Die geeignete Winterbereifung

Verfasst von akerth am 14. November 2007

Seit Mai 2006 gilt laut § 2 Abs. 3 a StVO: „Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage.“ Die generelle Winterreifenpflicht ist somit aufgehoben. Allerdings ist es empfehlenswert, bei unklarer Witterungslage und vor allem nasskaltem Wetter Winterreifen aufzuziehen, da laut Bundesverkehrsministerium die Reifen geeignet sind, die technisch wirksam sind. Technisch wirksam sind bei Eis, Schnee oder Matsch nur die Winterreifen. Der ADAC empfiehlt hier allerdings nur unbeschadete Reifen von mindesten 4 Millimeter Profil. Ob Sie einen Winterreifen besitzen, erkennen Sie nach Autobild leider nicht an der Aufschrift „M+S“, denn dieses Zeichen ist nicht geschützt, sondern eher an dem Schneeflocken-Zeichen, denn diesem Zeichen aus den USA liegt ein Traktionstest zugrunde. Die europäische Reifenindustrie kennzeichnet wintertaugliche Reifen ebenfalls mit diesem Symbol. Bußgelder

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  • Ungeeignete Bereifung kann mit EUR 20.- geahndet werden, bei Behinderung anderer droht das Doppelten und ein Punkt in Flensburg.
  • §23, Straßenverkehrsordnung (StVO) verlangt, dass der Fahrer bei Fahrtantritt freie Sicht hat. Dies bedeutet, dass Schnee und Eis nicht nur von Front- und Heckscheibe, sondern ebenso von den Seitenspiegeln entfernt werden sollte. Auch das Dach sollte schneefrei sein. Andernfalls drohen Verwarnungsgelder ab 25 EUR. Ist die Verkehrssicherheit stark beeinträchtigt, können sogar drei Punkte im Flensburger Zentralregister fällig werden.
  • Fehlendes Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage kann mit Bußgeldern geahndet werden.

Versicherung Die neue Regelung verschärft das Konfliktpotential mit den Versicherungen. Die fehlende Norm macht es den Versicherungen leicht, sich im Falle eines Schadens, quer zu stellen. Generell gilt jedoch:

  • Für Schäden an fremden Fahrzeugen und Personen kommt im Normalfall die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auf, sofern das Auto die witterungsbedingten richtigen Reifen trägt.
  • Die Schäden am eigenen Wagen zahlt die Vollkasko-Versicherung. Wer hingegen nur eine Teilkasko abgeschlossen hat, muss den eigenen Schaden selbst tragen
  • Im Falle eines Unfalles riskiert der Fahrer eine Mithaftung, wenn er z.B. auf Fahrfehler anderer nicht optimal reagieren konnte, weil er Sommerreifen am Auto hat.
  • Ist der Unfall selbstverschuldet und hat das Auto Sommerreifen und das Wetter unpassend für diese Bereifung, kann dem Fahrer dies, zusammen mit dem unangepassten Tempo als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt werden.

Daher erscheint es sinnvoll, im Zweifel über das Wetter, das Auto stehen zu lassen, oder sich Ganzjahresreifen zu besorgen, die allerdings den gleichen Normen entsprechen sollten, wie die Winterreifen. Quellen und Links:

  • Autobild – „Das ändert sich 2006
  • ADAC- „Der Winter kommt“
  • WDR – „Winterreifen: Pflicht oder nicht?“

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