Rechtsberatung rund um Outplacement

Definition Outplacement

Outplacement-Beratung wird meist von Unternehmen eingesetzt, die sich von ihren Beschäftigten trennen wollen oder müssen und dient dem ausscheidenden Arbeitnehmer als beratende Stütze nach der Aufgabe der Tätigkeit bis zur Aufnahme einer alternativen Beschäftigung.

Die Jobsuche ist immer mit Schwierigkeiten verbunden und kann kräftezehrend sein. Ist einem Arbeitnehmer aber zuvor eine Kündigung vom Arbeitgeber zugestellt worden, ist der Betroffene oft geschockt und verzweifelt. Im Gegensatz zu einem Outsourcing, bei dem ein Headhunter Sie für ein bestimmtes Unternehmen zu begeistern versucht, handelt es sich beim Outplacement um eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Der Berater holt Sie nach der Aussprache der Kündigung ab und begleitet Sie auf Ihrem Weg der Neuorientierung.

Durchführung des Outplacements.

Die Beratung sollte bereits während der ersten Gespräche über die bevorstehende Entlassung beginnen. Ein möglichst früher Beginn des Outplacements ist wünschenswert, da dadurch der austretende Arbeitnehmer eine Chance erhält, noch während der Restvertragslaufzeit einen anschließenden Job zu finden und sich nicht um seine finanzielle Zukunft zu fürchten. Der frühe Beginn steigert darüber hinaus die Erfolgsaussichten des Outplacements, da die betreuten Arbeitnehmer im Beschäftigungszeitraum bessere Vermittlungschancen haben als nach Erhalt der Kündigung oder gar dem Beginn der Arbeitslosigkeit (mit Ablauf der Kündigungsfrist.)

Outplacement als Schadensbegrenzung

Aufgrund der in Deutschland herrschenden strengen Regelungen des Kündigungsschutzes gelingt es den Arbeitgebern vergleichsweise selten eine Kündigung sicher zu begründen und daher in einem (vom Arbeitnehmer angestrengten) Kündigungsschutzverfahren Recht zu bekommen. Aus diesem Grund greifen vermehrt Unternehmen zur Möglichkeit der Outplacement-Beratung als eine Art „gütlichen Trennung“. Des Weiteren beabsichtigen die Unternehmen durch diese Maßnahme den Imageschaden zu vermeiden, der aus einer öffentlichen  Auseinandersetzung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer resultieren kann.

Aufgabenfelder der Outplacement-Berater

Meist sind die Outplacement-Berater in den Bereichen Management oder Personalwesen ausgebildet, weshalb sie im Prozess des Outplacements sowohl bei der Arbeitgeberschulung mitwirken als auch in der Beratung der entlassenen Arbeitnehmer tätig sind. Ihre Aufgabenfelder liegen zum einen in der Begleitung der Arbeitgeber während des Entlassungsprozesses (z.B. Beratung hinsichtlich der Aufhebungsverträge) oder im Training von Mitarbeitergesprächen. Zum anderen sind sie mit der eigentlichen Entlassung bzw. Reintegration der betroffenen Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt.

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Top-Fragen zum Thema Outplacement für Arbeitnehmer

1. Wer trägt die Kosten?

In der Regel kommt der Arbeitgeber für die Kosten einer Beratung auf. In der Praxis werden zwei Modelle benutzt: entweder das Unternehmen betreibt bereits eine Kooperation mit einer Outplacement-Agentur, sodass die Arbeitnehmer „von Haus aus“ betreut werden. Oder aber der Arbeitgeber gewährt den Arbeitnehmern freie Hand in der Festlegung des Beraters. Beim letzteren Modell wird dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber eine bestimmte, marktübliche, Summe zum Beauftragen eines Beraters gewährt.

2. Wie funktioniert Outplacement?

Ein Outplacement-Berater steht Ihnen bei den Fragen nach der beruflichen Ausrichtung, der Zukunftsplanung oder dem Ablauf eines Vorstellungsgesprächs zur Verfügung. Aufgrund einer langjährigen Betriebszugehörigkeit sind viele Arbeitnehmer verzweifelt, wenn sie plötzlich eine Kündigung erhalten und mit der Neuorientierung konfrontiert werden. Der Outplacement-Berater hilft Ihnen bei der Festlegung der Gehaltsvorstellungen, dem Heraussuchen der passenden Firma oder berät Sie hinsichtlich eines alternativen Vorgehens, falls sie eine Absage von dem Traumarbeitgeber erhalten.

In der Regel kommt der Arbeitgeber für die Kosten einer Beratung auf. In der Praxis werden zwei Modelle benutzt: entweder das Unternehmen betreibt bereits eine Kooperation mit einer Outplacement-Agentur, sodass die Arbeitnehmer „von Haus aus“ betreut werden. Oder aber der Arbeitgeber gewährt den Arbeitnehmern freie Hand in der Festlegung des Beraters. Beim letzteren Modell wird dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber eine bestimmte, marktübliche, Summe zum Beauftragen eines Beraters gewährt.

3. Wer bietet eine Outplacement-Beratung an?

Die Berufsbezeichnung Outplacement-Berater ist nicht geschützt, sodass es jedem frei steht, diese Bezeichnung (in seinem Portfolio) zu führen. Auch gibt es keinerlei Zugangsbeschränkungen, weder bezüglich der Ausbildung noch hinsichtlich der Kompetenz und Erfahrung. Aus diesem Grunde reicht die Palette der Outplacement-Beratern von Sozialarbeitern bis hin zu ehemaligen Personalleitern. Vereinzelte existieren Outplacement-Agenturen, die Leistungspakete anbieten und bereits über eine Klientel und ein Netzwerk verfügen. Es existiert bis dato nur ein einziger bundesweit agierender Verband der Outplacement-Berater „der Fachverband Outplacementberatung im Bund Deutscher Unternehmensberater (BDU)“. 

4. Warum soll ich mich beraten lassen?

Nach einem (unerwarteten) Ausscheiden aus einem Unternehmen sind viele Menschen verunsichert und planlos hinsichtlich ihrer weiteren beruflichen Zukunft. Outplacement-Beratung bietet Ihnen eine Stütze direkt nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen, begleitet Sie bei der Neuorientierung und verhilft Ihnen zu Ihrem Traumjob oder einer Existenzgründung. Durch das Gefühl, nicht alleine dazustehen, und durch eine externe Einschätzung eines mit der Situation vertrauten Experten finden die Klienten häufig schon nach einem Gespräch ihr Selbstbewusstsein und erkennen schneller neue Optionen. Darüber hinaus verringert eine Beratung die sozialen und finanziellen Konsequenzen für einen Arbeitnehmer, da meist eine Jobgarantie-Klausel vereinbart wird. Allerdings sollten Sie beachten: nach der Studie des BDU finden auf dem deutschen Arbeitsmarkt die meisten Kandidaten ihren neuen Job über den bewährten Weg der Stellenanzeige (24 Prozent), am zweithäufigsten kommen Sie über Ihr eigenes Netzwerk an den Traumjob (22 Prozent). Darüber hinaus beträgt die Dauer der Jobsuche bei den meisten Outplacement-Kunden bis zu sechs Monaten, manche warten bis zu 18 Monate auf den neuen Job.

Top-Tipps zum Thema Outplacement für Arbeitnehmer

1. Teuer bedeutet nicht automatisch gut!

Bei der Suche nach einem passenden Berater sollten Sie sich nicht von dem Layout der Internet-Seite oder den Büroräumlichkeiten in der Altstadt in die Irre führen lassen. Teuer heißt in dieser Branche nicht unbedingt besser. Vor allem bei den vom Arbeitgeber direkt finanzierten Angeboten bleibt oftmals kein Raum für kreative Entfaltung. Im Falle einer bereits mit dem Unternehmen kooperierenden Agentur wird meist nach dem Prinzip gearbeitet „je schneller, desto mehr“. Das bedeutet, dass die Berater oft am unteren Zeitlimit arbeiten, sodass sie mehr Arbeitnehmer betreuen können und besser vom Arbeitgeber entlohnt werden. Bei einem von Ihnen persönlich ausgewählten Outplacement-Berater geht es dagegen meist nach dem gewählten Paket und hier muss nun auf die Fähigkeiten und Qualitäten des Experten geachtet werden. Marmor und Messing in den Räumlichkeiten sagen nichts über das Know-how und die Erfahrung aus!

2. Nicht jeder Berater passt zu jedem Kandidaten.

Die meisten Outplacement-Spezialisten sind nicht in allen erdenklichen Richtungen vorgebildet. Daher greift bei der Suche nach dem Richtigen Betreuer das Prinzip „Choose wisely“! Benötigen Sie mehr psychologische Betreuung, um die Trennung von dem langjährigen Arbeitgeber zu verkraften und sich auf die neuen Möglichkeiten zu konzentrieren, sind Sie bei jemandem mit psychologischer oder Coaching-Ausbildung gut aufgehoben. Wenn Sie dagegen größeren Wert auf Bewerbungstechniken und Unterstützung bei dem Einstieg legen, ist ein Berater mit fundierten Kenntnissen in Bereichen Bewerbung, Arbeitsmarkt und Personalmanagement der Richtige für Sie. Achten Sie hierbei darauf, dass der Berater auch in der von Ihnen bevorzugten Branche unterwegs ist. Schließlich muss auch die Chemie stimmen! Der Berater mag ein fundiertes Know-how mitbringen, wenn Sie mit ihm nicht klarkommen und ihm nicht vertrauen, werden sie aus der Zusammenarbeit kein Kapital herausschlagen können!

3. Holen Sie sich Tipps ein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber. Versuchen Sie herauszufinden, aus welchem Grund die Zusammenarbeit gescheitert ist und arbeiten Sie an seiner Kritik. Auch ein Gespräch mit der Personalabteilung des Unternehmens kann nicht schaden; hier können Sie mit den Experten über Ihre Bewerbungsunterlagen sprechen und sich Tipps für ein erfolgreiches Bewerben einholen. Sollte das Unternehmen nur aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verkleinert werden, kann der Arbeitgeber Ihnen eventuell bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber helfen und sie navigieren. Darüber hinaus arbeiten die Unternehmen (die Personalabteilung) meist in einer Kooperation mit einer Outplacement-Agentur und können ihnen nützliche Tipps bei der Wahl des Beraters anbieten.

4. Achten Sie auf Ihr Arbeitszeugnis.

Bei einer Bewerbung um die Stelle gibt es neben den akademischen Abschlüssen nichts Wichtigeres als ein aussagekräftiges Arbeitszeugnis. Anhand dessen kann der künftige, von Ihnen bevorzugte Arbeitgeber Sie besser kennen lernen und sich ein erstes Bild von Ihren Fähigkeiten machen. Ihre Unterlagen vermitteln mithin den ersten Eindruck und sind für die Einladung zum Vorstellungsgespräch unabdingbar. Sollten Sie mit dem ausgestellten Arbeitszeugnis nicht einverstanden sein, lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt hinsichtlich Ihres Anspruchs auf Korrektur beraten.


Top-Fragen zum Thema Outplacement für Arbeitgeber

1. Muss ich einen Outplacement-Berater engagieren?

Gesetzlich sind Sie zu einer Kooperation mit einem Outplacement-Berater nicht verpflichtet und müssen auch keine Gelder für eine Beauftragung der Outplacement-Agentur bereitstellen. Allerdings stellt sich diese Option als eine gute Alternative zu einem Kündigungsschutzprozess, einer hohen Abfindung oder einer Weiterbeschäftigung des Streichkandidaten.

2. Wie lange dauert ein Outplacement?

Welchen Zeitraum die Outplacement-Beratung umfasst, hängt in der Regel von der Vereinbarung des Unternehmens mit dem Dienstleister ab. Meist kommen zwei Konstellationen in Betracht: Entweder wird die Outplacement-Beratung auf einen vorher festgelegten Zeitraum beschränkt oder sie dauert so lange an, bis der Betroffene eine neue Stelle hat. Letzteres bezeichnet man als eine „Jobgarantie“-Option. Wählt man die zweitgenannte Möglichkeit, hängt die Dauer die Outplacement-Beratung von den Entwicklungen auf dem Markt und den Qualifikationen des Arbeitnehmers.

3. Welche Kosten kommen auf mich zu?

In der Regel werden die Kosten von dem Arbeitgeber übernommen. Rund 25.000€ bezahlen die Unternehmen den Outplacement-Beratern für eine unbegrenzte Beratung mit einer Jobgarantie. Abgesehen von einem solchen „Rund-um“ Paket gibt es auch andere Einzelleistungen sowie Gruppen-Outplacement-Angebote.

4. Welchen Vorteil habe ich von einer Outplacement-Beratung?

Durch das Angebot einer Outplacement-Beratung haben Sie die Möglichkeit eine Kündigungsschutzklage und damit verbunden auch eine ggf. hohe Abfindung zu umgehen. Ein solcher Ausschluss kann ggf. in einer Individualabrede vereinbart werden. Sollten Sie sich für ein solches Angebot entscheiden, sollten Sie sich von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten und ggf. eine entsprechende Vereinbarung entwerfen lassen. Durch die Vereinbarung einer Outplacement-Beratung besteht des Weiteren die Möglichkeit einer Verkürzung der Restlaufzeit von Arbeitsverträgen. Des Weiteren fühlen sich die Arbeitnehmer von Ihnen nicht im Stich gelassen, da Sie ihnen signalisieren, trotz ausgesprochener Kündigung eine Hilfe anzubieten und sich um ihre Belange zu kümmern. Dies kann vor allem eine Rufschädigung vorbeugen, die von einem „verletzten“ Arbeitnehmer initiiert werden kann.

Top-Tipps zum Thema Outplacement für Arbeitgeber

1. Seien Sie ein verantwortungsvoller Unternehmer.

Versuchen Sie die Kündigung nach Möglichkeit für den Arbeitnehmer erträglich zu gestalten. Sprechen Sie mit dem Arbeitnehmer und bringen Sie ihm/ihr bei, weshalb eine solche Entscheidung gefällt werden musste. Im Fokus sollte die berufliche Perspektive des Arbeitnehmers stehen. Oft wollen die Arbeitnehmer keine Hilfe annehmen und behaaren auf der Wiedereinstellung, drohen sogar mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Ein erfahrener Outplacement-Berater kann hierbei eine Win-Win-Situation für beide Parteien schaffen und die Gemüter beruhigen.

2. Bedenken Sie die Kosten.

Oft werden Arbeitnehmer entlassen, weil das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage geraten ist und daher der Stab verkleinert werden muss. Eine Outplacement-Beratung ist trotz ihrer Vorteile immer mit enormen Kosten verbunden, weshalb diese Lösung durchdacht werden muss. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht berät mit ihm die Möglichkeit der Kündigung ohne Gegenleistung.

3. Wählen Sie den Berater aus.

Entscheiden Sie sich für eine Kooperation mit einer Outplacement-Agentur, achten Sie auf die angebotenen Kondiktionen und vergleichen Sie diese mit den am Markt angebotenen. Günstige Vertragsbedingungen und vor allem bundesweite (oder auch weltweite) Verfügbarkeit sind für ein wachsendes Unternehmen von enormer Bedeutung. Auch wenn einige Outplacement-Berater rechtskundig sind, sollten Sie vor Vertragsschluss die Eckdaten mit einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten. Auch die von der Agentur vorgeschlagenen Gestaltungen (z.B. Kündigung, Aufhebungsvertrag) sollten aufgrund des strengen Kündigungsschutzes mit einem Rechtsanwalt näher beleuchtet werden.

Die passende Rechtsberatung

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