fotolia.com/Marco2811

Ab Januar soll es für vier Millionen Beschäftigte des Niedriglohnsektors mehr Geld geben. Es wird eine Erhöhung um 34 Cent pro Stunde von der Mindestlohnkommission empfohlen.

Sind die Gewerkschaften zufrieden?

Künftig bekommen Arbeitnehmer einen spürbar höheren Mindestlohn. Zum 01.01.2017 steigt die Lohnuntergrenze von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro brutto pro Stunde. Dies legte am Dienstag die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Berlin fest. Jan Zilius, der ehemalige Arbeitsdirektor des Energiekonzerns RWE und Vorsitzende der Kommission, sagte, dass der Beschluss einstimmig gefallen sei. „Die Höhe der Anpassung orientiert sich nachlaufend an der Tarifentwicklung.“ Die neue Lohnuntergrenze ist zwar weit von der geschäftlichen Zielmarke von 10 Euro entfernt. Steffan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), ist dennoch zufrieden: „Bei einer Vollzeitstelle mit 37,5 Wochenstunden bedeutet die Anpassung immerhin 55 Euro mehr im Monat. Es ist die erste Anpassung des vor eineinhalb Jahren eingeführten gesetzlichen Mindestlohns. Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer, außer für Langzeitarbeitslose nach einer Arbeitsaufnahme in den ersten sechs Monaten. Für Azubis, Menschen mit Pflichtpraktikum oder Praktikum unter drei Monaten gilt er ebenfalls nicht. 

Woran orientiert sich die Höhe des Mindestlohns?

Die Höhe des Mindestlohns wird nun alle zwei Jahre von der Kommission, die frei von politischer Einflussnahme entscheiden soll, neu festgelegt. Die vorangegangene Entwicklung der Tariflöhne ist dabei die Basis. Im Kern orientiert sich die Kommission an der Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns, also am Tarifindex. Es fließen rund 500 Tarifverträge in den Index, den das Statistische Bundesamt ermittelt, ein. Seit Anfang 2015 sind die Löhne und Gehälter um durchschnittlich 3,2 Prozent gestiegen. Hierbei wäre der Mindestlohn auf exakt 8,77 Euro gestiegen. Die Kommission hat allerdings einen eigenen Entscheidungsspielraum und berücksichtigte ebenfalls den jüngsten Abschluss für den öffentlichen Dienst. Bis zuletzt war dies zwischen dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerlager umstritten. Des Weiteren sollte bei der Erhöhung, nach den Vorgaben des Gesetzgebers, berücksichtigt werden, dass die Beschäftigung nicht bedroht wird. Der Sozialverband VdK kritisierte die Erhöhung als unzureichend. VdK-Präsidentin der Deutschen Presse-Agentur, Ulrike Mascher, sagte: „Der Mindestlohn soll deutlich erhöht werden und sicherstellen, dass Beschäftigte in Vollzeit mit dem Arbeitseinkommen für ihren Lebensunterhalt sorgen können und eine angemessene Alterssicherung über dem Grundsicherungsniveau aufbauen können.“ Viele Vertreter von Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft hatten vor der Einführung des Mindestlohns vor dem Verlust vieler Arbeitsplätze gewarnt. Hierbei waren anschließend vor allem Minijobs betroffen. Zudem hatten Arbeitgeber einiger Branchen eine Unmenge an Bürokratie gefürchtet. Grund dafür war die zur Ermittlung des Mindestlohns pro Stunde genau zu dokumentierende Arbeitszeit. 
Quellen:
http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article156659224/Ab-Januar-gibt-es-8-84-Euro.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/gesetzlicher-mindestlohn-ab-2017-auf-8-84-euro-erhoeht-14313338.html
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/gesetzlicher-mindestlohn-steigt-2017-auf-8-84-euro-pro-stunde

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:


Telefonische Rechtsberatung

Telefonische Rechtsberatung

  • sofortige Rechtsauskunft
  • anwaltliche Ersteinschätzung
  • zum Festpreis ab 29€
Online Rechtsberatung

Schriftliche Rechtsberatung

  • Antwort in Ø 2 Stunden
  • Schwarz auf Weiß
  • zum Festpreis ab 99€
Anwalt vor Ort

Rechtsberatung vor Ort

  • direkte Kontaktaufnahme zum Anwalt
  • rechtlicher, persönlicher Beistand
  • ausgewählte, profilierte Rechtsanwälte