Auto bei eBay-Auktion für einen Euro ersteigert – ist das rechtmäßig?

Verfasst von Christian Schebitz am 17. Juli 2019

Internetauktionen
istock / nyul

Der Bundesgerichtshof musste sich mit eBay-Auktionen beschäftigen. Logischerweise ist es so, dass die Sache, die zum Kauf angeboten wird, wahrscheinlich nicht mehr zu ihrem Originalpreis verkauft werden kann. Was passiert aber, wenn der Kaufpreis sich schließlich sehr von dem unterscheidet, was die Ware eigentlich Wert ist? In diesem Fall ging es darum, dass eine Ware zum „Schnäppchenpreis“ verkauft wurde, was aber ein Irrtum war, da ein „grobes Missverhältnis“ bestand. Ist dann die Internetauktion trotzdem wirksam oder was gibt es für rechtliche Möglichkeiten, die dann eingeleitet werden können?

Kostenlose Erstberatung beantragen

Ihre Daten werden, streng vertraulich, nur an einen einzigen Rechtsanwalt übermittelt.

image

Zustandekommen eines Kaufvertrags auf eBay

Konkret ging es um einen Mann, der sein Fahrzeug bei eBay verkaufen wollte. Als Mindestgebot setzte er lediglich einen Euro an. Stunden danach entschied er sich, seinen Wagen nicht über die Internetplattform eBay zu verkaufen, sondern privat. Tatsächlich hatte er einen anderen Käufer gefunden, der mehr zahlen wollte. Er schrieb dem bis zum Auktionsabbruch Höchstbietendem, dass er die Auktion außerhalb des Internets fortgesetzt hatte. Dieser wollte das aber nicht akzeptieren, sondern das Auto für den Preis, den er als Gebot abgegeben hatte. Das zog eine Schadensersatzforderung und eine Klage nach sich. Der Verkäufer beklagte sich über den angeblich gültigen Kaufvertrag. Das Auto sei ca. zwischen 4000 und 5000 Euro Wert. War es also rechtmäßig, dass es für 1 Euro versteigert wurde?

Verkäufer muss auf Mindestobergrenze achten und Risiko bedenken

Der Bundesgerichtshof entschied, dass der Kaufvertrag „nicht wegen Sittenwidrigkeit (§ 138 Abs. 1 BGB*) nichtig ist“. Zwar liege hier ein grobes Missverhältnis vor, was die Relation zwischen Maximalgebot des Käufers und dem Wert des Autos angeht. Allerdings sei eben das eine Internetauktion: Menschen wollen etwas zu einem Schnäppchenpreis kaufen. Es ist daher an demjenigen, der etwas veräußern will, den Kaufpreis richtig anzusetzen und dafür zu sorgen, dass es eine Mindestgebotsgrenze gibt. Der Beklagte habe sich frei dazu entschieden, als Untergrenze 1 Euro anzugeben. Er hätte einen höheren Startpreis einstellen können. Risiko gehöre zu einer Internetauktion dazu.

  • Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 12. November 2014, Az.: VIII ZR 42/14

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Abbruchjäger bei eBay

Schadensersatz für vorzeitig beendete eBay-Auktion

eBay: Nickname für Umsatzsteuerpflicht relevant

Beitrags-Navigation

Kompetente Rechtsberatung zu diesem Thema bieten diese ausgewählten Anwälte:

Services zu diesem Thema:

Zu diesem Thema mit einem Anwalt sprechen!

29*

15 Minuten

    • 15 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Antwort auf eine konkrete kurze Fragestellung

Jetzt buchen

49*

30 Minuten

meistgekauft

    • 30 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Juristische Erläuterung des Problems & Handlungsempfehlung

Jetzt buchen

69*

45 Minuten

    • 45 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Diskussion eines komplexeren Problems und konkrete Tipps

Jetzt buchen

Haben Sie eine Frage zu diesem Thema und suchen die passende Rechtsberatung?

Anwalt anrufen