Eingabezeile für ein Passwort

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Apple bleibt weiterhin hart: Noch immer weigert sich der Technologiekonzern, den Forderungen der Sicherheitsbehörde FBI nachzukommen und in seinem Betriebssystem iOS eine Hintertür zum Knacken des iPhone-Passwortes zu schaffen. Von führenden Sicherheitsexperten hagelt es Beifall.

Konfrontation vor dem US-Kongress

Der Streit um die Entsperrung des iPhones des San-Bernardino-Attentäters Syed Rizwan Farook ging am gestrigen Dienstag in die nächste Runde: Apple und das FBI bekamen die Gelegenheit, ihre Positionen vor dem US-Kongress zu erläutern. Obwohl FBI-Chef James Comey Fehler seiner Behörde eingestand, bleiben die Fronten weiter verhärtet. Das FBI fordert von Apple die Programmierung einer Entschlüsselungssoftware, um das betreffende iPhone durch eine eigene Brute-Force-Attacke zu knacken. Apple sieht darin hingegen die Schaffung eines gefährlichen Präzedenzfalls: Die Entsperrung dieses einen iPhones schaffe eine Hintertür, durch welche die Privatsphäre und Sicherheit der gesamten Bevölkerung verletzt werden könnte. Comey gab auf Nachfragen schließlich selbst zu, dass das FBI im Falle eines Sieges vor Gericht selbstverständlich auch weitere iPhones entsperren wolle.

Darum geht es bei der Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI

Im Zuge der Ermittlungen rund um den San-Bernardino-Anschlag am 2. Dezember 2015 forderte das FBI den Apple-Konzern dazu auf, bei der Entsperrung des Smartphones eines der Attentäter behilflich zu sein. Das FBI möchte herausfinden, ob die beiden Attentäter Syed Rizwan Farook und Tashfeen Malik tatsächlich in Kontakt zum „Islamischen Staat“ standen.

Die Behörde hatte bereits selbst versucht, die Daten des iPhones über den iCloud-Zugang zu extrahieren, sich jedoch ein Eigentor geschossen: Durch die Zurücksetzung des Passwortes verlor das FBI den kompletten Zugang zum Handy, da dieses durch ein weiteres Passwort geschützt ist, das der Behörde nicht vorliegt. Durch eine eingebaute Passwortsperre von Apple werden alle Daten auf dem Gerät gelöscht, wenn dieses Passwort zehnmal falsch eingegeben wird. Apple wehrt sich nun gegen eine gerichtliche Anordnung, diese Sperre zu entfernen. Eine entsprechende Software müsse erst geschrieben werden. Außerdem sieht Apple darin einen Angriff auf die Privatsphäre seiner Kunden.

Auch die NSA verweigerte dem FBI ihre Hilfe, aus Angst, dass interne Arbeitsweisen im Zuge eines Gerichtsverfahrens an die Öffentlichkeit gelangen könnten.

Was sagen Sicherheitsexperten zu den Forderungen des FBI?

In Sicherheitskreisen zeigte man sich zur Apple-Debatte überraschend einig: Bei der Konferenz für Kryptographie und Informationssicherheit RSA, die diese Woche in San Francisco stattgefunden hat, bezogen einige Sicherheitsexperten klar Stellung – und schlugen sich auf die Seite von Apple. Einer von ihnen ist Turing-Preisträger Whitfield Diffie. Microsoft-Präsident Brad Smith äußerte sich ebenfalls kritisch. Er bezeichnete die vom FBI geforderte Hintertür als direkten Weg in die Hölle und forderte die Menge dazu auf, Apple in der Auseinandersetzung zu unterstützen.

Quellen:

  • http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apple-vs-FBI-Apple-soll-seinen-bissigen-Wachhund-zurueckpfeifen-3123773.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.rdf
  • http://www.theguardian.com/technology/2016/mar/01/apple-fbi-encryption-fight-security-experts-rsa

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