Stethoskop liegt auf Geldscheinen

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Nach mehr als sechswöchiger Arbeitsunfähigkeit zahlen Krankenkassen ein Krankengeld. Hierfür müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Einen Anspruch auf Krankengeld haben gesetzlich Versicherte, wenn eine Krankheit sie arbeitsunfähig macht. Der Arzt muss den Anspruch für den entsprechenden Zeitraum bestätigen. Liegt für diese Zeit bereits ein Gutachten des Sozialmedizinischen Dienstes der Krankenkassen vor, reiche das als Bestätigung aus. Dies entschied das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (Az.: L 5 KR 578/15). Die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet über dieses Urteil. 

Welcher Fall liegt hier zugrunde?

Mitte November 2014 erkrankte ein Arbeitnehmer. Sein Chef kündigte dem Mann zu Ende November 2014. Das Entgelt zahlte er ihm bis zum Ablauf der Kündigungsfrist weiter. Dem Arbeitnehmer wurde von einem Chefarzt die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Der Grund hierfür waren rheumatische Beschwerden und andere Erkrankungen. Die Krankenkasse veranlasste eine Bestätigung seiner Arbeitsunfähigkeit durch den Sozialmedizinischen Dienst. Zwischenzeitlich gab es weitere ärztliche Diagnosen, die dasselbe Ergebnis hatten. Zum 24. Februar 2015 stellte die Krankenkasse dennoch die Zahlung des Krankengeldes ein. Argumentiert wurde dies dadurch, dass der Mann nicht nahtlos weitere Bescheinigungen vorgelegt habe. Der Arbeitnehmer legte dagegen Klage ein. 

Mittels welcher Nachweise wird eine Arbeitsunfähigkeit bestätigt?

Das Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen bestätigte den Erfolg des Klägers. Nur bei einem lückenlosen Nachweis der Arbeitsunfähigkeit, gelte ein Anspruch auf Krankengeld. Laut Gesetz müsste demnach die erneute Bescheinigung vor Ablauf der alten vorliegen. Im verhandelten Fall habe es eine Lücke von einem Tag gegeben. Die Richter der Vorinstanz hatten jedoch das Gutachten des Sozialmedizinischen Dienstes nicht berücksichtigt. Die Arbeitsunfähigkeit wurde durch dieses über die genannte Lücke von einem Tag hinaus festgestellt. Da irgendein Arzt die Arbeitsunfähigkeit des Mannes bestätigen kann, reiche dies als Nachweis aus. Letztendlich bekam der Mann für den beantragten Zeitraum, bis Ende April 2015, das Krankengeld bezahlt. 
Urteil:
http://www.lr-online.de/tipps-und-trends/geld-und-markt/Anspruch-auf-Krankengeld-Das-muss-ein-Arzt-bestaetigen;art802,5525926

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