Rechtsberatung rund um Heimarbeit

Definition Heimarbeit

Heimarbeit ist eine Form der unselbstständigen Lohnarbeit, die vom Arbeitnehmer zu Hause erbracht wird.

Was ist Heimarbeit?

Ein Heimarbeiter geht von einer selbst gewählten Arbeitsstätte aus, meist dem eigenem zu Hause, im Auftrag eines Gewerbetreibenden einer beruflichen Tätigkeit nach. Das Produkt der Arbeit überlässt er gänzlich dem Auftraggeber und beteiligt sich nicht selbst im Absatzmarkt. Für das Erbringen dieser Leistung wird der Heimarbeiter entsprechend bezahlt, geht jedoch keinerlei kaufmännisches Risiko ein. Juristisch wird er deshalb als arbeitnehmerähnlicher Selbstständiger klassifiziert.

Die Entwicklung der Heimarbeit

In Zeiten der Digitalisierung gewinnt die Heimarbeit zunehmend an Beliebtheit, da nun mit Hilfe von modernen Telekommunikationsmitteln ein breites Aufgabenfeld von zu Hause aus erledigt werden kann. Die Einsatzgebiete von Heimarbeit sind breit gestreut und betreffen sowohl unterschiedliche Branchen als auch verschiedene Gehaltsstufen. Auch die sogenannte alternierende Heimarbeit hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt. Hierbei arbeitet der Arbeitnehmer zum großen Teil von zu Hause aus, kommt aber für Besprechungen und andere wichtigen Termine ins Büro des Arbeitgebers.

Selbstverständlich ist in der Heimarbeit ein großes Maß an Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, aber auch viel Disziplin, notwendig. Der Arbeitgeber kann den Heimarbeiter nicht direkt kontrollieren und muss sich auf die gewissenhafte Ausführung der Aufgaben verlassen können. Deshalb ist diese Form der Erwerbstätigkeit auch nicht in allen Betrieben üblich, bzw. erwünscht.

Juristische und finanzielle Aspekte der Heimarbeit

Es besteht generell kein gesetzlicher Anspruch auf ein Home-Office. Dieser kann sich jedoch durch den Arbeitsvertrag oder eine Betriebsvereinbarung ergeben. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber einvernehmlich auf die Leistung von Heimarbeit verständigen. Hierfür wird in der Regel eine Vereinbarung unterzeichnet, in welcher die genauen Aspekte der Heimarbeit festgehalten werden.

Die Kosten für den Heim-Arbeitsplatz trägt in der Regel der Arbeitgeber. Dieser muss sicherstellen, dass dem Arbeitnehmer alle notwendigen Materialen zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel ein Computer oder ein Schreibtisch. Falls für das Home-Office ein separates Zimmer in Anspruch genommen wird, kann sich der Arbeitgeber auch an der Miete, sowie den Nebenkosten, beteiligen. Oftmals wird hier ein monatlicher Festbetrag vereinbart, mit dem der Homeworker alle Kosten decken soll. Selbstverständlich gelten auch in der Heimarbeit sämtliche Arbeitsschutzgesetze

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Top-Fragen zum Thema Heimarbeit für Arbeitnehmer

1. Habe ich einen gesetzlichen Anspruch auf Heimarbeit?

Ein gesetzlicher Anspruch auf Heimarbeit besteht nicht. Ein solcher kann sich jedoch aus dem Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ergeben. Im konkreten Fall muss immer die Erlaubnis des Vorgesetzten erfolgen. Aus der Erlaubnis zur Heimarbeit des Arbeitgebers einem Arbeitnehmer gegenüber kann im Übrigen von Kollegen auch kein Rechtsanspruch hergeleitet werden – ein Recht auf Gleichbehandlung hinsichtlich der Heimarbeit existiert nicht.

2. Wer trägt die Kosten für den Heim-Arbeitsplatz?

Die Kosten für den Heim-Arbeitsplatz trägt in der Regel der Arbeitgeber. Hierzu zählen alle notwendigen Materialien und Geräte. Oftmals stellt der Arbeitgeber diese zu Verfügung. Falls der Arbeitnehmer der Heimarbeit in einem separaten Raum nachgeht, kann sich der Arbeitgeber auch an der Miete, bzw. den Nebenkosten beteiligen. Dies sollte vertraglich vereinbart werden. Finden Sie auf unserer Seite einen Rechtsanwalt, der Sie bei den Verhandlungen unterstützen kann. 

Ein gesetzlicher Anspruch auf Heimarbeit besteht nicht. Ein solcher kann sich jedoch aus dem Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ergeben. Im konkreten Fall muss immer die Erlaubnis des Vorgesetzten erfolgen. Aus der Erlaubnis zur Heimarbeit des Arbeitgebers einem Arbeitnehmer gegenüber kann im Übrigen von Kollegen auch kein Rechtsanspruch hergeleitet werden – ein Recht auf Gleichbehandlung hinsichtlich der Heimarbeit existiert nicht.

3. Habe ich einen Anspruch auf Heimarbeit aus dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung?

Ein Arbeitnehmer kann sich nicht auf den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz berufen, wenn er Heimarbeit fordert. Ein solcher Anspruch besteht nicht. Heimarbeit muss im konkreten Einzelfall immer einzeln erlaubt werden. Dies bedeutet, dass Sie keinen Anspruch auf Heimarbeit haben, nur weil es einem anderen Mitarbeiter gestattet wurde.

4. Wie ist Heimarbeit abzurechnen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Art der Abrechnung der geleisteten Heimarbeit wird individuell mit dem Arbeitgeber vereinbart. Oftmals wird  die geleistete Arbeit stundenweise abgerechnet, möglich sind jedoch auch andere Modelle. Hier ist das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und dem Heimarbeiter von besonderer Bedeutung. 

Top-Tipps zum Thema Heimarbeit für Arbeitnehmer

1. Halten Sie wichtige Fragen in einer Home-Office-Vereinbarung fest.

Wenn Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber darauf einigen, von zu Hause aus zu arbeiten, ist es dringend empfehlenswert, wichtige Aspekte in einer Home-Office-Vereinbarung festzuhalten. Hierzu zählt beispielsweise die Anzahl der Stunden, die von zu Hause aus gearbeitet werden soll oder unter welchen Umständen der Arbeitnehmer ins Büro kommen muss. Eine solche Vereinbarung hilft dabei, zukünftigen Streitigkeiten vorzubeugen. Nutzen Sie unsere Online-Rechtsberatung, um Ihre Home-Office-Vereinbarung von einem kompetenten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. 

2. Geben Sie Ihre Arbeitszeiten korrekt an.

Es ist unbedingt ratsam, die Arbeitszeiten stetig korrekt anzugeben, auch in der Heimarbeit. Freizeit als Arbeitszeit abrechnen erfüllt den Tatbestand des Arbeitszeitbetrugs und kann zu einer fristlosen Kündigung führen. Vermeiden Sie in diesem Zusammenhang unbedingt rechtliche Streitigkeiten! Kontaktieren Sie einen der kompetenten Rechtsanwälte auf rechtsanwalt.com, um alle offenen Fragen zu diesem Thema zu klären!

3. Lassen Sie Ihren Urlaubsanspruch prüfen.

Der Urlaubsanspruch für in Heimarbeit Beschäftigte ist im § 12 Bundesurlaubsgesetz gesondert geregelt. Auch in Heimarbeit beschäftigte Personen haben einen Anspruch auf Urlaub. Besonders beachtet werden sollten in diesem Zusammenhang jedoch die von den Standardvorgaben abweichenden Vorschriften über das Urlaubsgeld. Nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um sich Ihre Urlaubsansprüche von einem fachkundigen Rechtsanwalt erklären zu lassen. 


Top-Fragen zum Thema Heimarbeit für Arbeitgeber

1. Welche Vorteile bringt die Heimarbeit?

Arbeitgeber sollten Heimarbeit nicht nur als bloßes Geschenk an ihre Arbeitnehmer betrachten. Gerade für junge Familien ist die Heimarbeit eine attraktive Möglichkeit, die Betreuung der Kinder besser mit den beruflichen Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen. Wer als Arbeitgeber Bereitschaft zeigt, Mitarbeitern Heimarbeit zu gewähren, steigert seine Attraktivität und kann so letztlich im Wettbewerb um gute Köpfe Vorteile für sich beanspruchen.

2. Was muss der Arbeitgeber bei der Heimarbeit beachten?

Die arbeitsrechtlichen Verpflichtungen des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer und umgekehrt gelten auch dann, wenn der Arbeitnehmer in Heimarbeit arbeitet. Eine einfache Kontrolle der Arbeit ist dem Arbeitgeber nicht möglich – er darf nicht einfach das Haus oder die Wohnung seines Angestellten betreten, um diesem bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Von großer Bedeutung ist es daher, vor Beginn der Heimarbeit genau festzulegen, welche Aufgaben der Arbeitnehmer in welcher Zeit zu erledigen hat. Nutzen Sie unsere Online-Rechtsberatung, um Ihre Rechte bei der Heimarbeit abzusichern!  

3. Kann die Erlaubnis zur Heimarbeit wieder entzogen werden?

Ohne Weiteres kann die einmal erteilte Erlaubnis, von zu Hause aus zu arbeiten, nicht widerrufen werden. Ein Urteil des Landesarbeitsgerichtes Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2014 bestätigte, dass es hierfür eines berechtigten betrieblichen Interesses bedarf. Lässt sich dieses Interesse nicht nachweisen, so kann auch kein Widerruf erfolgen. Im Idealfall sollte ein Arbeitgeber also schon vor Beginn der Heimarbeit klären, ob diese nicht zeitlich begrenzt werden kann oder später den Weg der einvernehmlichen Lösung mit dem Arbeitnehmer gehen. Nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um Ihre Situation mit einem kompetenten Rechtsanwalt zu diskutieren!

Top-Tipps zum Thema Heimarbeit für Arbeitgeber

1. Schaffen Sie frühzeitig klare Verhältnisse durch vertragliche Regelungen.

Damit es zwischen Ihnen und Ihrem Angestellten nicht zum Streit über Arbeitszeiten und Arbeitsleistungen kommt, wenn Sie die Heimarbeit erlaubt haben, sollten Sie unbedingt eine Home-Office-Vereinbarung abschließen. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass sie Ihren Arbeitnehmer kaum noch überprüfen können, sobald er Heimarbeit leistet – klare Vorgaben über die zu erbringenden Arbeitsleistungen sind daher sehr wichtig. Nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um die Home-Office-Vereinbarung von einem kompetenten Rechtsanwalt prüfen zu lassen!

2. Überlegen Sie genau, wem Sie Heimarbeit gestatten.

Für den Arbeitnehmer bringt die Heimarbeit mehr Flexibilität in den Alltag. Sie als Unternehmer müssen jedoch genau abwägen, wem Sie diese Flexibilität gewähren, denn für tägliche Meetings und Besprechungen steht ein Heimarbeiter nicht mehr zur Verfügung. Planen Sie daher vorausschauend, welcher Arbeitnehmer in Zukunft welche Rolle bei Ihnen spielen soll und machen Sie davon Ihre Erlaubnis zur Heimarbeit eines Mitarbeiters abhängig.

3. Nutzen Sie Heimarbeit als Möglichkeit, Ihr Unternehmen attraktiver zu machen.

Die Flexibilität, die Arbeitnehmer durch Heimarbeit erlangen, kann zu einer erheblichen Steigerung der Work-Life-Balance beitragen. Diese spielt gerade für die jüngere Generation eine wichtige Rolle. Heimarbeit als Möglichkeit, die Attraktivität des eigenen Unternehmens zu steigern, sollte daher nicht unterschätzt werden. Machen Sie als Arbeitgeber Ihrer Belegschaft klar, dass die Heimarbeit den leistungsbereiten Mitarbeitern offensteht und steigern Sie so die Motivation ihrer Angestellten. Nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um sich von einem kompetenten Rechtsanwalt zu allen Aspekten der Heimarbeit beraten zu lassen!

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