Joint liegt auf Kräutermischung

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Fahrverbot nach Drogenwahn

Verfasst von am 12. Februar 2016 in Allgemein

Ein Mann, der im Drogenwahn
nackt über die Straße gelaufen ist, muss nun seinen Führerschein abgeben. Das Verwaltungsgericht Neustadt hat
entschieden, dass bereits der einmalige Konsum psychoaktiv wirkender Drogen die Vorlage eines
medizinisch-psychologisches Gutachtens erfordert.

E-Bike-Fahrer verfällt nach Konsum einer psychoaktiv
wirkenden Droge in Wahnzustand

Der Mann, der seinen
Führerschein seit dem Jahr 2007 besaß, wurde im April 2014 von der Polizei
aufgegriffen. Nach eigenen Angaben hatte er wiederholt von der Kräutermischung
After Dark“ geraucht. Dabei handelt
es sich um einen Stoff, der mitunter psychoaktiv wirken kann. Der Mann fuhr
nach dem Konsum der Droge mit seinem E-Bike durch Ludwigshafen, als er plötzlich
in einen Wahnzustand verfiel. Er zog
sich die Kleidung aus, rannte scheinbar kopflos über die Straße, zog sich kurz
darauf wieder an und fuhr schließlich weiter. Nachdem Zeugen die
Rettungssanitäter verständigt hatten, wurde dem Mann eine Blutprobe entnommen
und der Führerschein für ein paar Stunden abgenommen.

Stadt verlangt medizinisch-psychologisches Gutachten
zur Beurteilung der Fahreignung

Nachdem die Stadt Monate
später von dem Vorfall erfahren hatte, forderte sie den Mann auf, bis September
2015 ein medizinisch-psychologisches
Gutachten (MPG)
vorzulegen, um seine Eignung zum Führen von Fahrzeugen zu
beweisen. Da er dieser Aufforderung jedoch nicht nachkam, wurde ihm schließlich
der Führerschein entzogen. Daraufhin legte der Mann Widerspruch ein.

Wann kann die Fahrerlaubnis entzogen werden?

Das Verwaltungsgericht Neustadt gab der Stadt Recht und erklärte die
Untersagung des Führens von Fahrzeugen für rechtmäßig. Der Mann habe
nachweislich eine Substanz konsumiert, die unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) falle. Die Kräutermischung „After
Dark“ habe einen ähnlichen – wenn nicht sogar noch stärkeren – Effekt wie der Cannabiswirkstoff
THC. Von derartigen Substanzen gehe regelmäßig ein erhebliches Risiko für den
Straßenverkehr aus, unabhängig davon, ob der Konsument unter dem Einfluss der
Droge am Straßenverkehr teilgenommen habe. Gemäß der Straßenverkehrsordnung und der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) könne
die Fahrerlaubnis schon nach einmaligem Konsum entzogen werden.

Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Neustadt vom 21.01.2016, AZ: 3 L 1112/15.NW 

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