Rechtsberatung rund um Berufsbildungsgesetz

Definition Berufsbildungsgesetz

Das Berufsbildungsgesetz ist ein Gesetz zur Regelung von Berufsausbildung, beruflichen Fortbildungen und beruflichen Umschulungen.

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist im Jahr 2005 mit einigen Erneuerungen in Kraft getreten. Es ist das zentrale Gesetz zur Regelung der dualen Berufsausbildung. Ziel des Gesetzes ist die Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Deutschlands durch die Bereitstellung von ausreichend qualifizierten Fachkräften in der Zukunft. Der Zugang zur beruflichen Bildung soll jungen Menschen damit leichter ermöglicht werden.

Was wird im Berufsbildungsgesetz geregelt?

In diesem Gesetz finden sich Vorschriften zu beruflichen Fortbildungen und Umschulungen sowie zur dualen Berufsausbildung in Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben. Es legt außerdem fest, welche Personen das Recht haben, auszubilden und nach welchen Regelungen Prüfungen durchgeführt werden müssen. Weiterhin ist geregelt, welche Arten von Berufen anerkannt sind als Ausbildungsberufe und welche Rechte Auszubildende haben. Auch für die Förderung von Menschen mit Behinderung oder einer Lernbeeinträchtigung sowie für sozial benachteiligte Gruppen finden sich spezielle Regelungen in dem Gesetz. Daneben ist auch die Organisation von Berufsausbildung festgeschrieben. 

Was wird laut dem Gesetz unter einer Berufsbildung verstanden?

Gemäß § 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) wird unter einer Berufsbildung die Berufsvorbereitung, Berufsbildung sowie die berufliche Fortbildung und Umschulung verstanden. In diesem Rahmen soll eine Ausbildung von beruflichen Fertigkeiten und Fähigkeiten in der sich beständig wandelnden Arbeitswelt erfolgen mit dem Ziel der Ausübung einer beruflich qualifizierten Tätigkeit. Außerdem soll ein Erwerb von Berufserfahrung ermöglicht werden.

Für wen gilt das Berufsbildungsgesetz nicht?

Das Gesetz ist nicht gültig für berufsqualifizierende Studiengänge an Hochschulen, die unter das Hochschulrahmengesetz sowie unter die Hochschulgesetze der Länder fallen. Berufsbildung aus öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen fallen ebenso nicht in den Geltungsbereich des Gesetzes. Die Vorschriften sind auch ungültig für Berufsbildung auf Kauffahrteischiffen.

Wozu dient das Berufsbildungsgesetz?

Mit seinem bundesweiten Geltungsbereich dient das Gesetz dazu, gemeinsame Qualitätsstandards für Berufsbildung zu  ermöglichen. Außerdem wird dadurch ein bundesweiter und einheitlicher Vergleich der dualen Ausbildungen ermöglicht. Für die betriebliche Ausbildung ist das Gesetz somit eine entscheidende Grundlage, auf welcher die Ausbildung aufbaut. 

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Top-Fragen zum Thema Berufsbildungsgesetz für Arbeitnehmer

1. Wer darf mich ausbilden?

Laut dem Berufsbildungsgesetz gibt es bestimmte Voraussetzungen, die für die Ausbildung eines Mitarbeiters erfüllt sein müssen. Die erste Voraussetzung hierbei ist die betriebliche Eignung. In einem Betrieb muss die praktische Vermittlung der beruflichen Kompetenzen möglich sein. Bei der zweiten Voraussetzung handelt es sich um die persönliche Eignung. Diese ist nur dann nicht erfüllt, wenn eine Person nicht zur Beschäftigung von minderjährigen Personen berechtigt ist oder bereits gegen das Berufsbildungsgesetz verstoßen hat. Die dritte Voraussetzung ist die fachliche Eignung. Eine ausbildende Person muss somit über die erforderlichen beruflichen und arbeitspädagogischen Kenntnisse verfügen. Falls Sie sich genauer dazu informieren möchten, können Sie sich gerne an unsere Online – Rechtsberatung wenden.

2. Was mache ich, wenn mir mein Ausbilder falsche Aufgaben überträgt?

Es ist nicht erlaubt, einen Auszubildenden mit Aufgaben zu beauftragen, die nicht in einem direkten Zusammenhang mit seiner Tätigkeit stehen. Es gibt einen gesetzlichen Ausbildungsrahmenplan, in welchem die von Ihnen zu erlernenden Tätigkeiten aufgeführt sind. Der Ausbildungsbetrieb ist zur Einhaltung dieses Plans verpflichtet. Falls Sie häufig mit tätigkeitsfremden Aufgaben beauftragt werden sollten, empfiehlt es sich, zunächst ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten zu suchen. Außerdem können Sie sich an den Betriebsrat wenden. Wenn dies erfolglos bleibt, sollten Sie nach Ablauf Ihrer Probezeit ihren Ausbildungsbetrieb schriftlich zu einer angemessenen Durchführung ihrer Ausbildung auffordern. Bei Streitigkeiten und Unklarheiten sollten Sie sich hierzu von einem kompetenten Rechtsanwalt beraten lassen. Finden Sie den passenden Anwalt in Ihrer Region auf unserer Seite.

Laut dem Berufsbildungsgesetz gibt es bestimmte Voraussetzungen, die für die Ausbildung eines Mitarbeiters erfüllt sein müssen. Die erste Voraussetzung hierbei ist die betriebliche Eignung. In einem Betrieb muss die praktische Vermittlung der beruflichen Kompetenzen möglich sein. Bei der zweiten Voraussetzung handelt es sich um die persönliche Eignung. Diese ist nur dann nicht erfüllt, wenn eine Person nicht zur Beschäftigung von minderjährigen Personen berechtigt ist oder bereits gegen das Berufsbildungsgesetz verstoßen hat. Die dritte Voraussetzung ist die fachliche Eignung. Eine ausbildende Person muss somit über die erforderlichen beruflichen und arbeitspädagogischen Kenntnisse verfügen. Falls Sie sich genauer dazu informieren möchten, können Sie sich gerne an unsere Online – Rechtsberatung wenden.

3. Was muss ich beachten, wenn ich noch minderjährig bin in der Ausbildung?

Für minderjährige Auszubildende gelten nochmals gesonderte gesetzliche Regelungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Ihr Ausbildungsbetrieb ist somit zur Einhaltung spezieller Arbeitszeiten verpflichtet, welche in § 8 des Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) festgelegt sind. Minderjährige Auszubildende dürfen danach wöchentlich nur für eine Arbeitszeit von maximal acht Stunden und 40 Minuten beschäftigt werden. Weiterhin sollte beachtet werden, dass minderjährige Beschäftigte keine Tätigkeiten ausführen sollten, welche die Leistungsfähigkeit in psychischer und physischer Hinsicht übersteigen. Falls Sie dennoch öfter zu solchen Tätigkeiten aufgefordert werden sollten, können Sie sich gerne an unsere Online – Rechtsberatung wenden und mehr über Ihre Rechte erfahren.

Top-Tipps zum Thema Berufsbildungsgesetz für Arbeitnehmer

1. Stellen Sie sicher, dass Ihr Ausbildungsbetrieb seine Pflichten erfüllt.

Ihr Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, Ihnen die für Ihre Tätigkeit erforderlichen Arbeitsmittel kostenlos zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist Ihr Betrieb zuständig für Ihre schulischen Belange, wie beispielsweise die Anmeldung in der Berufsschule. 

2. Bei Nichtbestehen einer Prüfung einen Wiederholungstermin fordern.

Falls Sie eine Abschlussprüfung nicht bestehen sollten, kann Ihr Arbeitgeber einen Wiederholungstermin verlangen. Dabei kann Ihre Ausbildungszeit für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr verlängert werden bis zum nächstmöglichen Wiederholungstermin. 

3. Lesen Sie Ihren Ausbildungsvertrag vorher sorgfältig durch.

Bevor Sie zu Beginn einer Ausbildung Ihren Vertrag unterzeichnen, sollten Sie sich den Ausbildungsvertrag genau durchlesen und gegebenenfalls Fragen vorab mit Ihrem Ausbildungsbetrieb abklären.


Top-Fragen zum Thema Berufsbildungsgesetz für Arbeitgeber

1. Kann mein Auszubildender in der Probezeit ohne Frist kündigen?

Ja, Ihr Auszubildender hat das Recht, in seiner Probezeit das Arbeitsverhältnis ohne Frist wieder zu kündigen. Aber auch Sie haben in dieser Zeit die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis fristlos zu kündigen. 

2. Was kann ich tun, um Konflikte mit meinem Auszubildenden zu vermeiden?

Es empfiehlt sich, bereits zu Beginn der Ausbildung regelmäßige Gespräche mit dem Auszubildenden zu suchen. So hat jede Partei die Möglichkeit, Meinungen und Wünsche zu äußern, ohne diese Differenzen sofort in einem Konflikt austragen zu müssen. 

3. Welche Möglichkeiten der Kündigung habe ich nach Ablauf der Probezeit?

Nach dem Ablauf der Probezeit können Sie das Arbeitsverhältnis mit Ihrem Auszubildenden nur noch kündigen, wenn wichtige Gründe dafür vorliegen. Alle weiteren Möglichkeiten und Alternativen müssen in diesem Fall zuvor bereits ausgeschöpft sein und es muss eine vorhergehende Abmahnung des Auszubildenden erfolgen. Außerdem muss die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses als unzumutbar gelten. Falls Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, können sich gerne von einem erfahrenen Rechtsbeistand beraten lassen. Einen Anwalt können Sie hier anrufen.

Top-Tipps zum Thema Berufsbildungsgesetz für Arbeitgeber

1. Beachten Sie das Jugendschutzgesetz bei minderjährigen Auszubildenden.

Wenn Sie minderjährige Personen in Ihrem Betrieb ausbilden, müssen Sie sich an Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) halten. Danach gelten besondere Regelungen für die Arbeitszeiten Minderjähriger. Auch bei der Übertragung von Aufgaben müssen Sie die gesetzlichen Vorschriften beachten, da minderjährige Auszubildende auch in dieser Hinsicht nicht wie volljährige Tätige behandelt werden dürfen. Für mehr Informationen zu diesem Thema können Sie sich gerne an unsere Online – Rechtsberatung wenden.

2. Beachten Sie den Sonderkündigungsschutz.

Falls Ihre Auszubildende schwanger sein sollte oder eine schwere Behinderung bei dem Angestellten festgestellt wurde, gilt ein Sonderkündigungsschutz. Diesen sollten Sie unbedingt beachten und sich gegebenenfalls bei unserer Online – Rechtsberatung näher dazu informieren.

3. Keine unerlaubten Aufgaben übertragen.

Falls Ihrem Auszubildenden in Ihrem Betrieb Aufgaben übertragen werden, die nicht in einem direkten Zusammenhang mit seiner Tätigkeit stehen oder ihn  körperlich überfordern, darf er diese verweigern. Wenn Ihr Auszubildender einen Arbeitsunfall hat während der Ausführung von Arbeiten, die nicht mit seiner Tätigkeit zusammenhängen, zahlt die Unfallversicherung dies nicht. Der Betrieb muss dann selbst für den Unfall aufkommen. Bei Streitigkeiten und Rechtsfragen zu diesem Thema sollten Sie sich an einen kompetenten Anwalt für Arbeitsrecht wenden. Finden Sie den passenden Anwalt in Ihrer Region auf unserer Seite.

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