Rechtsberatung rund um Mobbing am Arbeitsplatz

Definition Mobbing am Arbeitsplatz

Als Mobbing werden alle Handlungen oder Äußerungen von Personen definiert, welche bewusst verletzend, angreifend oder bedrängend sind und oft physische oder psychische Auswirkungen auf das Opfer haben.

Mobbing am Arbeitsplatz kann vielerlei Gestalt annehmen und unterschiedliche Auswirkungen auf die Betroffenen haben. Beispiele sind Demütigungen, das Verbreiten von Lügen, die Ausgrenzung aus dem Team, rassistische Äußerungen, aber auch sexuelle Belästigung und viele andere. Es ist jedoch immer der Fall, dass das Opfer entweder hierarchisch oder zahlenmäßig unterlegen ist und keinerlei Ausweichmöglichkeiten hat, also der Mobbing-Situation auf Dauer ausgeliefert ist. Mobbing am Arbeitsplatz geht nicht immer von gleichgestellten Mitarbeitern aus. Auch das Mobbing durch Vorgesetzte oder hierarchisch unterlegene Mitarbeiter ist eine verbreitete Art.

Mobbing als Gesetzeswidrigkeit

Mobbing ist vom Gesetzgeber nicht durch ein gesondertes Gesetz geregelt, was den Umgang damit zu einer komplexen Angelegenheit macht. Es besteht ein fließender Übergang von einem rauen Arbeitsumfeld zu Mobbing bzw. rechtswidrigem Verhalten. Grundsätzlich gilt, dass rechtswidriges Verhalten über einen langen Zeitraum, also länger als nur wenige Tage oder Wochen, bestehen muss, um als Mobbing klassifiziert zu werden. Für Mobbing typische Straftatbestände sind Beleidigung, sexuelle Belästigung und Urkundenfälschung.

Was bedeutet Mobbing für den Arbeitgeber?

Der Gesetzgeber hat eine Fürsorglichkeitspflicht seitens des Arbeitgebers definiert. Nach §241 BGB muss der Arbeitgeber dann einschreiten, wenn die Persönlichkeitsrechte oder die Gesundheit des Arbeitnehmers gefährdet sind, um dessen Interessen zu schützen. Die Maßnahmen, welche hierzu angewandt werden, müssen zwar für den Arbeitgeber zumutbar sein, also nicht übermäßig stark auf den Geschäftsalltag einwirken, der Arbeitgeber ist jedoch verpflichtet, bei Mobbing aktiv zu werden.

Arbeitgeber können durchaus von Betroffenen auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz verklagt werden, wenn der Arbeitnehmer durch Mobbing entstandene Schäden nachweisen kann. Hierzu muss bewiesen werden, dass die Handlungen von bestimmten Personen ausgeführt wurden, rechtswidrig sind und konkrete Schäden verursacht haben. Des Weiteren muss das Verschulden des Arbeitgebers, also das Versäumnis seiner Fürsorgepflicht, nachgewiesen werden. Es ist also extrem schwierig und bedarf ein hohes Maß an Aufwand und Zeit, die hierfür notwendige Dokumentation durchzuführen. Deshalb ist die Aussicht auf Erfolg einer solchen Klage in der Regel gering, dies unterscheidet sich jedoch von Fall zu Fall. 

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Top-Fragen zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz für Arbeitnehmer

1. Ab wann kann man von Mobbing sprechen?

Der Übergang von einem rauen Arbeitsklima zu Mobbing ist fließend. Es ist daher extrem schwierig, eine genaue Grenze zu ziehen. Mobbing beschreibt keine isolierten Vorfälle, es meint vielmehr die dauerhaft negative Einwirkung von einer oder mehrerer Personen auf andere. Mobbing hat, im Gegensatz zu einem rauen Arbeitsklima, eine arbeitsrechtliche Relevanz, da die Handlungen oft als rechtswidriges Verhalten eingestuft werden können und konkrete Schäden verursachen.

2. Gibt es ein Mobbing-Gesetz, das diese Vorfälle regelt?

Nein, ein spezielles Mobbing-Gesetz gibt es nicht. Viele Formen von Mobbing wie zum Beispiel Beleidigung oder Verleumdung erfüllen jedoch Straftatbestände oder sind anderweitig arbeitsrechtlich relevant. Man kann deshalb juristische Mittel einsetzen, obwohl es kein ausgesprochenes Mobbing-Gesetz gibt. 

Der Übergang von einem rauen Arbeitsklima zu Mobbing ist fließend. Es ist daher extrem schwierig, eine genaue Grenze zu ziehen. Mobbing beschreibt keine isolierten Vorfälle, es meint vielmehr die dauerhaft negative Einwirkung von einer oder mehrerer Personen auf andere. Mobbing hat, im Gegensatz zu einem rauen Arbeitsklima, eine arbeitsrechtliche Relevanz, da die Handlungen oft als rechtswidriges Verhalten eingestuft werden können und konkrete Schäden verursachen.

3. Habe ich Aussichten auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz bei Mobbing?

Prinzipiell ist es sehr schwierig und zeitaufwändig alle nötigen Nachweise zu bringen, um vor Gericht Schmerzensgeld oder Schadensersatz zu erlangen. Wichtig ist es hier, die Handlungen ausführlich und vollständig zu dokumentieren. Außerdem ist es sinnvoll, sich von einem fachkundigen Anwalt beraten zu lassen, da die Aussichten auf Entschädigung von Fall zu Fall unterschiedlich sind. Nutzen Sie unsere Webseite, um einen Fachanwalt in Ihrer Region zu finden. 

4. Was tun, wenn ich ungerechtfertigt des Mobbings beschuldigt werde?

Zunächst sollten Sie das Gespräch mit den betroffenen Personen suchen und ggf. den Betriebsrat oder Ihren Vorgesetzten um Hilfe bitten. Wenn Sie dadurch keine Lösung erreichen, stehen ihnen einige juristische Optionen zur Verfügung. Es besteht die Möglichkeit, die Vorwürfe in Zukunft durch eine Unterlassungsklage zu unterbinden. Kontaktieren Sie hierzu einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt mit Hilfe unserer telefonischen Rechtsberatung

Top-Tipps zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz für Arbeitnehmer

1. Greifen Sie frühzeitig auf eine individuelle und umfassende Rechtsberatung zurück.

Ein qualifizierter Fachanwalt kann Sie individuell beraten und mit Ihnen alle Möglichkeiten diskutieren, die Ihnen zur Verfügung stehen. Es ist wichtig, dass Sie frühzeitig einen Anwalt konsultieren, so bleiben Ihnen mehr Optionen zur Handlung offen. Der Rechtsbeistand wird Ihnen nicht nur im juristischen Sinne helfen, aber auch einige Last von Ihren Schultern nehmen. Finden Sie auf unserer Seite einen Fachanwalt in Ihrer Region

2. Eine Verhandlung mit dem Arbeitgeber ist in jedem Fall sinnvoll.

Aufgrund der schwierigen und zeitaufwändigen gerichtlichen Prozesse in Fällen von Mobbing, welche auch mit hohem Risiko verbunden sind, ist eine außergerichtliche Einigung erstrebenswert. Verhandeln Sie mit Ihrem Arbeitgeber. Beispielsweise können das härtere Einschreiten des Arbeitgebers oder eine mögliche Versetzung die Lösung Ihrer Probleme darstellen. Ein Rechtsbeistand ist hier von großer Wichtigkeit, da er als Vermittler agieren und Ihre Interessen in einer sachlichen Weise vertreten kann. Finden Sie hier einen erfahrenen Rechtsbeistand in Ihrer Nähe

3. Dokumentieren Sie jegliche Handlungen die als Mobbing eingestuft werden könnten.

Es ist für einen eventuellen Gerichtsprozess besonders wichtig, dass Sie jegliche Vorkommnisse, welche unter Umständen als Mobbing eingestuft werden könnten, genau dokumentieren. Dies wird Ihre Chancen auf Erfolg vor Gericht wesentlich vergrößern.


Top-Fragen zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz für Arbeitgeber

1. Welche Rechte und Pflichten habe ich als Arbeitgeber?

Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ist in §241 BGB geregelt. Demnach muss der Arbeitgeber einschreiten, wenn die Persönlichkeitsrechte oder die Gesundheit des Arbeitnehmers gefährdet sind. Die zu ergreifenden Maßnahmen müssen aber für den Arbeitgeber zumutbar sein.

2. Kann ich mich vor Schadensersatz- oder Schmerzensgeldklagen schützen?

Zunächst kann man solchen Klagen durch außergerichtliche Einigungen mit den betroffenen Arbeitnehmern vorbeugen. Aber auch ein nachweisbar konsequentes Eingreifen gegen das Mobbing kann Sie vor Schadensersatz- und Schmerzensgeldforderungen schützen, denn Sie belegen dadurch, dass Sie keine Mitschuld, am Schaden tragen.

3. Was ist, wenn ich selbst gemobbt werde?

Als Arbeitgeber genießen Sie die gleichen Persönlichkeits- und Gesundheitsrechte wie Ihre Mitarbeiter, sind diesen also nicht ausgeliefert. Zunächst ist es ratsam, das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern zu suchen. Ein Mediator kann in dieser bestimmten Situation hilfreich sein. Auch hier gilt, dass Sie, falls Straftatbestände erfüllt werden, rechtlich gegen Ihre Mitarbeiter vorgehen können. Hier ist es unbedingt zu empfehlen, sich einen erfahrenen Rechtsbeistand zu suchen. Nutzen Sie hierzu unser Online-Angebot

Top-Tipps zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz für Arbeitgeber

1. Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern, wenn ein Mobbing-Fall vorliegt.

Für die Leistung Ihres Betriebes ist selbstverständlich die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter von großer Bedeutung. Außerdem können Sie unter Umständen für die Folgen von Mobbing haftbar gemacht werden. Eine außergerichtliche Einigung mit den betroffenen Mitarbeitern ist deshalb in Ihrem Interesse. Konsultieren Sie einen Anwalt, um sich über die bestmöglichen Lösungen beraten zu lassen. Nutzen Sie hierzu unsere Webseite, um einen qualifizierten Juristen zu finden

2. Fragen Sie einen Anwalt wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie Ihre Pflichten erfüllt haben.

Als Arbeitgeber haben Sie eine Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Mitarbeitern. Es ist ihre Pflicht, die Persönlichkeitsrechte und die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu schützen. Die Maßnahmen, die Sie treffen, müssen aber dem Unternehmen zumutbar sein. Dies ist stark situationsabhängig. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie Ihren Pflichten ausreichend nachgekommen sind, konsultieren Sie einen sachkundigen Rechtsanwalt. Nutzen Sie hierzu die telefonische Rechtsberatung

3. Dokumentieren Sie jegliche Handlungen, die als Mobbing eingestuft werden könnten.

Wenn Sie selbst Opfer von Mobbing sind, ist es auch für Sie als Arbeitgeber wichtig für einen eventuellen Gerichtsprozess, jegliche Vorkommnisse, welche unter Umständen als Mobbing eingestuft werden könnten, genau zu dokumentieren. Dies wird Ihre Chancen auf Erfolg vor Gericht wesentlich vergrößern. 

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