Rechtsberatung rund um Elternzeit

Definition Elternzeit

Die Elternzeit ist eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes.

Während der Elternzeit wird ein Arbeitnehmer ganz oder teilweise von der Arbeit freigestellt, um sich der Betreuung und Erziehung seines Kindes widmen zu können. Obwohl die Hauptpflichten des Arbeitnehmers während dieser Zeit pausieren, bleibt das Arbeitsverhältnis trotzdem noch bestehen. Nach Ablauf der Elternzeit muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer wieder wie vorher beschäftigen. Während der Elternzeit unterliegt der Arbeitnehmer dem Kündigungsschutz. Dieser gilt ab dem Zeitpunkt der Anmeldung der Elternzeit und endet erst mit deren Ende. Der Anspruch auf Elternzeit besteht mindestens bis das Kind sein drittes Lebensjahr vollendet hat. Die Auszeit kann dabei entweder von einem Elternteil alleine oder auch von beiden anteilig genutzt werden.

Ansprüche

Während der Elternzeit können Arbeitnehmer von verschiedenen gesetzlichen Ansprüchen profitieren. So werden Pflichtversicherte weiterhin von der Krankenkasse betreut, sind dabei allerdings von den Beitragszahlungen befreit, solange sie keine beitragspflichtigen Einkünfte beziehen. Da Eltern während der Elternzeit kein Arbeitsentgelt erhalten, steht ihnen ein Elterngeld zu, das sie nach der Geburt ihres Kindes unterstützen soll. Man unterscheidet zwischen dem sogenannten Basiselterngeld und dem Elterngeld Plus. Hierbei können allerdings auch beide Varianten miteinander kombiniert werden.

Elterngeld

Das Basiselterngeld dient als Ersatz für das fehlende Einkommen während der Elternzeit und kann für bis zu vierzehn Monate nach der Geburt in Anspruch genommen werden. Ein Elternteil hat Anspruch auf mindestens zwei und höchstens zwölf Monate Elterngeld. Der andere Elternteil kann dann zusätzlich nochmal für zwei Monate Elterngeld beziehen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, den gemeinsamen Anspruch von vierzehn Monaten auf beide Eltern aufzuteilen. Alleinerziehenden Elternteilen wird auch ohne einen Partner vierzehn Monate lang Elterngeld gezahlt. Beim Elterngeld Plus erhalten die Eltern nur die Hälfte des Elterngeldes, dafür jedoch doppelt so lange. Diese Regelung soll Arbeitnehmer unterstützen, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten wollen. Pro Monat beträgt das Elterngeld mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro – beim Elterngeld Plus dementsprechend die Hälfte.

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Top-Fragen zum Thema Elternzeit für Arbeitnehmer

1. Wer hat Anspruch auf Elternzeit?

Um sein Kind nach der Geburt betreuen zu können, hat grundsätzlich jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Elternzeit. Dieses Anrecht besteht, bis das Kind sein drittes Lebensjahr vollendet hat. In Absprache mit dem Arbeitgeber können Arbeitnehmer einen Teil der Elternzeit auch zwischen der Vollendung des dritten und des achten Lebensjahres des Kindes nehmen. Nutzen Sie unsere Online-Rechtsberatung, um weitere Informationen zu erhalten.

2. Wie viel Elternzeit steht mir zu?

Ein Arbeitnehmer kann bis zu drei Jahre in Elternzeit gehen. Dafür wird zunächst ein Antrag für zwei Jahre gestellt, der anschließend um ein weiteres Jahr verlängert werden kann. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, die Elternzeit auf verschiedene Zeitabschnitte aufzuteilen.

Um sein Kind nach der Geburt betreuen zu können, hat grundsätzlich jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Elternzeit. Dieses Anrecht besteht, bis das Kind sein drittes Lebensjahr vollendet hat. In Absprache mit dem Arbeitgeber können Arbeitnehmer einen Teil der Elternzeit auch zwischen der Vollendung des dritten und des achten Lebensjahres des Kindes nehmen. Nutzen Sie unsere Online-Rechtsberatung, um weitere Informationen zu erhalten.

3. Wann muss ich die Elternzeit beantragen?

Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor deren Beginn schriftlich bei dem Arbeitgeber angemeldet werden. Nur in besonderen Fällen kann diese Frist verkürzt werden. Bei Geburten ab dem 1. Juli 2015 muss die Elternzeit bereits dreizehn Wochen im Voraus beantragt werden, wenn sie zwischen der Vollendung des dritten und des achten Lebensjahres des Kindes genommen wird.

4. Wie kann ich die Elternzeit verlängern?

Um die Elternzeit zu verlängern, muss ein neuer Antrag gestellt werden. Hierbei ist es besonders wichtig, das Dokument frühzeitig einzureichen, damit der Arbeitgeber besser planen kann und genug Zeit hat, um einen Ersatz zu finden. Durch die Einführung des Elterngeld Plus ist die Zustimmung des Arbeitgebers künftig nicht mehr nötig, solange der Antrag rechtzeitig gestellt wurde. 

5. Kann meine Elternzeit auch abgelehnt werden?

Bis das Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat, besteht für jeden Arbeitnehmer das Recht auf Elternzeit. Das ist für den Arbeitgeber daher grundsätzlich verbindlich und kann von ihm auch nicht abgelehnt werden. Allerdings kann er die Verlängerung der Elternzeit, insbesondere zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes, aus dringenden betrieblichen Gründen untersagen. Wurde Ihr Antrag auf Elternzeit unrechtmäßig abgelehnt? Dann nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um Ihre Situation von erfahrenen Anwälten prüfen zu lassen.

Top-Tipps zum Thema Elternzeit für Arbeitnehmer

1. Die Elternzeit kann auf unterschiedliche Zeiträume aufgeteilt werden.

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, seine Elternzeit auf bis zu drei Zeitabschnitte aufzuteilen. Eine Verteilung auf mehr als drei Zeiträume ist ebenfalls möglich, allerdings nur solange der Arbeitgeber einwilligt. Bei Geburten ab dem 1. Juli 2015 können bis zu 24 Monate auf den dritten Abschnitt verschoben werden. 

2. Elternteile können ihre Elternzeit gleichzeitig nutzen.

Eltern, die sich gerne gemeinsam um ihr Kind kümmern wollen, können gleichzeitig für bis zu drei Jahre in Elternzeit gehen.

3. Während der Elternzeit können Sie auch in Teilzeit arbeiten.

Um während der Elternzeit nicht völlig auf sein Einkommen verzichten zu müssen, kann ein Arbeitnehmer auch in Teilzeit beschäftigt bleiben. Hierbei darf er jedoch nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Wenn beide Elternteile die Elternzeit gleichzeitig wahrnehmen, ergibt sich folglich eine Wochenarbeitszeit von insgesamt 60 Stunden.

4. Während der Elternzeit kann Ihnen nicht gekündigt werden.

Ab dem Zeitpunkt, an dem der Arbeitnehmer die Elternzeit anmeldet – frühestes acht Wochen vor deren Beginn – kann ihm nicht mehr gekündigt werden, da er unter den Kündigungsschutz fällt. Eine Ausnahme von dieser Regelung ist nur in ganz speziellen Fällen möglich. Wurde Ihnen während der Elternzeit unrechtmäßig gekündigt? Dann finden Sie hier einen Rechtsanwalt vor Ort, der Ihnen bei einer Kündigungsschutzklage hilft.


Top-Fragen zum Thema Elternzeit für Arbeitgeber

1. Wann hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung?

Grundsätzlich kann ein Arbeitnehmer auf Wunsch auch in Teilzeit arbeiten. Einen Anspruch darauf besteht jedoch nur, wenn der Arbeitnehmer seit mindestens sechs Monaten bei Ihnen arbeitet und Sie in Ihrem Unternehmen mehr als  15 Mitarbeiter beschäftigen. Zudem darf der Arbeitnehmer nicht weniger als 15 und nicht mehr als 30 Stunden pro Woche beschäftigt werden. Kontaktieren Sie einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, um wichtige Rahmenbedingungen der Teilzeitbeschäftigung abzusprechen.

2. Muss ich einem Mitarbeiter nach der Elternzeit wieder seinen alten Arbeitsplatz zurückgeben?

Laut Gesetz hat ein Arbeitnehmer nach der Elternzeit einen Anspruch darauf, wieder von Ihnen beschäftigt zu werden. Wie diese Beschäftigung im konkreten Fall aussieht, ist jedoch abhängig vom Arbeitsvertrag und muss nicht zwangsläufig eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz bedeuten. Nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung für detailliertere Informationen.

3. Gibt es eine Möglichkeit, den Kündigungsschutz zu umgehen?

Da ein Arbeitnehmer während der Elternzeit besonders gut geschützt ist, kann er nur sehr schwer gekündigt werden. Selbst bei betrieblichen Ausnahmesituationen ist eine Kündigung nicht leicht und erfordert eine überzeugende Begründung. Unsere Rechtsanwälte vor Ort helfen Ihnen, Ihre Situation abzuwägen und die bestmögliche Lösung für Ihr Unternehmen zu finden. Diese finden Sie hier.

Top-Tipps zum Thema Elternzeit für Arbeitgeber

1. Während der Elternzeit müssen Sie kein Gehalt zahlen.

Da die Hauptpflichten während der Elternzeit pausieren, müssen Sie dem Arbeitnehmer in dieser Zeit auch keinen Lohn zahlen. Beim Mutterschutz sieht das etwas anders aus. Weil die gesetzliche Krankenversicherung zunächst nur einen Teil übernimmt, müssen Sie den Betrag bis zur Höhe des durchschnittlichen Nettolohns des Arbeitnehmers aufstocken. Allerdings können Sie sich dieses Geld später wieder zurückholen. 

2. Achten Sie auf klare Absprachen, um die betrieblichen Abläufe nicht zu stören.

Wenn einer ihrer Mitarbeiter während seiner Elternzeit in Teilzeit arbeitet, sollten Sie die Arbeitszeiten unbedingt im Vorfeld mit ihm absprechen. Gerade bei kleinen Kindern sind Eltern zeitlich in der Regel weniger flexibel, beispielsweise durch die Öffnungszeiten der Kindertagesstätte. Als Arbeitgeber müssen Sie darauf Rücksicht nehmen und Ihre Betriebsabläufe dementsprechend anpassen. Dies ändert sich nur in Ausnahmefällen. Nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um sich ausführlicher über Ihre Rechte und Pflichten bezüglich der Teilzeitbeschäftigung zu informieren.

3. Das Elterngeld Plus spart Ihnen Zeit und Geld.

Durch die Einführung des Elterngeld Plus können Arbeitnehmer schon während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten. Das ist nicht nur für viele Familien attraktiv, sondern bietet Ihnen auch als Unternehmer Vorteile. So müssen Sie beispielsweise nicht mühevoll nach einem Ersatz suchen und Sie haben einen geringeren Aufwand, wenn Ihr Mitarbeiter wieder in Vollzeit arbeiten möchte. 

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