Auskünfte des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ein. Das Gericht stellte fest, dass Fersensporne nicht als Berufskrankheit eingestuft werden können, weil sie nicht zu den in der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung (BKV) aufgeführten Erkrankungen zählen. Auch ist nach Ansicht des Gerichts keine Einstufung von Fersenspornen als berufsbedingte Sehnenerkrankung möglich, da das Krankheitsbild in diesem Fall ein anderes ist.

Weil des Weiteren auch keine neueren Erkenntnisse der Medizin vorliegen, die eine Einstufung von Fersenspornen als Berufskrankheit rechtfertigen würden, wies das Sozialgericht Karlsruhe die Klage des betroffenen Mannes ab. 

  • Quelle: Sozialgericht Karlsruhe, Gerichtsbescheid vom 01.06.2015 – S 1 U 3803/14 – 

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