Krankenpfleger hält Tablettenblister und tippt etwas in einen Laptop ein

fotolia.de/lenetsnikolai

Was geht in einem Menschen vor, der mordet? Und wie hoch ist die Zahl der Mordopfer wirklich? Diese Fragen stellen sich auch die Ermittler der Sonderkommission „Kardio“ und die Staatsanwaltschaft, die zurzeit weitere Mordfälle des Ex – Krankenpflegers Niels H. aufdecken. Nicht nur im Klinikum Delmenhorst hat er Patienten mithilfe einer tödlichen Überdosis des Herzmedikaments „Gilurytmal“ getötet. Auch im Klinikum Oldenburg soll der 39 – Jährige für grausamen den Tod mehrerer Menschen verantwortlich sein.

Der Mörder, der Aufmerksamkeit suchte 

Eigentlich wollte er nur sein Können beweisen, so Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann. Er verabreichte den Patienten absichtlich eine Überdosis des Herzmedikaments Gilurytmal mit dem Wirkstoff Ajmalin, um sie anschließend zu reanimieren. Laut Gutachter Konstantin Karyofilis habe er einen besonderen „Kick“ verspürt, wenn er die Patienten aus der lebensbedrohlichen Situation wieder rettete. Ein Spiel auf Leben und Tod – ein Spiel, das viele Menschen mit ihrem Leben bezahlen mussten. 

Schon vor Jahren auffällig

Bereits im Jahr 2006 wurde Niels H. erstmals wegen versuchten Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nur ein Berufsverbot wurde nicht rechtzeitig ausgesprochen von der Staatsanwaltschaft Oldenburg und dem Gericht – mit fatalen Folgen: H. arbeitete weiterhin als Pfleger in Altenheimen. Einige Morde wurden bereits aufgedeckt. 

Weitere Ermittlungen

Von 99 exhumierten Patienten des Klinikums Delmenhorst wurden in 30 Fällen Rückstände des Medikaments gefunden. Nun musste sich H. wegen 27 Todesfällen vor Gericht verantworten, die er bereits gestanden hat. Doch die Dunkelziffer der Morde wird noch weitaus höher geschätzt und ein weiterer Prozess soll bevorstehen. Dabei sollen nun alle weiteren nachweisbaren Taten des Ex – Krankenpflegers aufgedeckt werden. Bereits im Februar 2014 wurde H. vom Landgericht Oldenburg wegen Mord und versuchten Mordes in insgesamt fünf Fällen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Laut Schiereck – Bohlmann wird sich an diesem Urteil auch nichts mehr ändern. 

Quellen: 

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/oldenburg-niels-h-toetete-als-krankenpfleger-dutzende-patienten-a-1099053.html

http://deine-wesermarsch.de/2016/06/22/aktueller-stand-der-ermittlungen-gegen-niels-h/ 

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/oldenburg-lebenslang-fuer-krankenpfleger-niels-h-a-1020712.html 

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ex-krankenpfleger-niels-h-sieben-weitere-opfer-entdeckt-a-1071808.html 

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Die-Karriere-eines-Serienmoerders,krankenpfleger402.html 


Telefonische Rechtsberatung

Telefonische Rechtsberatung

  • sofortige Rechtsauskunft
  • anwaltliche Ersteinschätzung
  • zum Festpreis ab 29€
Online Rechtsberatung

Schriftliche Rechtsberatung

  • Antwort in Ø 2 Stunden
  • Schwarz auf Weiß
  • zum Festpreis ab 99€
Anwalt vor Ort

Rechtsberatung vor Ort

  • direkte Kontaktaufnahme zum Anwalt
  • rechtlicher, persönlicher Beistand
  • ausgewählte, profilierte Rechtsanwälte