Rechtsberatung rund um Urlaub

Definition Urlaub

Als Urlaub bezeichnet man die bezahlte und genehmigte Freistellung eines Arbeitnehmers von der Arbeit.

Was ist Urlaub?

Jedem Arbeitnehmer steht eine gewisse Zahl von Urlaubstagen zu. Je nach Anlass gibt es unterschiedliche Formen wie den Erholungsurlaub, Bildungsurlaub, Erziehungsurlaub, Pflegeurlaub oder Sonderurlaub. Diese gesetzliche Grundlage bildet das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Zusätzlich kann der Arbeitgeber Betriebsferien festlegen. Diese müssen jedoch mit dem Betriebsrat abgesprochen werden oder betriebliche Gründe haben.

Was ist Erholungsurlaub?

Am häufigsten kommt der Erholungsurlaub vor. Er soll es dem Arbeitnehmer ermöglichen, sich zu erholen und mit neuer Energie an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Der Bildungsurlaub dient hingegen der Weiterbildung des Arbeitnehmers, der etwa für eine Schulung eine Weile dem Arbeitsplatz fernbleiben darf. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, unbezahlten Sonderurlaub zu nehmen und das Arbeitsverhältnis solange pausieren zu lassen.

Wann besteht ein Anspruch auf Urlaub?

Der Anspruch auf Urlaub entsteht bei einer betrieblichen Tätigkeit, die länger als sechs Monaten andauert. Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch beträgt 24 Tage, in den meisten Fällen werden jedoch mehr Urlaubstage gewährt. Der Urlaubsanspruch bezieht sich nur auf Werktage, an denen regulär gearbeitet werden würde, Sonn- und Feiertage werden nicht als Urlaubstage gezählt. Der Urlaub muss in zusammenhängender Form gewährt werden. Ist das nicht möglich, stehen dem Arbeitnehmer mindestens 12 aufeinanderfolgende Werktage zu.

Wo reiche ich den Urlaubsantrag ein?

Urlaub muss vom Arbeitgeber genehmigt werden. Zu diesem Zweck wird in der Regel ein Urlaubsantrag mit dem Wunschtermin des Arbeitnehmers eingereicht. Es ist sinnvoll, diesen so früh wie möglich einzureichen, um eine bessere Planung zu ermöglichen. Wurde der Urlaub in einem Kalenderjahr nicht vollständig aufgebraucht, verfällt er, wenn der Arbeitnehmer keine wichtigen Gründe anführen kann. Nach der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses bleibt der Urlaubsanspruch hingegen erhalten, sodass der Arbeitgeber auch nach einer fristlosen Kündigung verpflichtet ist, die ausstehenden Urlaubstage zu auszuzahlen.

Wie hoch ist das Urlaubsentgelt?

Der Urlaub wird mit einem Urlaubsentgelt vergütet. Dieses entspricht der Höhe des durchschnittlichen Arbeitsverdienstes der letzten dreizehn Wochen vor Urlaubsbeginn. Zusätzlich kann der Arbeitgeber entscheiden, ob er Urlaubsgeld gewährt. Der Anspruch wird in den meisten Fällen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag festgelegt. Lassen Sie Ihren Vertrag hier von einem Rechtsanwalt überprüfen.

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Top-Fragen zum Thema Urlaub für Arbeitnehmer

1. Wann gilt mein Urlaub als genehmigt?

Urlaub muss vom Arbeitgeber genehmigt werden. Entgegen der landläufigen Meinung ist das nicht der Fall, wenn ein Urlaubsantrag eingereicht wurde. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die Wünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, sondern kann den Urlaub aus betrieblichen Gründen verweigern. Urlaub gilt also erst als genehmigt, wenn dies ausdrücklich mitgeteilt oder der Antrag unterschrieben wurde.

2. Wie viel Urlaub darf ich am Stück nehmen?

Der gesetzliche Urlaubanspruch beträgt 24 Werktage. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diesen in zusammenhängender Form zu gewähren. Aus diesem Grund stehen dem Arbeitnehmer mindestens 12 aufeinanderfolgende Urlaubstage zu. Diese zwei Wochen müssen in jedem Fall am Stück genommen werden, nur einzelne Urlaubstage sind nicht möglich. Wenn der Arbeitgeber das verweigert, sollten Sie in jedem Fall Kontakt zu einem Rechtsanwalt aufnehmen, der Sie bei Ihrer Forderung unterstützt.

Urlaub muss vom Arbeitgeber genehmigt werden. Entgegen der landläufigen Meinung ist das nicht der Fall, wenn ein Urlaubsantrag eingereicht wurde. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die Wünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, sondern kann den Urlaub aus betrieblichen Gründen verweigern. Urlaub gilt also erst als genehmigt, wenn dies ausdrücklich mitgeteilt oder der Antrag unterschrieben wurde.

3. Wann verfällt mein Urlaub?

Der Urlaubsanspruch verfällt nach Ablauf des Kalenderjahres. In einigen Unternehmen kann der Urlaub jedoch bis zum 31.03. genommen werden, wenn dies vorher beantragt wurde. Bei einer Kündigung verfällt der Urlaub hingegen nicht, sondern muss vom Arbeitgeber gewährt oder ausgezahlt werden.

4. Wann darf mich mein Arbeitgeber aus dem Urlaub zurückholen?

Generell ist man während dem Urlaub nicht zur Arbeit verpflichtet. Ausnahmen gibt es in Extremfällen und dringenden Notfällen. Ein Abbruch ist nur möglich, wenn wichtige Gründe vorliegen und etwa die Zukunft des Unternehmens gefährdet ist. Wenn Sie der Arbeitgeber aus dem Urlaub zurückholt, muss er anfallende Rechnungen und Stornogebühren übernehmen. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie wiederholt zum Abbruch zwingt, sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt in Ihrer Nähe beraten lassen und gemeinsam dagegen vorgehen.

5. Was geschieht bei Krankheit vor dem Urlaubsantritt?

Wenn Sie vor dem Antritt ihres genehmigten Urlaubs erkranken, darf Ihnen dieser nicht verwehrt werden. Dennoch sollte der geplante Urlaubsantritt mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden, da dringende betriebliche Gründe eine Verschiebung rechtfertigen können. Wenn die Krankheit während des Urlaubs eintritt, muss hingegen der Arbeitgeber informiert und eine Krankmeldung eingereicht werden.

6. Kann ich für meinen Umzug oder meine Hochzeit Urlaub nehmen?

Bei einem Umzug besteht kein gesetzlicher Anspruch auf bezahlten Sonderurlaub. Eine Ausnahme liegt vor, wenn der Umzug betrieblich bedingt ist. Stattdessen wird der Urlaub nach § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) gewährt, wenn der Arbeitnehmer aus einem persönlichen Grund ohne sein Verschulden an der Arbeitsleistung gehindert wird. Das ist der Fall, wenn es innerhalb der engsten Familie eine Geburt, einen Krankheitsfall oder einen Todesfall gibt. Sonderurlaub kann außerdem für die eigene Hochzeit oder ehrenamtliche Tätigkeiten beantragt werden. Sie haben weitere Fragen zum Thema Sonderurlaub? Lassen Sie sich hier von einem kompetenten Rechtsanwalt für Arbeitsrecht telefonisch beraten.

Top-Tipps zum Thema Urlaub für Arbeitnehmer

1. Reichen Sie Ihren Urlaubsantrag bereits zu Beginn des Jahres ein.

Bei der Vergabe der Urlaubszeiten sind die Sommermonate gerade bei Familien sehr beliebt. Wenn Sie eine größere Reise planen, sollten Sie ihren Urlaubsantrag daher bereits so früh wie möglich einreichen, um auch tatsächlich Ihren Wunschtermin zu erhalten.

2. Sie sind im Urlaub nicht zur Arbeit verpflichtet.

Entgegen einiger Annahmen sind Sie während ihrer Urlaubszeit nicht zur Arbeit verpflichtet. Dazu gehören auch die Beantwortung von Nachfragen oder E-Mails. Generell müssen Sie nicht erreichbar sein und dürfen lediglich in Notfällen kontaktiert werden. Dennoch sollten Sie vorsichtig sein und keinen Streit im Büro riskieren, weil ein Kollege eine Frage hat. Die genauen Umstände im Einzelfall können Sie mit einem Rechtsanwalt bei der telefonischen Rechtsberatung besprechen.

3. Bestehen Sie bei einer Kündigung auf den ausstehenden Urlaub.

Bei einer Kündigung bleibt der bestehende Urlaubsanspruch erhalten. Das gilt auch bei fristlosen Kündigungen. Somit ist Ihr Chef dazu verpflichtet, Ihnen die verbleibenden Urlaubstage zu bezahlen. Verweigert er das, sollten Sie sich einen rechtlichen Beistand suchen, der Ihre Ansprüche durchsetzt. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht hilft Ihnen gerne weiter.

4. Krank vor oder nach dem Urlaub? - Suchen Sie den Dialog mit dem Chef.

Nach der Gesetzeslage darf bereits genehmigter Urlaub nicht abgebrochen werden, wenn der Arbeitnehmer vor dem Urlaub krankgeschrieben ist. Dennoch ist es ratsam, den Dialog mit dem Arbeitgeber zu suchen, um zu klären, ob der Urlaub durch betriebliche Gründe verschoben werden muss. Auch eine Krankmeldung muss in jedem Fall getätigt werden. 

5. Erheben Sie Anspruch auf Ihren Urlaub, da er sonst verfällt.

Sie sollten in jedem Fall auf Ihre vertraglich festgelegte Zahl von Urlaubstagen bestehen. Werden diese nicht innerhalb des Kalenderjahres verbraucht, verfallen Ihre Ansprüche sonst. Ihr Chef verweigert Ihnen den Urlaub verweigert oder will diesen mit einer Zahlung abgleichen? Finden Sie einen hier einen Rechtsanwalt, der Ihre Rechte vertritt und Ihre Ansprüche durchsetzt.


Top-Fragen zum Thema Urlaub für Arbeitgeber

1. Darf ich den Arbeitnehmer aus dem Urlaub zurückholen?

Der Arbeitnehmer darf nur in Ausnahmefällen aus dem Urlaub zurückgerufen werden. Das ist etwa der Fall, wenn es um die Zukunft des Unternehmens geht. So kann die dringend benötigte Fachkraft nur zurückgerufen werden, wenn ansonsten eine Insolvenz droht oder ein anderer Notfall vorliegt. Zusätzlich sollten Sie beachten, dass der Arbeitnehmer bei der Unterbrechung des Urlaubs anfallende Stornogebühren geltend machen kann.

2. Muss ich den Betriebsrat bei Urlaubsfragen mit einbeziehen?

Sie sind gesetzlich verpflichtet, den Betriebsrat bei Urlaubsfragen mit einzubeziehen, wenn es um allgemeine Regelungen geht, die mehrere Mitarbeiter betreffen. Dazu gehört neben der Aufstellung des Urlaubsplans auch die Festlegung von Grundsätzen. Auch bei Streitigkeiten bezüglich der Urlaubsgenehmigung muss der Betriebsrat mit einbezogen werden. Wenn Sie unsicher sind, in welchen Fällen Sie den Betriebsrat hinzuziehen müssen, lassen Sie sich von einem unserer Rechtsanwälte für Arbeitsrecht beraten.

3. Wann darf ich den Urlaub verweigern?

Als Arbeitgeber dürfen Sie den Urlaub zu einem bestimmten Zeitpunkt aus betrieblichen Gründen verweigern. Das kann etwa der Fall sein, wenn Sie den Mitarbeiter zu dieser Zeit dringend benötigen. Sie sind jedoch verpflichtet, den Urlaub in zusammenhängender Form von mindestens 12 Tagen zu gewähren und den Resturlaub ebenfalls zu berücksichtigen. Sie sind unsicher, ob Sie Ihrem Mitarbeiter seinen Urlaub verweigern können? Lassen Sie sich bei der telefonischen Rechtsberatung von einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht helfen.

4. Darf ich Betriebsferien festlegen?

Ja, Sie sind als Arbeitgeber dazu berechtigt, Betriebsferien festzulegen. Gibt es einen Betriebsrat, müssen diese jedoch abgesprochen werden, ohne Betriebsrat muss eine betriebliche Notwendigkeit bestehen. Für die Dauer der Betriebsferien können die Arbeitnehmer dazu verpflichtet werden, bezahlten Urlaub zu nehmen. Dennoch müssen ihre Interessen berücksichtigt werden. So dürfen die Betriebsferien nicht der Dauer des Jahresurlaubs entsprechen. 

Top-Tipps zum Thema Urlaub für Arbeitgeber

1. Legen Sie eine Frist fest, bis zu der der Urlaub eingereicht werden muss.

Bei der Verteilung des Urlaubs gibt es besonders bei Arbeitnehmern mit Kindern häufig Probleme. Bestehen Sie daher bereits zu Beginn des Jahres darauf, dass die Urlaubsanträge eingereicht werden, um Konflikten bereits frühzeitig aus dem Weg zu gehen. Auch gehört es nicht zu Ihren Pflichten, den Urlaubsanspruch vom letzten Jahr ohne Begründung anzuerkennen. Sie können mit einer entsprechenden Regelung im Arbeitsvertrag lediglich Ihren Mitarbeitern entgegenkommen. Lassen Sie die Verträge hier von einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht auf ihre Vollständigkeit überprüfen.

2. Legen Sie die Betriebsferien in die Ferienzeiten.

Als Arbeitgeber haben Sie das Recht, Betriebsferien festzulegen. Diese müssen jedoch mit dem Betriebsrat abgeklärt werden oder auf einer betrieblichen Notwendigkeit basieren. Daher bietet es sich an, die Betriebsferien entweder in die Weihnachtszeit oder in die Sommerzeit zu legen. Zu dieser Zeit werden die meisten Arbeitnehmer ohnehin Urlaub beantragen und je nach Branche pausieren die Geschäfte ohnehin. Ersparen Sie sich Komplikationen und legen Sie direkt die Betriebsferien fest.

3. Beachten Sie bei einer Kündigung den bestehenden Resturlaub.

Bei einer Kündigung sollten Sie beachten, dass der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers bestehen bleibt. Das ist auch bei einer fristlosen Kündigung der Fall. Sie sind verpflichtet, den Resturlaub noch vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses zu gewähren oder auszubezahlen. Weitere Fragen zum Resturlaub bei einer Kündigung beantwortet Ihnen einer unserer kompetenten Rechtsanwälte bei der telefonischen Rechtsberatung gerne.

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